Dodge: Mit Groß-Kaliber in die europäische Golfklasse
Dodge: Markenstart in Europa am 10. Juni 2006. Test des neuen Caliber
Geborgen im soliden Auto
Schon vor dem Einsteigen fällt auf: Der Neue steht kraftvoll auf der Straße. Leuchten, Außenspiegel, Räder: Alles ist etwas größer als bei einem Golf, Focus oder Astra. Das wirkt Vertrauen erweckend solide. Geborgen fühlt man sich drinnen durch die hohe Bordwand, jedoch beschränken die kleinen Fenster und die eingezogenen Dachsäulen das Raumgefühl. Das Resultat: Man steigt angenehm hoch ein, sieht aber schlecht nach draußen. Vor allem die bullige Motorhaube bleibt unsichtbar.
Weltmotor in zwei Größen
Unter der Haube des Testwagens steckt ein Zweiliter-Vierzylinder und damit der Stärkere der beiden bei Markteinführung lieferbaren Benziner aus der Weltmotoren-Familie. Beide Benziner entstammen einer Partnerschaft mit Hyundai und Mitsubishi. Gerade einmal sechs PS trennen das Aggregat im Testwagen von der 1,8-Liter-Einstiegsversion. Die Stärke des Motors ist seine mechanische Laufruhe, bei Standgas ist er kaum hörbar. Bis in hohe Drehzahlen verkneift sich der Zweiliter Vibrationen und Schütteleien.
Schwach: Zweiliter-Benziner
Definitiv ungewohnt sind die Akustik und der Gummiband-Eindruck beim kräftigen Beschleunigen: Der Motor plärrt blechern-gequält auf, wenn ihn das stufenlose CVT-Getriebe in hohe Drehzahlen zwingt. Das lässt sich allerdings per Auto-Stick-Funktion mit manuellen Schalteingriffen beheben. Der Motor jedoch bleibt untenrum ein kraftloser Geselle, da sich erst bei 5.100 U/min die maximal möglichen 190 Newtonmeter einfinden.
Platz satt und coole Extras
Wichtiger als Newtonmeter sind bei einem Kompaktwagen jedoch die Zentimeter im Innenraum. Und da hat der Dodge einiges zu bieten: Dank großzügiger Außenmaße und geschicktem Package finden vorne und hinten auch große Menschen einen angenehmen Platz zum Verreisen. Die Rückbank ist bei den Ausstattungen SE und SXT geteilt umklappbar, zusätzlich kann die Lehne um zwölf Grad geneigt werden. Mit der umlegbaren Beifahrersitzlehne lassen sich bis zu zwei Meter lange Gegenstände einladen. Zwei Extras empfehlen den Dodge als coolen Citycruiser: Die Chill-Zone-Box im Handschuhfach kühlt vier Halbliterflaschen auf einmal. Und mit Music-Gate-Power kann man zwei soundstarke Lautsprecher aus der Heckklappe zaubern.
Lenkung ohne Gefühl
Dazu passt das komfortable Fahrwerk, das Löcher und Wellen gut schluckt, ohne zu wanken. Übertrieben leichtgängig ist die Lenkung, die direkt und handlich ist, aber jedes Gefühl für die Straße vermissen lässt. Schade, denn bei Bedarf kann der Dodge recht schnell auch um enge Ecken wetzen, ohne allzu stark zum Kurvenaußenrand zu streben. Auch bei kräftigem Gasgeben in engen Kehren greifen die 18-Zoll-Reifen sofort.
Motor-Alternative: Zweiliter-TDI
Alternativ zu den Benzinern bietet Dodge den Zweiliter-TDI von VW an. Unter gedämpftem Knurren schiebt die Maschine mit 310 Newtonmetern schon von tief unten kräftig an. In Kombination mit dem etwas knochigen aber exakt schaltbaren Sechsganggetriebe hat der Diesel genau das richtige Kaliber für den Caliber. Auch die Lenkung agiert bei der Dieselvariante eine Spur exakter. Da beim CRD rund 70 Kilo mehr auf der Vorderachse lasten, die Lenkung jedoch identisch ist, lässt diese mehr Rückmeldung zu. Mit mehr Kraft und exakterem Handling ist der CRD also eine echte Alternative. Bis auf einen Schönheitsfehler: Der Partikelfilter kostet 750 Euro Aufpreis.
(ao)
Wertung
Preisliste
|
Dodge Caliber |
|
| Grundpreis: | 14.990 Euro |
| Dodge Caliber S 1.8 (150 PS) | 14.990 |
| Dodge Caliber S 2.0 CRD (140 PS) | 17.590 |
| Dodge Caliber SE 2.0 CVT (156 PS) | 18.000 |
| Dodge Caliber SE 2.0 CRD (140 PS) | 18.590 |
| SE Zusätzlich zu S: Außentemperaturanzeige mit Kompass, Beifahrersitz umklappbar, Kofferraumabdeckung, 3 Kopfstützen hinten, Rücksitzlehne neigungsverstellbar |
1.110 |
| SXT Zusätzlich zu SE: Nebelscheinwerfer, Radio mit CD-Player, 6,5x17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Tempomat |
2.200 |
| Luxury-Paket Multifunktions-Lederlenkrad, Teil-Ledersitze, Radio mit 6-fach-CD-Wechsler uvm |
2.025 |
| Design-Paket (nur für SE) 6,5x17-Zoll-Leichtmetallräder, Fußmatten vorn und hinten, Radio mit 6-fach-CD-Wechsler |
740 |
| Sport-Paket (nur für SXT) 7x18-Zoll-Leichtmetallräder, Boston Acoustics Soundsystem (6 Lautsprecher, ein Subwoofer, zwei klappbare Lautsprecher in der Heckklappe), Multifunktions-Lederlenkrad, Radio mit 6-fach-CD-Wechsler uvm. |
1.760 |
| Luxury-Paket (nur für SXT) Multifunktions-Lederlenkrad, Radio mit 6-fach-CD-Wechsler, Sitze in Teilleder, Sitzheizung vorn, Lendenwirbelstütze für Fahrer, Teppich-Kofferraummatte uvm. |
2.050 |
| Boston Acoustics Soundsystem | 490 |
| elektrisches Glasschiebedach (nur für SXT) | 820 |
| Klimaanlage mit Kühlbox (Serie bei 2.0 CRD) | 890 |
| Metallic-Lackierung | 460 |
| Audioanlage mit integriertem DVD-Navigationssystem | 2.499 |
| Dieselpartikelfilter für 2.0 CRD | 750 |
Datenblatt
| Motor und Antrieb | |
| Motorart | Vierzylinder-Reihenmotor DOHC |
| Zylinder | 4 |
| Ventile | 4 |
| Hubraum in ccm | 1.998 |
| Leistung in PS | 156 |
| Leistung in kW | 115 |
| bei U/min | 5.100 |
| Drehmoment in Nm | 190 |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Getriebe | stufenloses CVT-Getriebe mit sechs manuell anwählbaren Gängen (Auto Stick) |
| Maße und Gewichte | |
| Länge in mm | 4,.15 |
| Breite in mm | 1.800 |
| Höhe in mm | 1.535 |
| Radstand in mm | 2.635 |
| Leergewicht in kg | 1.360 - 1.425 |
| Zuladung in kg | 505 - 570 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 524 |
| Kofferraumvolumen, variabel in Liter | 1.339 |
| Dachlast in kg | 68 |
| Tankinhalt in Liter | 51 |
| Kraftstoffart | Normalbenzin |
| Fahrleistungen / Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 186 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 11,3 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 8,1 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 10,1 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 6,9 |
| Schadstoffklasse | Euro 4 |
Bildergalerie: Ami cool: Dodge Caliber
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