VW hat einen W10 in einen BMW M5 gesteckt und er hat richtig Power
Ja wirklich: Volkswagen hat einen Zehnzylinder-M5 gebaut, bevor BMW es tat
Lange bevor Dieselgate, drakonische Emissionsvorschriften und aggressive Kostensenkungen das Unternehmen dominierten, erlebte Volkswagen eine Ära beeindruckender Ingenieurskunst. Unter der kompromisslosen Führung von Ferdinand Piëch gab es praktisch keine Grenzen für das, was die Ingenieure unter die Motorhauben packen durften.
Der VW-Konzern experimentierte im Prinzip mit allem, was Spaß macht. Wir sahen W8- und W12-Limousinen, wir bekamen SUVs mit Zehn- und Zwölfzylinder-Dieselmotoren. Und Sie erinnern sich womöglich - man entwickelte sogar einen Audi R8 mit einem Zwölfzylinder-TDI.
Unter dem VW-Dach erschuf Bugatti den legendären W16 Veyron. Bereits zuvor hatte man sich einen noch extremereren Prototyp mit W18-Maschine ausgedacht. Doch der 18-Zylinder-Gigant war nicht das einzige radikale Motorenprojekt, das nie das Licht der Serienproduktion erblickte.
Treten Sie ein in die vergessene Welt des W10-Benziners. Noch bevor BMW den E60/E61 M5 mit seinem 5,0-Liter-V10-Saugmotor auf den Markt brachte, hatte VW bereits einen M5-Prototyp mit W10-Aggregat gebaut.
Lange galt dieser W10-M5 als reines Gerücht – bis 2023 plötzlich ein Prototyp zum Verkauf auftauchte. Jetzt, im Jahr 2025, hat Drivetribe endlich die Gelegenheit bekommen, sich diese mysteriöse bayrische Sportlimousine mit dem transplantierten Wolfsburger Herz unter der Haube genauer anzusehen.
Volkswagen baute mindestens drei W10-Motoren, von denen einer in einem BMW M5 der dritten Generation (E39) landete. Aber warum? Zur damaligen Zeit fehlte VW eine vergleichbare Hochleistungslimousine im Modellprogramm. Den Phaeton gab es noch nicht und der Porsche Panamera sollte erst 2009 erscheinen.
Auf dem Prüfstand lieferte der VW-befeuerte M5 satte 480 PS an die Räder. Berücksichtigt man den Antriebsverlust, ergibt das eine Leistung von rund 530 PS an der Kurbelwelle – ein gewaltiger Sprung gegenüber dem BMW S62-Motor, einem 4,9-Liter-V8 mit 400 PS. Selbst der 5,0-Liter-S85-V10 des späteren M5 E60 kam "nur" auf 507 PS.
Es bleibt unklar, wie oder warum VW es zuließ, dass dieses einzigartige Triebwerk – mit einem geschätzten Hubraum von 5,0 Litern – in private Hände gelangte. Sicher ist jedoch, dass dieser M5 weiterhin heckgetrieben ist und über ein Sechsgang-Schaltgetriebe verfügt – ein Rezept, dass nach herausragendem Fahrspaß klingt.
Der Motor soll aus der Kombination von zwei 2,5-Liter-VR-5-Motoren entstanden sein, doch anders als herkömmliche VR-Aggregate besaß er einen Aluminium- statt eines Eisenblocks. Man kann nur spekulieren, welches Fahrzeug Piëch im Sinn hatte, als er dieses Projekt genehmigte – vielleicht ein Modell von Bentley? Wobei der Phaeton sicher auch ein Kandidat gewesen wäre.
Gerüchten zufolge investierte VW rund 2 Millionen Euro in die Entwicklung dieses M5-Testfahrzeugs. Doch trotz der enormen Kosten schaffte es der W10 nie in ein Serienauto. Ob er sich als zuverlässiger erwiesen hätte als der berüchtigte BMW S85, der auch im M6 E63/E64 zum Einsatz kam, bleibt ein Rätsel.
Es wird gemunkelt, dass Ferdinand Piëch so begeistert von diesem speziellen M5 war, dass er ihn als persönliches Dienstfahrzeug nutzte. Die Entwicklung leitete Sabine (Wolfram) Willeke im Rahmen eines größeren Projekts, zu dem auch die W8-, W12- und W16-Motoren gehörten.
Mittlerweile ist die Ära der W-Motoren bei Volkswagen vorbei. Der Passat W8 wurde bereits vor rund 20 Jahren eingestellt, und der W12 des Bentley Continental/Flying Spur verschwand 2024. Auch der legendäre W16 des Chiron musste weichen – für den neuen V16 von Cosworth, der nun im Tourbillon zum Einsatz kommt.
Quelle: Drivetribe / YouTube
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