Jeep Wranger leistet sich Schwächen bei Versuch des Sicherheitsinstituts IIHS

Kompakte SUVs sind nicht nur bei uns, sondern zunehmend auch in den USA beliebt als die sparsamere Variante zu großen Softroadern. Ein weiterer Kaufgrund ist für viele die vermutete höhere Crashsicherheit. Aber sind SUVs wirklich so sicher, wie mancher Käufer glaubt? Einen Baustein zur Beantwortung dieser Frage liefert der jüngste Crashtest des US-amerikanischen Sicherheitsinstituts IIHS. Das Insurance Institute for Highway Security ist eine von US-amerikanischen Versicherungsunternehmen gegründete Institution, die seit 1995 die Sicherheit von Autos testet. Die Besonderheit der IIHS-Tests gegenüber dem EuroNCAP-Crashtest: Es wird nicht nur ein Frontal- und Seitenaufprall untersucht, es gibt auch eine Sicherheitseinschätzung zu den Sitzen und Kopfstützen für den Fall eines Heckaufpralls.

Acht SUVs untersucht
Unter den acht vom IIHS untersuchten SUVs sind der VW Tiguan, der Mitsubishi Outlander, der Suzuki Grand Vitara, der Jeep Patriot und der Jeep Wrangler. Die übrigen drei Autos – Ford Escape, Nissan Rogue und Chevrolet Equinox – werden bei uns nicht angeboten. Während bei EuroNCAP maximal fünf Sterne für die Crashsicherheit vergeben werden, gibt es bei IIHS die Noten Gut, Akzeptabel, Grenzwertig und Mangelhaft. Die Autos mit den besten Ergebnissen erhalten außerdem die Auszeichnung ,Top Safety Pick".

Besonderes Lob für VW Tiguan
Neben den zwei US-Modellen Ford Escape und Nissan Rogue erhielten diesmal der Mitsubishi Outlander und der VW Tiguan das Lob. Outlander und Tiguan schnitten bei Frontal- und Seitencrash mit Gut ab. Dieselbe Note bekamen sie bei der Beurteilung der Heck-Crashsicherheit. Der Tiguan überzeugte besonders: ,Bei den jüngsten Tests ist die Leistung des Tiguan hervorragend. Beim Frontaufprall mit 40 Meilen pro Stunde (64 km/h) und 40 Prozent Überdeckung hat der Tiguan unser Testprogramm ohne Punktabzug für Intrusionen in die Fahrgastzelle oder mögliche Verletzungsgefahren überstanden", erklärte IIHS-Präsident Adrian Lund.

Alle getesteten Autos mit serienmäßigem ESP
Allgemein freut sich das IIHS über die verbesserte Crashsicherheit bei den getesteten Autos. Zum ersten Mal bei einem IIHS-Crashtest sind alle getesteten Fahrzeuge serienmäßig mit dem Stabilitätssystem ESP ausgestattet – das Sicherheitssystem hält also nun auch in amerikanische Autos Einzug. Auch die Noten werden besser. In der Mitte der 90er-Jahre bekamen noch wenige Fahrzeuge die Bestnote beim Frontalaufprall, heute fast jedes. Seit das IIHS auch Seitencrashs durchführt, verbessert sich auch hier die Sicherheit, so das IIHS. Eine Ausnahme ist der diesmal getestete Jeep Wrangler, der ohne die in den USA optionalen Seitenairbags getestet wurde. Er bekam die schlechteste Note – unter anderem, weil sich die Fahrertür beim Aufprall öffnete. Dies kann dazu führen, dass Insassen bei einem Unfall herausgeschleudert werden.

Patriot: Verbesserung durch Torsoairbags
Der Jeep Patriot hat in den USA serienmäßige Vorhangairbags. Zusätzlich sind Airbags erhältlich, die Brust und Unterleib schützen. Das Modell wurde mit und ohne diese Torsoairbags getestet. Ohne sie erhielt der Patriot die Note Grenzwertig, mit den Extraluftsäcken ergab sich ein Gut. Mit durchwachsenem Ergebnis schnitt der Suzuki Grand Vitara ab.

Frontalcrash bei 64 km/h
Wie das EuroNCAP-Gremium fährt das IIHS beim Frontalcrash die Autos bei 40 Meilen pro Stunde (64 km/h) mit Überdeckung gegen eine Barriere. Die Bewertung basiert auf der Messung des Eindringens von Teilen in die Passagierkabine und den Messungen an dem Dummy auf dem Fahrersitz. Außerdem wird anhand eines Zeitlupenfilms analysiert, wie das Rückhaltesystem die Dummy-Bewegung beeinflusst.

Crashtest mit beweglicher Barriere
Die Seitencrash-Bewertung basiert auf einem Crashtest, bei dem die Flanke des Autos von einer Barriere getroffen wird, die sich mit 31 Meilen pro Stunde (50 km/h) bewegt. Vom Aufprallverhalten her entspricht diese Barriere der Front eines Pick-ups oder SUVs. Die Bewertungen beruhen auf den Messungen an zwei Dummys und einer Beurteilung der Maßnahmen gegen Kopfverletzungen sowie der strukturellen Stabilität der Karosserie.

Beurteilung der Sitze und Kopfstützen
Die Heckcrash-Beurteilung schließlich basiert auf einer Vermessung der Kopfstützengeometrie, insbesondere der Höhe der Stütze und des Abstands vom Kopf eines durchschnittlich großen Insassen. Sitz-Kopfstützen-Kombinationen mit guter oder akzeptabler Benotung werden dynamisch an einem Dummy getestet, der über eine Messvorrichtung für Kräfte am Genick verfügt.

SUVs im Crashtest