McLaren MCL-HY GTR: Track-Car mit 720 PS und Biturbo-V6
Es basiert auf dem neuen Hypercar-Langstreckenrennwagen, verzichtet jedoch auf das Hybridsystem, um Gewicht einzusparen
Gute Dinge kommen oft im Doppelpack. McLarens neuer Langstrecken-Rennwagen MCL-HY, entwickelt für Einsätze in der FIA-WEC-Hypercar-Klasse ab 2027, bekommt einen Ableger, den zahlungskräftige Kunden tatsächlich kaufen können. Ein Kennzeichen gibt es zwar weiterhin nicht, denn der MCL-HY GTR ist konsequent als reines Tracktool positioniert – eine 1:1-Kopie des Le-Mans-tauglichen Pendant ist er dennoch nicht.
Die ausschließlich für "VIP McLaren clients" angebotene Version verzichtet auf den Hybridanteil des Antriebsstrangs, da sie nicht mehr die LMDh-Regularien erfüllen muss. Der nach dem ACO / IMSA LMDh-Reglement gebaute MCL-HY kombiniert eine leichte Carbon-Monocoque-Chassis-Konstruktion mit einer laut McLaren "außergewöhnlichen Balance".
McLaren MCL-HY GTR & FIA Hypercar (2026)
Die Kraft kommt von einem V6-Biturbo-Rennmotor, der mit einem Hybrid-MGU-System gekoppelt ist und bis zu 520 kW (707 PS) an die angetriebene Hinterachse liefert. Mit einem Mindestgewicht von 1.030 kg und einem hocheffizienten Leistungsgewicht wurde der MCL-HY entwickelt, um reine Performance mit der Effizienz von Langstreckenrennen in Einklang zu bringen.
Darüber hinaus stellt die MCL-HY GTR Track-Variante eine erste Zusammenarbeit ihrer Art zwischen McLaren Racing und McLaren Automotive dar. Parallel zum Rennwagen entwickelt, wurde die Track-Variante bewusst ohne das für das FIA-Hypercar vorgeschriebene LMDh-Hybridsystem konzipiert. Sie wird rein vom 2,9-Liter-V6-Biturbo-Rennmotor angetrieben, was zu einem geringeren Trockengewicht führt, während sie gleichzeitig etwa 730 PS leistet.
Diese Entscheidung stellt sicher, dass Kunden bei Track-Days von einem puristischeren Fahrerlebnis profitieren, das authentische Hypercar-Performance und ein unverfälschtes Fahrgefühl ohne zusätzliche Komplexität bietet. Gewicht? Wohl unter einer Tonne.
Der GTR ist nicht nur leichter, sondern auch stärker – selbst ohne elektrische Unterstützung. Auch Ferraris 499P Modificata übertrifft sein WEC-Pendant, behält allerdings den vorn montierten E-Motor.
Interessant: Der GTR soll aus einer "in dieser Form erstmals umgesetzten Zusammenarbeit" zwischen der Motorsport- und der Automobilsparte von McLaren entstanden sein. Als nächster Schritt startet noch in diesem Monat die Erprobung der Hypercar-Spezifikation auf der Rennstrecke – mit Blick auf das Renndebüt im Jahr 2027. Die Auslieferungen der GTR-Kundenfahrzeuge sollen bis Ende nächsten Jahres beginnen.
Wer sich den GTR leisten kann, erhält außerdem Zugang zu einem zweijährigen Track-Programm mit sechs Veranstaltungen auf internationalen Rennstrecken. McLaren stellt dabei Boxencrew und professionelles Fahrercoaching. Einen Preis nennt der Hersteller nicht – allerdings dürfte er deutlich über dem W1 liegen, der in den USA bei 2,1 Millionen US-Dollar startet (ohne Optionen).
McLaren MCL-HY GTR & FIA Hypercar (2026)
Während der W1 unter den straßenzugelassenen McLaren-Modellen weiterhin die Spitze markiert, ist der MCL-HY GTR die kompromissloseste Performance-Maschine aus Woking. Das Auto richtet sich an Kunden mit entsprechendem Budget, die bereit sind, auf Straßenzulassung zu verzichten, um das volle Potenzial eines Fahrzeugs zu erleben.
Losgelöst von den Zwängen für Straße oder Rennserie ist der GTR im Grunde eine aus dem Käfig gelassene Variante – ohne technische Fesseln. Selbst mit "nur" einem V6 klingen über 700 PS in einem Auto, das leichter als ein MX-5 Miata ist, gleichermaßen faszinierend wie einschüchternd. Man kann ihn als Hypercar ohne Regeln verstehen, das alles auf Anschlag dreht.
Wir fragen uns bereits, ob sich Spezialisten für Straßenzulassungen wie Lanzante des GTR annehmen und ihn für ein Kennzeichen fit machen.
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