Serienproduktion in der "Gigafabrik" soll 2023 beginnen

Der VW-Konzern macht den nächsten Schritt zur Fertigung von Batteriezellen in Deutschland: In Salzgitter wurde nun eine Pilotanlage in Salzgitter eröffnet. Richtig los geht es erst Ende 2023 oder Anfang 2024. Dann sollen dort in großem Maßstab Zellen für Elektroautos entstehen.

Für die Fertigung hatte VW im Juni ein Joint Venture mit dem schwedischen Hersteller Northvolt gegründet. Die "Gigafabrik" (die Parallele zu Teslas Gigafactory ist sicher gewollt) soll ab 2020 entstehen. Für den Anfang planen die Partner mit einer von 16 Gigawattstunden (GWh). Das entspricht etwa 275.000 Batterien, wie sie in der mittleren Version des ID.3 eingesetzt werden (58 kWh).

Zunächst arbeiten rund 300 Experten an Entwicklung und Erprobung der Fertigungsverfahren zur Produktion von Lithium-Ionen-Zellen. Bis 2023/24 sollen in Salzgitter dann 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Während es Akkufabriken (zum Beispiel von BMW und Mercedes) bereits seit Längerem in Deutschland gibt, kommen die meisten Batteriezellen für Elektroautos aus China, Taiwan, Südkorea und Japan. Zu den bekanntesten Herstellern gehören LG Chem, CATL, BYD oder Panasonic. BMW und Mercedes bauen in ihren Akkufabriken diese Batteriezellen zu Akkus zusammen. VW dagegen will nun erstmals auch Zellen in Deutschland fertigen lassen. Eine weitere Zellfertigung baut der PSA-Konzern zusammen mit dem französischen Batteriespezialisten Saft (Société des Accumulateurs Fixes et de Traction) auf. Dieses deutsch-französisches Konsortium soll ab 2022 in Frankreich und ab 2024 in Deutschland Akkus produzieren. 

„Die Zusammenführung von Entwicklung, Erprobung und Pilotfertigung der Batteriezelle in Salzgitter bildet einen weiteren Meilenstein in der umfassenden E-Offensive des Volkswagen Konzerns“, sagt VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer. „Durch die Bündelung der Kompetenzen am Standort stellen wir sicher, dass wir die Weiterentwicklung der Batteriezellen als Schlüsselkomponente der Elektrifizierung selbst vorantreiben, neue Standards entwickeln und schnell in die Serienfertigung überführen können.“

Der VW Konzern hat dazu in der Konzernabteilung Komponente das Geschäftsfeld Batteriezelle geschaffen. Hier soll im Zusammenspiel mit Zulieferern die Batteriezelle verbessert werden. Das Spektrum reicht von der Erhöhung der Speicherkapazität über die Reduzierung seltener Rohstoffe und die umweltfreundliche Fertigung bis zum Recycling der Batterien. „Wir entwickeln und fertigen schon heute Leistungselektronik, Batteriesysteme, E-Motoren und Ladesysteme und bauen Recycling-Kompetenz für Batterien auf“, sagt der Chef der Abteilung Komponente, Thomas Schmall. Nun sei man "auf dem Weg, zu einem weltweit führenden Hersteller von E-Komponenten zu werden.“

Bildergalerie: VW-Pilotanlage zur Batteriezellfertigung in Salzgitter