Sieben-Gänge-Menü: Neue Audi S tronic in der Mittelklasse
Doppelkupplungsgetriebe für den Längseinbau kommt Ende 2008
Automaten-Familie
Mit dem neuen Getriebe rundet Audi die umfangreiche Palette von Automaten ab, die neben Produkten mit der Doppelkupplungstechnik auch klassische Drehmomentwandler (tiptronic), CVT-Getriebe (multitronic) sowie das automatisierte Schaltgetriebe R tronic des Audi R8 enthält. Eine S tronic genannte Doppelkupplung brachte Audi erstmals 2003 im TT 3.2 quattro auf den Markt. Inzwischen bieten die Ingolstädter diese Technik in zwei Versionen für den Quereinbau an. Am unteren Ende des Leistungsspektrums gibt's die Siebengang-S-tronic, die erstmals mit trocken laufenden Kupplungen daherkommt. Sie wird im A3 und, unter dem Namen DSG, in seinem Konzernbruder VW Golf verbaut und ist für Drehmomente bis 250 Newtonmeter gut. Darüber hinaus bietet Audi die etwas ältere Sechsgang-S-tronic mit nass laufenden Kupplungen an. Sie verträgt maximal 350 Newtonmeter und wird beispielsweise im Audi TTS verbaut.
Hart im Nehmen
Im Gegensatz zu den kleineren Automaten fallen die leistungsmäßigen Einbaubeschränkungen des neuen Systems denkbar klein aus: Bis zu 550 Newtonmeter Drehmoment und eine maximale Motordrehzahl von 9.000 Touren verdaut die neue S tronic, die ebenfalls auf nass, also im Ölbad, laufende Kupplungen setzt. Mit dem Hochdrehzahl-V8 des Audi S5 hat sie demnach keine Probleme. Genau diese Kombination konnten wir schon vorab auf der Rennstrecke antesten. Anders als die Sechsgang-S-tronic kommt der neue Automat ohne eigene Sportschaltstufe. Das Ansprechverhalten des Getriebes wird stattdessen über zwei Setup-Tasten am Armaturenbrett geregelt, die gleichzeitig Parameter wie Lenkunterstützung oder Fahrwerkshärte steuern. Geschaltet wird – wie üblich – entweder am Wählhebel oder mit den am Lenkrad fixierten Wippen. Für die Fahrt auf der letzten Rille ist diese Lösung nicht gerade ideal, da die Schaltpaddel zu klein ausfallen und bei Lenkmanövern teilweise schlecht erreichbar sind. Feststehende, an der Lenksäule befestigte Wippen wie etwa im Mitsubishi Lancer Evo wären hier eine bessere Lösung.
Leichte Bevormundung
Auf der Strecke fallen die Gangwechsel perfekt aus und erfolgen auch im sportlichsten Modus fast unmerklich. Beim harten Anbremsen vor der Kurve wird aber deutlich, wer das letzte Wort hat: Die Elektronik sperrt sich bereits um 4.800 Touren gegen das Herunterschalten. Laut Audi ist sie so konditioniert, dass der kleinere Gang nur dann eingelegt wird, wenn nach dem Herunterschalten das Drehzahlniveau mindestens 1.000 Touren unterhalb des Begrenzers liegen würde. Extremsportler dürften dies als Bevormundung empfinden. Wer allerdings hauptsächlich auf der Straße unterwegs ist, findet derzeit nur schwer ein besseres Automatikgetriebe. Die Preise stehen noch nicht fest, allerdings plant Audi einen ähnlichen Aufpreis wie für die quer eingebaute S tronic. Automatikfans müssen sich also auf Extrakosten von zirka 2.200 Euro einstellen.
Bildergalerie: Neue Audi S tronic
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