Anti-Schleuder-Programm verhindert tödliche Unfälle und wird immer besser

ESP gehört zu den wichtigen Sicherheitssystemen an Bord vieler Autos. Bei Volkswagen ist das System im Fox und Polo optional, in allen anderen Modellen aber Serie. Noch mehr Sicherheit verspricht sich VW von einem System, das ESP plus Lenkimpuls heißt. Während ESP in kritischen Situationen einzelne Räder abbremst und in die Motorsteuerung eingreift, erhält der Fahrer bei dem neuen System zusätzlich eine Lenkempfehlung. Ab sofort kommt diese zweite Generation des ESP im Golf, im Golf Plus sowie im Touran zum Einsatz – und demnächst auch im Jetta.

800-facher Lebensretter
Das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP rettet allein in Deutschland jährlich 800 Autofahrern das Leben – meist ohne dass sie ahnen, in welcher Gefahr sie schwebten. Vier von fünf Schleuderunfällen kann ESP gleich im Ansatz verhindern, so VW. Und wer bei Schleudergefahr nur an Herbst und Winter denkt mit heftigen Regenfällen, Eisglätte und Schnee, unterschätzt die Gefahren gewaltig. So ist der Schleuderschutz still und leise zu einem wichtigen Lebensretter aufgestiegen.

Auch bei schönem Wetter hilfreich
Anhand eines Beispiels lässt sich zeigen, wie das neue ESP hilft: Peter M. kurvt im schönsten Sommerwetter entspannt über eine bergige Landstraße. Bei Tempo 100 steht hinter der nächsten Kurve plötzlich ein Reh auf der Straße. Für den Golf-Fahrer kein Problem: Bremsen, Lenken, Ausweichen sind eins. Doch die beiden rechten Räder rollten einen Moment lang über den unbefestigten Seitenstreifen, die Reifen fanden auf dem lockeren Splitt kaum Grip. Und das beim Bremsen. Die rechten Räder haben weniger Reibung, und wenn Peter M. kein ESP hätte, könnte ein Schleuderunfall die Folge sein. Auch eine Ölspur, Sand oder eine tiefe Pfütze können solche Situationen auslösen.

Instinktive Lenkkorrektur
Und was passiert mit Peter M. und seinem Golf inklusive ESP plus Lenkimpuls? Der Fahrer spürt, dass sein Lenkrad leicht nach links ruckt. Der Fahrer folgt dem Hinweis intuitiv. Das Fahrzeug hat fix wieder festen Asphalt unter den Reifen. Peter M. ahnt von der Gefahr in der er schwebte nichts, registriert wahrscheinlich nicht einmal, dass das ESP-Symbol im Kombiinstrument kurz aufleuchtet. Der eingebaute Schutzengel hat das Fahrzeug trotz des Lenk- und Bremsmanövers, trotz unterschiedlicher Reibwerte ganz stabil in der Spur gehalten.

Ein rechnender Lebensretter
Der Lebensretter ist eine kleine Steuereinheit und löst Rechenaufgaben: Unermüdlich misst das System die Radumdrehungen und gleicht die Werte mit der Kurvensituation ab. Ob man sich in einer Kurve befindet und wie scharf sie ist, erkennt das System aus dem Einschlagswinkel des Lenkrads. Dreht sich eines der vier Räder schneller als es sollte, bremst das System dieses eine Rad gezielt und selbsttätig zurück. Außerdem wird in das Motormanagement eingegriffen.

Gegenlenken für kürzeren Bremsweg
ESP plus Lenkimpuls vermittelt zusätzlich eine Lenkempfehlung. Wozu ist das gut? Um das Ausbrechen des Fahrzeugs von Peter M. auszuschließen, darf das ESP den Wagen nicht so stark abbremsen, wie es die Räder auf der Straße zuließen. Denn: Ohne ein Gegenlenken in die korrekte Richtung würde der Wagen durch das Überbremsen eines Rades ausbrechen. Genau an dieser Stelle setzt das neue ESP mit Fahrempfehlung an: Das System erkennt die Richtung, in die der Fahrer gegenlenken muss, um das Auto ohne auszubrechen optimal verzögern zu können. Das Lenkrad ruckt kurz. Das spürt der Fahrer und führt das klassische Gegenlenken aus. Durch diesen stabilisierenden Eingriff kann der Bremsdruck an den Rädern mit dem größten Grip erhöht werden. Folge: Der Bremsweg wird um bis zu zehn Prozent kürzer.

ESP zur Gespannstabilisierung
Eine weitere Variante des ESP kann sogar noch mehr: Es verhindert das gefürchtete Schlingern bei der Fahrt mit einem Anhänger. Zur Gespannstabilisierung wird ESP aktuell schon im zugstarken Touareg, im Multivan sowie im neuen Passat angeboten.
(sl)

Bildergalerie: Ein Lebensretter steigt auf