Was taugen die Zweitmarken der Premiumhersteller?

Bundesregierung und die Vertreter der Bundesländer haben sich auf Erleichterungen bei den Corona-Maßnahmen geeinigt. So dürfen Autohäuser, die bisher geschlossen beleiben mussten, ab Montag wieder öffnen. Für viele Autofahrer steht nach dem Lockdown noch der Wechsel auf Sommerreifen an. Der Automobilclub ACE hat nun aktuelle Reifenmodelle getestet.

Im diesjährigen Sommerreifentest des ACE Auto Club Europa und der GTÜ Gesellschaft für technische Überwachung standen Sommerreifen von Zweitmarken der Premiumhersteller im Fokus.

Dass es günstige Alternativen gibt zu den Reifen von Michelin, Goodyear, Continental, Dunlop und anderen, ist wenig bekannt. Doch hinter so manch unbekanntem Namen steckt ein Markenfabrikat - ähnlich wie so manche Keks-Schachtel aus dem Discounter von einem Markenhersteller produziert wird. So ist Barum eine Zweitmarke von Continental, hinter Fulda uns Sava steckt Goodyear und hinter Firestone natürlich Bridgestone. 

Auf diese Weise vermarkten die Reifenproduzenten, ihre Reifen gleich zweimal und sie haben ein Angebot, um gegen die preisgünstige Konkurrenz aus Fernost anzutreten. Getestet wurden neun Reifen der beliebten Dimension 215/55 R17 für Kompakt-SUVs und Mittelklassekombis.

Diese Reifen traten zum Test an: Maxxis Premitra 5, Sava Intensa UHP 2, Fulda SportControl 2, Apollo Aspire XP, Toyo Proxes Sport, Kleber Dynaxer HP4, Firestone Roadhawk, Hankook Ventus Primes 125 und Avon ZV7. Sie mussten sich in drei Bereichen unter Beweis stellen: Sicherheit bei Nässe, Sicherheit bei Trockenheit sowie Umwelt und Wirtschaftlichkeit.

Gesamtergebnis    
1. Platz Maxxis Premitra HP5 154 Punkte
2. Platz Sava Intensa UHP2 146 Punkte
3. Platz Fulda SportControl 2 145 Punkte
4. Platz Apollo Aspire XP 136 Punkte
5. Platz Toyo Proxes Sport 135 Punkte
6. Platz Kleber Dynaxer 129 Punkte
7. Platz Firestone Roadhawk Punkte
8. Platz Hankook Ventus Prime 3 (K125) 122 Punkte
9. Platz Avon ZV7 119 Punkte

Der Preis für vier Reifen in Euro spielt ebenfalls eine Rolle. Von den neun getesteten Reifenmodellen erreichte einzig der Maxxis Premitra 5 die Bestnote sehr empfehlenswert. Vier Fabrikate erhielten das Prädikat empfehlenswert: Sava Intensa UHP 2, Fulda SportControl 2, Apollo Aspire XP sowie der Toyo Proxes Sport. Die restlichen vier Testmodelle konnten lediglich mit bedingt empfehlenswert bewertet werden.

Keiner der neun Kandidaten erlangte in der Kategorie "Sicherheit bei Nässe" bemerkenswerten Ruhm. Bei sommerlichen 20 Grad Celsius Streckentemperatur vergehen je nach Reifensatz zwischen 26,5 und 28,8 Meter, um das Testfahrzeug Audi Q2 von 80 km/h bis zum Stillstand zu bremsen. Trotzdem liefern Fulda, Toyo, Kleber und Maxxis respektable Werte.

Neben der Gummimischung und der Profilgestaltung kommt es beim Bremsen auf nasser Fahrbahn allerdings auch auf die Profiltiefe an. Sind statt etwa acht Millimeter bei einem neuen Reifen nur noch drei Millimeter Restprofil vorhanden, verlängert sich der Bremsweg um zehn Meter.

Auf trockener Strecke konnten alle getesteten Reifen überzeugen, die Unterschiede zwischen den einzelnen Marken sind äußerst gering. Die Spitzengruppe besteht aus Maxxis, Sava, Hankook, Fulda und Toyo. Sie bieten ein gutes Lenkverhalten, untersteuern kaum und überzeugen auch in den technisch anspruchsvollen Streckenabschnitten durch guten Grip.

Der koreanische Maxxis war dabei der schnellste Reifen. Sava, Hankook, Fulda und Toyo sind auf trockener Strecke ebenfalls sehr empfehlenswert. Apollo, Avon, Kleber und Firestone liegen dahinter, doch kritisch wird das nicht. Im Alltag auf trockener Straße sind auch diese Reifen absolut konkurrenzfähig.

Fazit: Auch die Zweitmarken der großen Reifenhersteller liefern solide Ergebnisse. Doch am Ende hat ein Reifen aus Taiwan die Nase vorne: Testsieger mit der Bestnote sehr empfehlenswert ist der Maxxis Premitra 5. Der Reifen überzeugt mit guten Werten und muss sich auch vor. Premiumreifen nicht verstecken. Beim Preis konnte er ebenso punkten: Vier Reifen kosten rund 360 Euro.

Dass auch bei den großen Konzernen gute Qualität zu günstigen Preisen zu bekommen ist, zeigt beispielsweise der Sava Intensa UHP2. Wer sparen will, kann auf alle der ersten fünf gelisteten Reifen setzen. Denn für die Verkehrssicherheit ist es besser, öfter einen guten und günstigeren Reifen zu kaufen als den Premiumreifen bis auf die Karkasse abzufahren.

Die getesteten Reifen der Größe 215/55 R17 passen unter anderem für folgende Modelle: Audi Q2 (ab 2016); DS 4 (ab 2011); Opel Insignia (ab 2017); Peugeot 407 (bis 2010); Peugeot 508 (ab 2018); Seat Ateca (ab 2016); Skoda Superb (ab 2015); Skoda Karoq (ab 2017); Subaru Forester (bis 2013); Suzuki SX4 (ab 2012); Toyota Mirai (ab 2015); VW Passat (ab 2014); Touran (ab 2015).