Auf dieser Basis beruhen der B1 und der B2

Bollinger Motors stellte im Herbst 2019 zwei kantige Offroader mit Elektroantrieb vor: Der B1 ist ein Elektro-SUV, der B2 ein Elektro-Pick-up. Nun präsentiert das in der Nähe von Detroit beheimatete Start-up-Unternehmen die Plattform vor, auf der beide beruhen. 

Die Stärken von B1 und B2 liegen im Offroad-Bereich. Und die guten Geländeeigenschaften sind offenbar schon im jetzt vorgestellten technischen Basis eingebaut. Bollinger nennt das Chassis die "weltweit erste und einzige elektrische Plattform der Klasse 3". Dabei bezieht sich Klasse 3 offenbar auf eine Offroad-Rennklasse, in der Ford Broncos oder Chevy Trailblazers bei der Baja 1000 antreten.

Die Plattform soll außer für den B1 und B2 auch für künftige Bollinger-Modelle verwendet werden. Außerdem will man sie ab 2021 anderen Herstellern anbieten. Dabei liegen die Vorteile der Plattform in der Geländegängigkeit und in ihrer Flexibilität: Der Radstand, die Batteriegröße, die Zahl der angetriebenen Achsen und die Art der Radaufhängung sind variabel.

Bildergalerie: Bollinger B1 und B2 (2019)

"Als wir unseren erste Klasse-3-B1 bauten, wussten wir, dass die Plattform einen kommerziellen Aspekt hat", sagt Firmenchef Robert Bollinger. "Es können auch völlig neue Truck-Aufbauten auf unser E-Chassis passen und dazu beitragen, die Welt schneller auf vollelektrische Antriebe umzustellen."

Die Plattform ist auf Elektroantrieb ausgerichtet. Sie bietet einen 120-kWh-Akku, der sich optional auf 180 kWh erweitern lässt. Der Onboard-Lader ermöglicht Wechselstrom-Ladeleistungen von 5 bis 15 kW. Daneben ist offenbar auch das Laden mit Gleichspannung möglich, zumindest ist dies bei B1 und B2 möglich. Laut Bollinger-Website sind dabei Ladeleistungen bis 100 kW möglich, 150 kW könnten in der Zukunft drin sein. Die Ladezeiten für B1 und B2 gibt Bollinger mit etwa 8-10 Stunden für den 120-kWh-Akku an (Level 2, das heißt 240 Volt Wechselstrom), das Schnellladen mit Gleichstrom (Level 3) dauert nur 75 Minuten.

Zwei Elektromotoren sorgen für einen Allradantrieb. Aber auch Front- oder Hinterradantrieb sind möglich. Die Fahrzeugbasis verwendet Portalachsen. Diese U-förmigen Achsen mit integriertem Getriebe ermöglichen eine besonders hohe Bodenfreiheit. Es sind aber auch Anwendungen ohne diese Spezialachsen möglich. Die maximale Nutzlast der Plattform liegt bei 2,3 Tonnen.

Bildergalerie: Bollinger E-Chassis (2020)