Einer der vier Wagen aus Agnelli-Besitz steht auf der Bremen Classic Motorshow

Die Bremen Classic Motorshow (1. bis 3. Februar 2019) eröffnet erneut die Oldtimer-Saison. Eine Sonderausstellung der Messe steht unter dem Motto „Kombi-Nationen" (Halle 5) und stellt eine Fahrzeugkategorie in den Mittelpunkt, die in der Klassikerszene immer mehr Bedeutung gewinnt - Kombis. Ein Exemplar kommt aus Italien und hat eine ganz besondere Geschichte.

Fiat beteiligt sich an der Sonderschau mit einem Fiat 130 Familiare aus dem Besitz von Dr. Umberto Agnelli, dem Bruder von Firmengründer Giovanni Agnelli. Das Fahrzeug wurde 1972 von den auf Sonderkarosserien spezialisierten Experten der Officine Introzzi in Lipomo am Comer See handgefertigt. Als Basis diente die Limousine der Baureihe, zu der Zeit das Topmodell der italienischen Marke. Für standesgemäßen Vortrieb sorgte der V6-Benziner des Fiat 130 Coupé, der aus 3,2 Litern Hubraum 121 kW (165 PS) produzierte. Das Design stammte vom hauseigenen Centro Stile Fiat.

Officine Introzzi stellte nach heutigem Kenntnisstand maximal vier Exemplare des Fiat 130 Familiare her, der Verbleib von drei ist bekannt. Das erste Fahrzeug ging an Giovanni Agnelli persönlich, der den praktischen und edlen Kombi vor allem im Winterurlaub in St. Moritz nutzte. Der charakteristische Dachgepäckträger aus Korbgeflecht diente dem Transport von Skiern. Der silbern lackierte und mit Seitenverkleidungen aus Kunststoff in Holzoptik versehene Kombi gehört heute dem italienischen Sammler Corrado Lopresto. Einen weiteren, nur farblich unterschiedlichen Fiat 130 Familiare schenkte L'Avvocato (der Rechtsanwalt) -, wie Agnelli respektvoll genannt wurde, dem Restaurator Guido Nicola. Nicola war für die große Kunstsammlung Agnellis zuständig, die dieser später der Stadt Turin vermachte. Ein drittes, für Dr. Umberto Agnelli gebautes Exemplar wirkt mit cremefarbener Karosserie und bronzefarbenem Dach sehr elegant.

Bildergalerie: Fiat 130 Familiare