Neuling beruht erstmals auf PSA-Plattform und erhält den Visor-Grill

Der Opel Astra erhielt im Herbst 2019 gerade noch ein Facelift und neue Motoren. Doch die neue Generation des Kompaktwagens steht bereits an: Ab 2021 wird sie in Rüsselsheim produziert, wie Opel bereits offiziell bekannt gab. Noch nicht bekannt ist bisher die Optik des Neulings; unser Rendering-Künstler hat sich nun aber bereits ein Bild von dem Wagen gemacht.

Der neue Astra wird erstmals auf einer PSA-Plattform aufsetzen, und zwar auf EMP2, wie Opel schon im Sommer 2019 mitteilte. Doch sehen wir uns das Ganze näher an.

Astra L: Die sechste Astra-Generation

Die aktuelle Astra-Generation ist erst seit 2015 auf dem Markt, der Generationswechsel erfolgt schon 2021, weil der neue Eigentümer PSA (künftig Stellantis genannt) den Astra auf eine Konzernplattform stellen will. Damit verfährt PSA mit dem Astra ähnlich wie beim Corsa. Obwohl die Nachfolgegeneration bei dem Kleinwagen schon schon fast fertig entwickelt war, wurde der neue Corsa auf die PSA-Plattform CMP gestellt.

Der aktuelle Astra trägt intern die Zusatzbezeichnung "K", die nächste sollte also den Buchstaben L bekommen. Dabei fing die Buchstabenreihe aber bereits beim Vorgänger mit dem Kadett an (Kadetta A bis D). Dann folgten Astra F bis K, wobei es allerdings nie einen Astra I gab. Die kommende Version ist also nicht die siebte, sondern die sechste Astra-Generation.

Optik: Vieles vom Corsa, manches vom Mokka

Optisch wird der Astra wohl dem Corsa recht ähnlich sehen, wenn unser Rendering-Künstler recht hat. Er wird wohl eine ähnliche Bicolor-Optik erhalten. Unser Bildbearbeitungs-Fachmann hat zwei Versionen kreiert, beide haben ein schwarzes Dach sowie schwarze Außenspiegel, wie vom Corsa bekannt. Eine besitzt dazu noch eine schwarze Fronthaube, wie sie der neue Mokka besitzt.

Opel Astra (2021) als Rendering

Vom Mokka übernimmt der neue Astra wohl auch den "Visor"-Grill - schließlich hat Opel gesagt, dass dieser zum neuen Markengesicht gehört. Dazu gehört offenbar eine dünne Plexiglas-Abdeckung der schwarzen Frontmaske, die auf den Rendering-Bildern erkennbar ist. Unser Rendering-Experte hat auch die fast vertikalen Luftschlitze vom Mokka übernommen. Innen wird das neue Modell wohl ein Instrumentendisplay erhalten, das ähnlich wie beim Corsa aussehen dürfte (also ohne den schicken 3D-Effekt aus dem Peugeot 2008).

EMP2 als technische Basis

EMP2 erscheint als technische Basis natürlich, denn das ist die Plattform für Kompaktklasse (C-Segment) und Mittelklasse (D-Segment), und der Astra gehört als Golf-Konkurrent unzweifelhaft ins C-Segment.

Dass der neue Citroen C4 (und die Elektroversion e-C4) auf einer verlängerten EMP1-Version basiert, lässt sich wohl dadurch erklären, dass auch der Vorgänger C4 Cactus auf einer Kleinwagenplattform beruhte. Der Astra L wird jedenfalls wie der aktuelle und der kommende Peugeot 308 auf EMP2 basieren. 

Als Plug-in-Hybrid - und vielleicht auch als reines Elektroauto?

Opel hat bereits bekannt gegeben, dass der neuen Astra auch eine elektrifizierte Version erhält. Angeblich hat Opel-Chef Lohscheller sogar schon gesagt, dass es sich um einen Plug-in-Hybrid handeln wird. Das liegt nahe, da dies für den neuen Peugeot 308 ebenfalls eingeplant ist. Die Technik könnte vom Peugeot 508 Hybrid übernommen werden.

Die Plattform EMP2 ermöglicht neben PHEVs aber auch reine Elektroautos. Das zeigen die Elektro-Transporter von PSA, zum Beispiel Opel Zafira Life-e, Citroen e-Spacetourer oder Peugeot e-Expert. Ob die große Batterie auch in ein kompaktes EMP2-Auto passen würde, ohne den Kofferraum allzu sehr schrumpfen zu lassen, wissen wir nicht. Der mögliche Elektroantrieb könnte die bekannten Elemente nutzen: den 100 kW/136 PS starken Elektromotor an der Vorderachse (wie bei Corsa und den Elektro-Transportern) und einen Akku mit wahlweise 50 oder 75 kWh (wie bei den PSA-Elektrotransportern).

Konventionelle Motoren aus dem PSA-Regal

Daneben wird es den 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner (vermutlich 100 und 130 PS wie im Corsa) geben sowie den 1,5-Liter-Diesel (vermutlich 102 PS und 120 PS), vielleicht auch den drehmomentstärkeren 2,0-Liter (vielleicht mit Automatik und 122 PS wie beim Zafira Life).

Bisher wurde der Astra in Ellesmere Port (UK) und Gliwice (Polen) gebaut; die neue Version entsteht jedoch in Rüsselsheim, wie Opel schon mitgeteilt hat. Messepremiere dürfte auf der IAA im Herbst 2020 sein - dann in München, nicht mehr in Frankfurt. Wenn die Corona-Lage eine richtige Messe überhaupt zulässt ...

Bildergalerie: Opel Astra (2021) als Rendering