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Helden von einst: Fiat Uno Turbo (1985-1995)
Die italienische Rennsemmel wird 35

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
1. Apr. 2020 um 17:22 Uhr
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Turbo war DAS magische Wort im Automobilbau der 1980er-Jahre. Mit Hilfe heißer Abgase wurden plötzlich Heerscharen von Kleinwagen zu giftigen Rennsemmeln, die so manchem BMW- oder Mercedes-Fahrer das Fürchten lehrten. Wer jung, frei, hübsch und einigermaßen gutverdienend war, gönnte sich nicht selten einen Fiat Uno Turbo i.e. (das Kürzel steht für "iniezone elettronica", also elektronische Einspritzung). Jetzt wird der italienische Bonsai-Ferrari 35 Jahre alt.
Im April 1985 wurde die Hot-Hatch-Version der ersten Uno-Serie als Dreitürer auf den Markt gebracht. Das Modell Turbo i.e. verwendete einen von Ritmo abgeleiteten 1,3-Liter-Motor der Baureihe 128 mit Bosch-Multipoint-Kraftstoffeinspritzung, elektronischer Zündung von Magneti Marelli und einem wassergekühlten IHI-Turbolader mit Ladeluftkühler zur Senkung der Ansauglufttemperaturen. Der Hubraum wurde ursprünglich mit 1.299 Kubikzentimeter angegeben, wurde aber schon früh in der Produktion auf 1.301 Kubik korrigiert. Diese Änderung war eine Folge des italienischen Autobahnsystems, das eine höhere Geschwindigkeitsbegrenzung für Autos mit mehr als 1.300 ccm erlaubt.
Unbekanntes Altblech im Porträt:
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In beiden Formen bot der Motor 105 PS, aber die Besitzer berichten, dass die 1301er-Version deutlich reaktionsfähiger war und ein höheres Drehmoment als die frühere 1299er-Einheit aufwies. Die von 1985 bis Ende 1987 gebauten Autos waren mit einem von Ritmo abgeleiteten Fünf-Gang-Getriebe ausgestattet. Dieses wurde dann durch ein neu entwickeltes C510-Fünf-Gang-Getriebe ersetzt, das ein haltbareres Differential und eine verbesserte Schaltgestängeverbindung aufwies. Die Übersetzungen blieben zwischen den beiden Einheiten unverändert. Der Turbo erreichte 205 km/h Höchstgeschwindigkeit. Preis anno 1986 in der Bundesrepublik: 19.350 DM. Heute liegt ein guter Uno Turbo bei rund 7.000 Euro, sofern man noch ein unverbasteltes Exemplar findet.
845 Kilogramm trafen auf eine Leistung von 105 PS und einem Drehmoment von 147 Nm. Das machte den Fiat Uno Turbo zur Rennsemmel: 200 km/h Höchstgeschwindigkeit und 8,3 Sekunden, um von 0 auf 100 km/h zu kommen. Er übertraf damit den Peugeot 205 GTi 1,6 (196 km/h und 9,1 Sekunden) und schlug auch den größeren VW Golf GTI 1,8 (188 km/h und 9,6 Sekunden); nur der Renault 5 GT Turbo war dank 115 PS schneller, (201 km/h Höchstgeschwindigkeit und 8 Sekunden für 0-100 km/h).
Bildergalerie: Fiat Uno Turbo i.e. vs Ford Fiesta RS Turbo vs Renault 5 GT Turbo

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Rot und Schwarz sind die dominierenden Farben im Inneren, während außen ein Turbo-Schriftzug zu sehen ist: vorne, seitlich und hinten sind Embleme angebracht. Aber es ist das Fahren, das ihn des Ruhmes würdig macht, über den wir am Anfang sprachen. Lassen wir also unsere italienischen Motor1-Kollegen sprechen: "Der Uno Turbo muss viel PS und viel Drehmoment bewältigen, im Verhältnis zu den Fähigkeiten seines Chassis. Deshalb ist der Uno Turbo, wenn man zu hitzköpfig Gas gibt, nichts als Untersteuern und zieht eine echte Gerade auf dem Asphalt. Und wenn Sie zufällig den Fuß zu leicht anheben, verlagert sich sofort das Gewicht nach vorne, bis die Hinterachse überholen will ... Der Uno Turbo verlangt also Respekt und Fahrkönnen."
Äußerlich war das Turbo-Modell des Fiat Uno mit schwarzen Kunststoff-Schwellerleisten, einer Heckklappe aus Fiberglas mit integrierter Abrißkante, getönten Seitenscheiben, seitlichen Aufklebern, einem überarbeiteten vorderen Stoßfänger mit Nebelscheinwerfern und Einlässen/Schaufeln, die die Luft zum Ölkühler und zum Ladeluftkühler leiten, ausgestattet. Die Federung wurde abgesenkt und verbessert, 13-Zoll-Leichtmetallräder mit Pirelli P6-Reifen montiert und die Bremsen auf belüftete Scheiben vorne und massive Scheiben hinten umgerüstet.

Das Cockpit des Uno Turbo nach dem 1989er-Facelift
Zu den Optionen für den Uno Turbo gehörten polierte Cromodora-Räder, elektrische Fensterheber, ein manuelles Schiebedach und ein digitales Instrumentenbrett, letzteres mit Balkenanzeigen für Kraftstoffstand, Kühlmitteltemperatur, Ladedruck usw., sowie eine digitale Geschwindigkeitsanzeige, die zwischen km/h und mph umgeschaltet werden kann.
Eine Option für spätere Turbo-Modelle der ersten Serie war ein einfaches ABS, das nur an den Vorderrädern funktionierte. Das System funktionierte einmal pro Zündungszyklus und erforderte eine zündungsinitiierte Rückstellung, wenn das System ausgelöst worden war.

Apropos später: Wie ging es beim Fiat Uno Turbo weiter? Im Januar 1987 bekam er einen geregelten Katalysator, die Leistung sank leicht auf 101 PS. Die Uno Turbo-Variante wurde zum allgemeinen Uno-Facelift 1989 ebenfalls neu gestaltet und mit einer Garrett-T2-Turbine, einer Bosch LH-Jetronic-Einspritzung und einer besseren Aerodynamik ausgestattet. Es blieb bei 101 PS, erst im Juli 1991 legte der Uno Turbo Racing mit 1,4 Liter Hubraum und 111 PS Leistung eine Schippe drauf. In Zahlen ausgedrückt: 8,4 Sekunden auf 100 km/h, 200 km/h Spitze, 4,5 Sekunden von 30 auf 50 km/h im dritten Gang.
Wem das noch nicht genug war, konnte sich an den Tuner Novitec wenden. Die Firma verdiente sich erste Meriten mit diversen Leistungskits für den Fiat Uno Turbo. Für gut 12.000 DM inklusive Montage gab es die fetteste Kraftspritze: 1,6 Liter Hubraum, geänderte Nockenwelle, hauseigene Abgasanlage, ein spezieller Ladeluftkühler und diverse andere Maßnahmen sorgten für satte 197 PS.
Bildergalerie: Fiat Uno Turbo

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