Opel Grandland Electric im Dauertest: Pragmatiker mit Stil
So schlägt sich der 73-kWh-Stromer im Alltag
Nach dem Peugeot E-3008 folgt nun der Opel Grandland Electric in den Dauertest. Beide Modelle teilen die STLA-Medium-Plattform, doch während der Peugeot auf Design und Avantgarde setzt, bleibt der Opel pragmatisch.
Mit 4,65 Metern Länge, 1,90 Metern Breite und klaren Linien zeigt sich der Grandland als sachlicher Vertreter seiner Klasse. Die Farbe Impakt Kupfer Metallic sorgt für einen Schuss Eigenständigkeit – ein Hauch Wärme in der sonst nüchternen Opel-Welt.
Unter der Haube arbeitet ein Elektromotor mit 157 kW (213 PS) und 345 Newtonmetern Drehmoment, gespeist aus einer 73-kWh-Batterie. Die WLTP-Reichweite liegt bei 517 Kilometern, realistisch sind rund 400 Kilometer. Der Verbrauch pendelt zwischen 18 und 19 kWh/100 km.
Geladen wird mit bis zu 160 kW an der Schnellladesäule (20–80 Prozent in etwa 30 Minuten) oder mit 11 kW an der Wallbox in rund viereinhalb Stunden. Auf der Straße fährt der Grandland souverän. Das Frequency Selective Damping-Fahrwerk wirkt straffer als im Peugeot, federt kurze Stöße direkter weg, bleibt aber stabil und sicher.
Das gibt ihm einen bodenständigen Charakter – weniger französische Weichheit, mehr deutsche Präzision. Auch die Lenkung arbeitet feinfühlig, das Geräuschniveau bleibt angenehm niedrig.
Im Innenraum setzt Opel auf Übersicht statt Effekte. Zwei große Displays – 10 Zoll fürs Cockpit, 16 Zoll fürs Infotainment – sind logisch aufgebaut. Dazu gibt es physische Tasten für Klima und Lautstärke. Die AGR-zertifizierten Intelli-Sitze überzeugen mit ergonomischem Komfort, guter Seitenführung und hoher Sitzposition, was die Übersicht verbessert. Der Materialmix ist mutig, aber solide verarbeitet – typisch Opel: funktional, nicht verspielt.
Mit einem Einstiegspreis ab 47.000 Euro und einem Testwagenpreis von 54.910 Euro bleibt der Grandland Electric fair kalkuliert. Er bietet solide Technik, gute Effizienz und ehrliche Alltagseigenschaften – ein Stromer ohne Show, aber mit Charakter.
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