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EU einigt sich endgültig auf Verbrenner-Aus im Jahr 2035

Das Europaparlament hat jetzt grünes Licht gegeben (Update)

EU versetzt dem Verbrenner den Todesstoß

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

Aktualisiert: 14. Feb. 2023 um 16:08 Uhr

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Update vom 14. Februar 2023: Das Europaparlament hat das Aus für Neuwagen mit Verbrenner ab 2035 jetzt beschlossen. Es gab grünes Licht für die neuen CO2-Reduktionsziele für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Rahmen des Pakets „Fit für 55“.

Mit 340 zu 279 Stimmen bei 21 Enthaltungen billigten die Abgeordneten die mit dem Rat erzielte Einigung auf überarbeitete CO2-Emissionsnormen für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die an die ehrgeizigeren Klimaschutzziele der EU angepasst wurden.

Die neuen Regeln ebnen den Weg zu dem CO2-Flottenziel der EU. Demnach sollen neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 2035 emissionsfrei werden, man will die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2021 um 100 Prozent reduzieren. Zwischenziel bis 2030 ist, die Emissionen bei Neuwagen um 55 Prozent und bei leichten Nutzfahrzeugen um 50 Prozent zu senken.

Die Verordnung sieht noch weitere wichtige Maßnahmen vor:

Die Europäische Union hat das Verbrenner-Aus im Jahr 2035 endgültig besiegelt. Die EU-Institutionen einigten sich schon Ende Oktober 2022 darauf, dass Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035 in der EU nicht mehr zugelassen werden. 

Vom strikten Verbrenner-Aus gibt es nur wenige Ausnahmen. Dazu gehört, dass Nischenhersteller wie zum Beispiel Lamborghini, die nur wenige Fahrzeuge produzieren, eine einjährige Schonfrist bei den Emissionszielen erhalten. Außerdem soll die Kommission 2026 noch einmal überprüfen, ob die Ziele erreichbar sind. Sie soll zudem überlegen, ob auch mit E-Fuels betriebene Fahrzeuge zugelassen werden könnten.

 

Das Verbrenner-Aus in 13 Jahren wurde im Juli 2021 von der EU-Kommission vorgeschlagen. Das EU-Parlament folgte dieser Empfehlung im Juni dieses Jahres. Nun haben auch die Mitgliedsländer zugestimmt. Der Deal wurde am gestrigen Donnerstagabend von den Unterhändlern der Mitgliedsstaaten und des Parlaments ausgehandelt; er muss nun noch von den zuständigen Ministern der EU-Staaten und vom Parlament bestätigt werden. 

Die Verordnung zum Ende des Verbrenners gehört zu dem "Fit for 55"-Paket der EU-Kommission, das die Treibhausgas-Emissionen in diesem Jahrzehnt um 55 Prozent senken soll. Weitere Maßnahmen umfassen eine Überarbeitung des Emissionsrechte-Handels und eine Förderung erneuerbarer Energien vor. Auch ein verbessertes Ladenetz in der EU ist Teil des Pakets.

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Die Reaktionen auf den Deal am gestrigen Donnerstagabend fielen gemischt aus. Für Greenpeace kommt das Verbot zu spät: Es sollte schon ab 2028 gelten, so die Umweltschutzorganisation.

Andere befürchten, dass sich die Straßen nach 2035 mit stinkenden Oldtimern füllen, weil Elektroautos nicht verfügbar oder unbezahlbar sein könnten: "Mit der heutigen Einigung wird ein 'Havanna-Effekt' realistischer", sagte Jens Gieseke von der konservativen EVP-Fraktion. "Der heutige Deal hat die Tür zu neuen technologischen Entwicklungen zugeschlagen und alle Eier in einen Korb gelegt. Das ist ein Fehler."

FDP-Chef Christian Lindner sprach dagegen von einer klugen Entscheidung, die Technologieoffenheit sichere. Er bezog sich dabei offenbar auf die Klausel zur Prüfung von E-Fuels.

Der Europaparlamentarier Michael Bloss (Grüne) meinte, der Entschluss markiere eine Zeitenwende, die den Wohlstand von morgen sichere. Wer jetzt noch auf den Verbrenner setzt, schade der Industrie, dem Klima und verstoße gegen europäisches Recht.

Der EU-Abgeordnete Tiemo Wölken (SPD) sagte, die Einigung schaffe Planungssicherheit für die europäische Automobilindustrie. "Die Hersteller, die sich auf den Weg der Elektrifizierung gemacht haben, erhalten jetzt die Bestätigung, dass dieser Weg der richtige ist."

BMW-Chef Oliver Zipse, im Nebenberuf Chef des europäischen Herstellerverbands ACEA, sagte, nun müsste die Politik die Rahmenbedingungen für die Erreichung des Ziels schaffen. "Dazu gehören ein reichliches Angebot an erneuerbarer Energie, ein lückenloses privates und öffentliches Ladeinfrastruktur-Netz sowie der Zugang zu Rohstoffen."

Dies ist ein Artikel unseres Portals für Elektroautos, InsideEVs.de. Dort finden Elektroauto-Fans News, ausführliche Tests, Videos und Fotos zur Elektromobilität und den Antrieben von morgen.

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