Der in Brasilien gebaute VW Bully bekommt ein modernes Aggregat

In Amerika schlagen die Uhren anders, aber mittlerweile schneller. Während der letzte VW Käfer 2003 in Mexiko vom Band rollte, wird der Bus T2 bis heute in Brasilien produziert. Bis jetzt begleitete das unverwechselbare Käfer-Sirren den Bully, aber nun ist damit Schluss: Ab sofort ersetzt ein wassergekühlter 1,4-Liter-Reihenvierzylinder den luftgekühlten Boxermotor.

Im Käfer und Bus: Über 27 Millionen
Als Ferdinand Porsche in den 30er-Jahren den luftgekühlten Boxermotor konstruierte, konnte er kaum ahnen, dass sich der Vierzylinder zu einem der meist gebauten Motoren der Welt entwickeln würde. Allein im Käfer und im VW Bus kam das Aggregat über 27 Millionen Mal zum Einsatz. In dieser Zahl nicht enthalten sind beispielsweise die Karmann-Modelle sowie die zahlreichen ,Stationärmotore" an Maschinen und Austauschmotore.

Letzter Einsatz im T2
Der VW Bus Kombi der zweiten Generation war weltweit der letzte VW mit dem luftgekühlten Boxermotor. In Brasilien kam der ,Luftmotor" zum ersten Mal 1953 zum Einsatz, als er in den ersten Fusca-Modellen eingebaut wurde. Im September 1957 wurde dann der VW Bus Kombi (T1), der erstmals in komplett brasilianischer Fertigung von Band lief, mit ihm ausgestattet.

In Deutschland seit den 80er-Jahren weg
In Deutschland kam das Ende für den luftgekühlten Boxer-Motor bereits in den frühen 80er-Jahren. Nach über 30 Jahren wurde er in der dritten VW Bus-Generation durch eine komplett neu entwickelte, wassergekühlte Boxer-Version abgelöst. Zudem führte die Entwicklung von hochdrehenden Dieselmotoren und deren Verbrauchsvorteile im Vergleich zum Ottomotor zu einer steigenden Akzeptanz des Selbstzünders im leichten Nutzfahrzeugsegment. Eine Entwicklung, die Volkswagen beim VW Bus mit dem Einbau des Diesel-Reihenmotors aus dem Golf Rechnung trug.

Sondermodell zum Abschied
Dem ,Weltmotor" mit seinem unverwechselbaren Sound ist mit seinem Auslauf nun das Sondermodell Prata gewidmet. Es unterscheidet sich unter anderem in der Farbe "Silber Light Metallic" und den grünen Fenstern mit der getönten Windschutzscheibe von seinen Serien-Pendants. Die Vorderseite, der Grill, die Stoßstangen und die Fassungen der Scheinwerfer sind zudem in "Grau Cross" gehalten.

Boxer liefert 58 PS
Sein luftgekühlter Boxer-Motor hat einen Hubraum von 1.584 Kubikzentimetern. Mit einer elektronischen Multipoint-Einspritzung entwickelt er eine Leistung von 58 PS bei 4.200 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment von 111 Newtonmetern liegt bei 2.600 Umdrehungen pro Minute an.
(hd)

Bildergalerie: VW: Boxer-Stopp