Seriennaher Wasserstoff-Ausblick auf der IAA 2017

Bereits seit den 1980er-Jahren beschäftigen sich die Ingenieure bei Daimler (damals noch Daimler-Benz) mit der Brennstoffzelle als Fahrzeugantrieb. 1994 stellte man das NECAR 1 vor, 2003 folgte eine A-Klasse-Testflotte. 2011 baute Mercedes 200 Exemplare der B-Klasse F-Cell, welche über zehn Millionen Kilometer in Kundenhand zurücklegten. Doch abgesehen von der Studie F 015 Luxury im Jahr 2015 wurde es still um den sauberen Antrieb. Bis jetzt, denn der GLC F-Cell steht kurz vor der Serienreife. Ein Vorserienmodell wird auf der IAA 2017 (14. bis 24. September) in Frankfurt präsentiert.

GLC F-Cell als Plug-in-Hybrid
Vorerst ergeht sich Mercedes aber lediglich in vagen Andeutungen, ohne wirklich konkrete Details der Technik zu nennen. Gesprochen wird von einer Auslegung als Plug-in-Hybrid. Die Wasserstofftanks sind im aufprallgeschützten Bereich zwischen den Fahrzeugachsen eingebaut und erhalten zusätzlichen Schutz durch einen um die Tanks gelegten Hilfsrahmen. Für den Fall eines Crashs wurden weitere Maßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel ein mehrstufiges Ventilsystem sowie spezielle elektrische Schutzschaltungen zur Absicherung des Hochvolt-Netzes. Die mit dem GLC F-Cell Vorserienmodell durchgeführten Crashtests sollen zeigen, dass ein vergleichbares Sicherheitsniveau wie bei konventionellen Fahrzeugen erreicht wird.

Dünnes Tankstellennetz
Das ein Wasserstoff-Fahrzeug kein günstiger Spaß ist, zeigt Toyota. Dort wird bereits der Mirai angeboten. Sein Preis: 78.600 Euro. Zudem ist die Zahl von Wasserstoff-Tankstellen derzeit noch überschaubar. Insgesamt sind bislang 32 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland fertiggestellt, gefördert durch die Bundesregierung über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP). Der Bund hat sich mit 1,8 Millionen Euro am Bau beider Anlagen beteiligt. Bis 2018 sollen es bereits 100 Stationen sein.

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