Tuner spendiert dem Kompakten eine bessere Traktion und 400 PS

Die Topmodelle RS und RS500 der jüngst abgelösten Generation des Ford Focus hatten ein Manko: Die Gewalt von 305 beziehungsweise 350 PS ihres 2,5-Liter-Fünfzylinderturbos sowie bis zu 460 Newtonmeter fielen ausschließlich über die Vorderachse her. Wolf Racing tritt dem entgegen: Der Tuner baut den Kompakten kurzerhand zu einem Allradler um und lässt Rallye-Gefühle aufkommen.

Umbau auf Allrad-Antrieb
Für den Umbau auf den Allrad-Antrieb bedient sich Wolf beim Ford-SUV Kuga, dessen Hinterachs-Komponenten verwendet werden und der mit dem Focus technisch eng verwandt ist. Traktionsprobleme sind – auch dank einer zudem verbauten Lamellen-Differenzialsperre – so gut wie kein Problem. Bei einer Probefahrt auf dem Hockenheimring zeigte sich das System rennstreckentauglich. Zwar jammerten die Reifen beim Beschleunigen aus Spitzkehren auch im dritten Gang noch, doch im Gegensatz zum Serien-RS hat Wolf das Zerren an der Vorderachse komplett ad acta gelegt. Der Allrad-Focus zieht schnurgerade ohne nötige Lenkkorrekturen davon. Einzig während des Rangierens bei Schrittgeschwindigkeit spürt man eine Verpannung des Antriebs, die sich in Ruckelbewegungen äußert. Der aufwendige Umbau hat seinen Preis: 13.900 Euro werden dafür aufgerufen.

Fünfzylinder wird noch stärker
400 PS holt Wolf durch Änderungen am Motormanagement, dem Turbolader, der Benzinversorgung und den Einspritzdüsen aus dem Motor. Das Drehmoment steigt um beinahe ein Drittel auf 579 Newtonmeter. Die Leistungssteigerung kostet 3.900 Euro, dazu kommen jeweils 950 Euro für einen großen Ladeluftkühler und ein Ölkühler-Kit. Dank einer Wolf-Abgasanlage für 1.950 Euro inklusive Sportkatalysator klingt das Fünfzylinder-Stakkato noch brutaler.

Karbon-Optik und neue Felgen
Das Äußere des Focus ergänzt Wolf um Anbauteile in Karbon-Optik, die für 1.650 Euro zu haben sind. Dazu kommen Design-Streifen und neue Felgen in Mehrteileroptik. Es gibt die Rundlinge in 20 Zoll, doch sind sie auch in 18 und 19 Zoll erhältlich. Zur Wahl stehen verschiedene Finishes von ,Anthrazit matt" über ,Silber poliert" bis zu ,Schwarz matt". Vier 8,5x19 Zoll große Exemplare der silberfarbenen Ausführung mit poliertem Edelstahlaußenbett kosten 1.396 Euro. Einen Satz 20-Zöller gibt es ab 1.596 Euro. Ein Gewindefahrwerk bringt den RS dem Asphalt zwischen 30 und 50 Millimeter näher. Dafür addiert Wolf auf der Rechnung weitere 1.550 Euro.

Innen mit Alu-Akzenten
Den Innenraum des Focus veredelt Wolf ebenfalls: mit einer Aluminium-Pedalerie aus dem eigenen Haus für 190 Euro, einem Alu-Handbremshebel für 85 Euro und einem beleuchteten Schaltknauf, der den momentan eingelegten Gang anzeigt und 169 Euro kostet.

Limitierte Auflage
Wer noch einen Wolf RS 400 Allrad haben will, muss sich sputen. Zehn wurden laut Geschäftsführer Uwe Wolf schon gebaut, 20 sollen insgesamt entstehen. Seinen Angaben zufolge stehen die Interessenten Schlange.

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