Volvo wollte der 440/460er-Serie keinen Kombi hinzufügen, weil man Angst vor interner Konkurrenz hatte. Einige Karosseriebauer sahen das anders.

Name: Volvo 440/460 Kombi

Premiere: kein offizieller Marktstart

Daten: gebaut auf Basis des Volvo 440/460, ähnliche Motoren und Getriebe

Hintergrund:

Die Geschichte des kompakten Volvo 440, der 2018 sein 30-jähriges Jubiläum feierte, ist sehr interessant, aber nur wenig bekannt. Dazu zählt der Versuch amerikanischer, französischer und niederländischer Karosseriebauer, den Fehler der Skandinavier zu korrigieren - nämlich keinen Kombi auf der Grundlage dieses Modells zu produzieren.

Der 1988 eingeführte und auf der Grundlage des Volvo 480 entwickelte 440 war in der Tat Teil des Projekts, ein Auto der Zukunft mit Frontantrieb zu schaffen. In der "Vierhunderter"-Modellreihe gab es jedoch außer dem dreitürigen (480), fünftürigen (440) und der Limousine (460) kein Auto mit einer wirklich praktischen Familienkarosserie.

Volvo 440/460 Esate

Verschiedene Designbüros und Karosseriebauer boten den Schweden jedoch ihre eigenen Varianten eines kompakten Kombis auf Basis der bestehenden 440/460er-Modelle an. Das Management von Volvo hielt von solchen Initiativen nicht viel, da es die Entstehung eines mittelgroßen Wagens fürchtete, der den Verkauf des 240 Kombi und 740 Kombi beeinträchtigen könnte. Zudem war bereits der 850 in der Entwicklung. Eine der Varianten eines solchen Wagens auf Basis des 440, allerdings nur in Form von Skizzen, lieferte das skandinavisch-amerikanische Studio ASC Detroit, das auch für die Herstellung eines Prototyps eines Volvo 480 Targa bekannt ist. Und es sah fantastisch aus!

Volvo 440/460 Esate

Gleichzeitig ging der französische Aufbauhersteller Heuliez, der später einen konzeptionellen Offroad-Roadster namens Intruder auf Basis der Mercedes G-Klasse entwarf, weiter als andere und baute sogar einen Prototyp einer eigenen Kombiversion auf Basis der Volvo 460 Limousine. Dieses Auto wurde dem Management des Unternehmens vorgeführt, aber man blieb unnachgiebig und lehnte die großartige Idee aus den gleichen Gründen wie zuvor ab.

Volvo 440/460 Esate

Die Antwort auf die Hartnäckigkeit und Unentschlossenheit von Volvo fand sich jedoch in den Niederlanden, wo die lokale Firma Toncar, ohne die Schweden zu informieren, den 440 zum Kombi umbaute. Die Essenz der Änderungen bestand darin, die schräge Heckklappe durch eine neue Fiberglastür mit zusätzlichen Seitenfenstern und Heckscheibe zu ersetzen.

Volvo 440/460 Esate

Wie man auf dem Foto oben gut sieht, blieb die Formgebung entlang des dritten Seitenfensters so wie beim normalen Volvo 440. Durch den rechtwinkligen Zusatz konnte das Heck mit einer größeren Laderaumkapazität aufwarten. Solche Fahrzeuge wurden auf dem freien Markt angeboten, was Volvo nicht gefiel. Die Skandinavier erreichten ein Verbot solcher Modifikationen und des Verkaufs von selbstgebauten Kombis durch Toncar. Bis heute werden sie jedoch manchmal in Anzeigen zum Verkauf auf spezialisierten Websites gefunden.

Quelle: volvotips.com

Bildergalerie: Volvo 440/460 Kombi