Das Porsche-Museum zeigt erstmals seinen ältesten 911

Wahre Porsche-911-Fans kennen den Mythos rund um die Modellbezeichnung 901. Unter diesem Namen wurde der Sportwagen auf der IAA 1963 in Frankfurt vorgestellt. Auch noch gut ein Jahr später, im Oktober 1964, zeigte Porsche sein neues Produkt als ,901" auf dem Pariser Autosalon. Dort bekam Peugeot Wind von der Sache und erhob Einspruch gegen die Null in der Mitte. Im Nachhinein ein glücklicher Umstand, denn so wurde aus dem 901 der 911. Warum ich Ihnen das alles erzähle? Nun, endlich hat Porsche eine Lücke in seiner Werkssammlung geschlossen und zeigt den restaurierten 901 Nummer 57.

Die magischen 82
Nummer 57? Nun, die Fahrgestellnummer des seltenen Elfers (oder ,Null-Einsers", je nach Sichtweise) lautet 300.057. Aber der Reihe nach: 1963 entstanden 13 Prototypen für Ausstellungen und Versuchsfahrten. Die Modelleinführung des späteren 911 fand im November 1964 statt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 82 Fahrzeuge als 901 gebaut worden, insgesamt entstanden bis Ende 1964 231 Exemplare von 901 und 911. Lange Rede, kurzer Sinn: Einer der 82 Porsche 901 fehlte über fünf Jahrzehnte in der Werkssammlung.

Scheunenfund der besonderen Art
Das änderte sich 2014, als ein Fernsehteam in einer Scheune auf eine längst aufgegebene Autosammlung stieß. Dazu gehörten zwei Porsche 911 aus den 1960er-Jahren. Nach Rückfrage beim Porsche-Museum zeigte sich, dass Nummer 300.057 einer der seltenen 901 war. Als Folge kaufte das Museum beide Fahrzeuge, allein die 57 war 107.000 Euro wert. Drei Jahre dauerte die Restaurierung des stark vom Rost zerfressenen Wagens mit zeitgenössischen Originalblechen. Grundsätzlich ging dabei der Erhalt von Teilen und Fragmenten vor dem Ersatz. Jetzt wird das rote Coupé mit 130 PS aus dem Oktober 1964 bei Porsche der Öffentlichkeit gezeigt. Die Sonderschau ,911 (901 Nr. 57) – Eine Legende nimmt Fahrt auf" ist bis zum 8. April 2018 im Porsche-Museum zu sehen.

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