125 PS starkes Dreirad könnte für unter 17.000 Dollar auf den Markt kommen

Auf der Frankfurter Automesse IAA im September 2005 stellte Peugeot die Studie eines Dreirads vor. Anders als die bekannten Trikes hatte der 20Cup zwei Räder vorne und eines hinten. Eine ähnliche Studie zeigt VW nun auf der Los Angeles Auto Show vom 6. bis 15. Januar 2006. Im Unterschied zu dem Peugeot, der eine Studie auf dem Weg zum demnächst startenden 207 war, könnte der GX3 jedoch tatsächlich auf den Markt kommen – allerdings wohl nur in den USA.

Besonders für die Carpool-Lane geeignet
Denn der GX3 eignet sich besonders gut für die in den USA typischen Carpool-Lanes. Diese in vielen US-Großstädten eingeführte Fahrspur ist Motorrädern, Hybridfahrzeugen, Fahrgemeinschaften und öffentlichen Transportmitteln vorbehalten. Der GX3 ist zwar ein Zweisitzer, aber er darf auch dann auf der Carpool-Lane gefahren werden, wenn man alleine unterwegs ist.

Fast so schnell wie ein Porsche 911
Doch der GX3 bietet noch andere Vorteile. Er wird von einem 125 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder angetrieben. Durch das niedrige Fahrzeuggewicht von 570 Kilo ergibt sich ein Leistungsgewicht von 4,56 Kilo pro Pferdestärke. Zum Vergleich: Ein Porsche 911 hat ein Leistungsgewicht von 4,52, ist also nur unwesentlich besser. So spurtet der GX3 in 5,7 Sekunden auf 100 km/h. Hinzu kommt der niedrige Verbrauch von 5,2 Litern auf 100 Kilometer – ein 911 verbraucht mehr als doppelt soviel. Und während der 911 in den USA 71.300 Dollar kostet, soll es den GX3 schon für unter 17.000 Dollar geben. Ob der GX3 allerdings wirklich in Serie geht, hängt von der Reaktion der Amerikaner auf die Präsentation auf der Messe ab.

Frei stehende Vorderräder
Die Antriebskraft des Motors wird über ein Sechsgang-Getriebe und Kettenantrieb an das Hinterrad mit einem Reifen der Größe 315/30 R18 weitergeleitet. Es ist wie bei Motorrädern an einer Einarmschwinge aufgehängt. Die Vorderräder mit Reifen der Dimension 215/45 R17 werden wie bei Autos an einer Doppelquerlenkerachse geführt. Die Räder stehen – anders als bei dem sonst recht ähnlichen Peugeot 20Cup – frei. Deswegen fallen die goldfarben und schwarz eloxierten Achskomponenten ins Auge.

Design zwischen GP-Bikes und Formel 1
Aber nicht nur die Radaufhängung spiegelt die Stellung des GX3 zwischen Motorrad und Auto wider. Auch das Design ist inspiriert durch Grand-Prix-Motorräder und Formel-1-Rennwagen. Beispiele sind ein motorradartiger Doppelauspuff über dem breiten Hinterrad, die freiliegenden Vorderräder und die mattsilberne Lackierung. Vorne fällt ein spiegelnder Kunststoffeinsatz in der Haube auf, in den die LED-Scheinwerfer integriert sind. Die Frontpartie zeigt eine klare V-Linie, die vage an den neuen VW-Grill erinnert. Hinter den zwei Sitzen ragen zwei Überrollbügel in die Luft.

Wie beim GTI: Golfball als Schaltknauf
Im Innenraum fallen ebenfalls GTI-Elemente auf. Da ist zum Beispiel der an einen Golfball erinnernde Schaltknauf, der beim GX3 allerdings aus Edelstahl besteht und innen hohl ist.

Spartanisches Interieur
Ansonsten ist das Interieur spartanisch gehalten, ähnlich wie bei klassischen Roadstern. Der Fußraum wirkt seltsam leer und das Lenkrad betont mit seiner Metallrahmenkonstruktion ebenfalls die sportliche Härte. Auf der Fahrerseite findet sich ein Fünfpunktgurt. Die Rundinstrumente sind in der Mitte des Armaturenbretts angeordnet. An Motorräder mit Transportboxen oder an minimalistische Roadster erinnert auch die Größe des Kofferraums, der sich hinter den Sitzen befindet: Gegen dessen Volumen von 80 Litern wirkt der Stauraum in einem Cabrio üppig.

Rohrrahmen aus Stahl mit Fiberglasverkleidung
Die Grundstruktur des GX3 wird von einem hochfesten und verwindungssteifen Rohrrahmen (Space-Frame) gebildet. Anders als etwa beim Space-Frame von Audi bestehen die Rohre allerdings nicht aus Aluminium, sondern aus Stahl. Die Rohre werden innen wie außen mit Fiberglas verkleidet.

Erstes von mehreren Modellen für die USA?
Konzipiert wurde der GX3 von einer internationalen Gruppe von Ingenieuren, Designern, Produktions- und Vertriebsexperten in Kalifornien. Denn neben den in Deutschland entwickelten und in den USA angebotenen Modellen sollen künftig verstärkt ganz speziell auf die Belange der US-Kunden zugeschnittene Volkswagen entstehen.
(sl)

Schneller mit drei Rädern