G-Power verwandelt das große SUV in den ,Typhoon RS ultimate V10"

Waren bis vor kurzem im Tuningbereich 600 PS eine klare Ansage, so haben mittlerweile Leistungsdaten von über 700 PS keine Seltenheit mehr. Zirka 70 Kilometer nördlich von München schickt sich der BMW-Veredler G-Power an, Mercedes-Tuner Brabus als Hersteller des schnellsten SUVs abzulösen. 900 PS soll der aufwendig getunte BMW X6 M namens ,Typhoon RS ultimate V10" leisten. Er wird in Aresing unter anderem auf Hinterradantrieb umgerüstet und nur fünf Mal gebaut.

Motortausch: V10 statt V8
Die Oberbayern entschieden sich dafür, den Bi-Turbo-V8-Motor des X6 M gegen den Fünfliter-V10-Motor der M GmbH zu tauschen. Bekannt wurde das Aggregat durch den im Zuge des Modellwechsels beim 5er BMW eingestellten M5 der vorigen Baureihe. Noch wird es im M6 angeboten, doch wenn demnächst die Produktion der letzten Modelle mit dem V10 ausläuft, wird es bei BMW keinen Zehnzylinder mehr geben. Daher hat die Verwendung des Zehnzylinder-Aggregats für G-Power auch eine emotionale Komponente. Denn nicht nur die Leistungsentfaltung überzeugt die Oberbayern, auch die historische Bedeutsamkeit ist ein Faktor.

Kompressorpower für den V10
Den V10 reizen die Spezialisten dann auch richtig aus. Dank neuer, geschmiedeter Kurbelwelle wächst der Hubraum auf 5,5 Liter. Durch zwei Kompressoren plus Ladeluftkühlersystem wird die Maschine unter Druck gesetzt. Eine Kennfeldoptimierung sorgt für die elektronische Abstimmung. Das auf diese Weise 900 PS produzierende Kraftpaket übt so starken Druck auf seine Mechanik aus, dass neue Hochleistungsschmiedekolben, Pleuel und Kolbenbolzen von Nöten sind.

Von Null auf Hundert in 4,2 Sekunden
870 Newtonmeter werden nach dem Tunereingriff mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe verwaltet. Denn die Automatik des BMW X6 M verweisen die Aresinger ins Ersatzteillager. Ebenfalls auf die Ersatzbank geschickt wird der BMW-Allradantrieb xDrive. Beim Typhoon RS ultimate V10 wird ganz sportwagen-like die Hinterachse angetrieben. In Sachen Fahrwerte verspricht der Autoveredler eine Spurtfähigkeit von 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und in 13 Sekunden auf 200. Als Höchstgeschwindigkeit gibt er über 330 km/h an. Um Gewicht einzusparen, erhält der aufgemotzte X6 eine neue Abgasanlage aus Titan. Abgebremst werden die 900 Pferdchen mit Hilfe einer neuen Bremsanlage bestehend aus 410 Millimeter-Karbon-Keramik-Bremsscheiben und Sechskolben-Bremssätteln. Nach Aussagen des Autoveredlers soll sie nur halb soviel wiegen wie das Seriensystem.

Breites Erscheinungsbild
Für eine eindrucksvolle Präsenz auf der Straße soll ein Wide-Body-Kit sorgen. Es besteht aus Schürzen und Spoilern an Front und Heck sowie Kotflügelverbreiterungen. Darunter passen dann auch die 23-Zöller mit Reifen im Format 315/25, welche die Kraft des Typhoon RS ultimate V10 auf die Straße bringen müssen. Alle fünf Exemplare des Typhoon RS ultimate V10 kommen mit einer Motorhaube aus Karbon.

Sportlich-edles Interieur
Die Passagiere reisen in gewichtsoptimierter Umgebung: Vier Einzelsitze aus Karbon sollen gegenüber der Ausgangsbasis 150 Kilogramm einsparen. Gleichwohl sollen Mitreisende nicht leiden. Einen Beitrag dazu will die handgefertigte Innenraumausstattung aus Leder leisten, deren Design der typischen Karbonstruktur nachempfunden ist. Zweifarbige Nähte kennzeichnen alle Lederkomponenten- und Verkleidungen. Der Autoveredler kombiniert die Häute außerdem mit verschiedenen Karbonkomponenten, zum Beispiel bei der Türverkleidung. Aus Karbon besteht ebenfalls die neue Mittelkonsole, die gleichzeitig ein aufwendiges Entertainmentsystem beherbergt. Der Fahrer darf den Über-X6 mit einem Sportlenkrad dirigieren.

Exklusivität hat ihren Preis
Dass alle Modifikationen – auch angesichts der geringen Auflage – nicht zum Schnäppchenpreis erhältlich sind, dürfte einleuchten. Bleibt also die Frage: Was kostet der? Bitte festhalten: 803.250 Euro.

Kompressorhammer