Razzia bei Kia und Hyundai: Wurden auch hier Diesel manipuliert?
Nach Angaben der Behörden haben die koreanischen Hersteller möglicherweise über 200.000 betrügerische Fahrzeuge verkauft ...
Nach Informationen mehrerer Nachrichtenquellen haben deutsche Behörden bei Hyundai und Kia eine Razzia wegen des Verdachts auf Abgasbetrug durchgeführt. Genauer gesagt werden die südkoreanischen Autohersteller verdächtigt, illegale Dieselabgasreinigungssysteme und/oder Software zu verwenden.
Berichten zufolge wurden acht der Liegenschaften von Kia und Hyundai in Deutschland und Luxemburg durchsucht. Darüber hinaus ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt auch gegen Bosch und BorgWarner. Die Razzien wurden von der Europäischen Union über eine Agentur namens Eurojust organisiert.
Die deutschen Behörden haben Grund zu der Annahme, dass die beiden genannten Autohersteller illegal über 210.000 Dieselfahrzeuge verkauft haben. Die mutmaßliche Software beziehungsweise die möglichen Abschaltvorrichtungen sollen von Bosch sowie von Delphi, das inzwischen zu BorgWarner gehört, geliefert worden sein.
Nach den Informationen der Staatsanwaltschaft wurden die Fahrzeuge bis 2020 verkauft. Sie waren Berichten zufolge mit einer Software ausgestattet, deren Zweck es war, die emissionsmindernden Kontrollen während der Fahrt "massiv" zu verringern oder abzuschalten. Die Besitzer der Fahrzeuge wurden angeblich über die Emissionskontrollen getäuscht und/oder im Glauben gelassen, dass die Fahrzeuge die EU-Vorschriften erfüllten.
Ein Sprecher von Hyundai hat bestätigt, dass die Razzien im Gange sind, und eingeräumt, dass das Unternehmen in dieser Angelegenheit mit den deutschen Behörden zusammenarbeitet. Weitere Einzelheiten wurden noch nicht bekannt.
Je nachdem, was bei den Razzien herausgefunden wird, könnten Hyundai und Kia neben der möglichen Entdeckung der illegalen Geräte auch mit einer Betrugsklage wegen Abgasbetrugs konfrontiert werden. Dies wäre nicht das erste Mal, dass ein Autohersteller eines solchen Verbrechens beschuldigt wird, und es scheint, dass dies auch noch lange nach dem "Dieselgate"-Vergleich von Volkswagen geschieht.
Während die Behörden die Razzia durchführen, ermitteln sie auch gegen verschiedene Mitarbeiter von Kia, Hyundai und BorgWarner. Verschiedenen Berichten zufolge haben die Vertreter der Unternehmen noch nicht auf Bitten um Stellungnahme reagiert. Dies ist eine sich entwickelnde Geschichte ...
Quelle: Reuters via Autoblog, Bloomberg
Auch interessant
Kia K4 (2026) mit 150 PS im Test: Neuer Name, neues Glück?
Mitsubishi Eclipse Cross (2026) im Video: 635 km Reichweite
Kia Seltos (2026): Bulliger Lückenfüller in der Sitzprobe
Citroen Saxo VTS: Der kleine Landstraßen-König wird 30
Kia Sportage Black Edition: Schwarzes Sondermodell
Letzte Chance für Verbrenner-Macan: Porsche stockt Bestand vor Produktionsende auf
Kia PV5 Camper (2026): VanTrack zeigt Modul-Ausbau für 10.000 Euro