Augen des Fahrers bleiben auf der Straße, Bakterien und Viren unter Kontrolle

Paradox und in sich widersprüchlich wirkt eine Innovation, die Jaguar Land Rover (JLR) nun vorstellt: ein kontaktloser Touchscreen. Doch es kann funktionieren, glaubt der britische Hersteller. Die zusammen mit der Universität Cambridge entwickelte "Predictive Touch"-Technik soll es erlauben, mit Sensoren und Künstlicher Intelligenz vorherzusagen, wo der Finger des Autofahrers auftreffen wird. Eine Berührung ist dann nicht mehr notwendig. 

Der Fahrer soll zweierlei davon haben: Erstens muss sich der Fahrer nicht so stark konzentrieren, den richtigen Punkt zu treffen, und zweitens könnte wegen des fehlenden Kontakts mit der Oberfläche die Ausbreitung von Bakterien und Viren gehemmt werden, glaubt JLR. 

Speziell auf unebenen Straßen wird der angepeilte Punkt auf dem Touchscreen nicht beim ersten Versuch getroffen. Folge: Der Fahrer wird abgelenkt, seine Aufmerksamkeit schweift vom Verkehr ab. Die neue Technik soll das verhindern. Nach Versuchen der Briten verkürzt die prädiktive Touch-Technologie die Interaktion des Fahrers mit der Bedienoberfläche um bis zu 50 Prozent.

Die Gesten werden laut JLR durch "optische oder funkgestützte Sensoren" erkannt, die aus der Unterhaltungselektronik bekannt sind. Dazu kommen Daten eines Eyetrackers zur Analyse der Blickbewegungen. So soll es gelingen, die Absicht des Users in Echtzeit zu erfassen. Dabei wird auch das maschinelle Lernen eingesetzt. Das dürfte bedeuten, dass das System hinzulernt: Es erkennt langsam immer genauer, was der Fahrer beabsichtigt, wenn er mit Augen und Fingern eine bestimmte Bewegung macht.

Die Lösung hat laut JLR bereits einen hohen technischen Reifegrad erreicht. Sie basiert auf Software und kann daher in existierende Touchscreens integriert werden - vorausgesetzt, die Sensoren sind vorhanden.