Neuer Verbrauchsrekord bei Autos mit Ottomotor?

Auf der Frankfurter Automesse IAA (15. bis 25. September 2011) zeigt Fiat den neuen Panda. Die dritte Generation des schon 1980 eingeführten Modells wächst gegenüber dem Vorgänger, wird sparsamer und soll auch sicherer geworden sein. Das neue Design modernisiert den Look, ohne den Charakter des robusten, vielseitigen Begleiters zu verdrängen, so Fiat.

Elf Zentimeter länger
Der neue Panda wuchs im Vergleich zum Vorgänger um elf Zentimeter auf 3,65 Meter Länge. Während der alte Panda exakt so lang war wie der kommende VW-Kleinstwagen Up! ist die neue Version nun größenmäßig überlegen. Auch die Breite und sogar die bisher schon recht üppige Höhe des Panda legten noch ein paar Zentimeter zu. Die Folge sind ein gewachsenes Platzangebot für Passagiere und Gepäck. Der Panda bietet nun fünf Personen Platz – bisher war er ein Viersitzer. Die Rücksitzbank kann geteilt umgeklappt sowie in der Länge verschoben werden. Die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich nach vorne klappen und als Tisch verwenden. Mit der optionalen ,Cargobox" für den Kofferraum ergibt sich ein nahezu ebener Ladeboden von der Heckklappe bis zum Armaturenbrett. Wie beim Ur-Panda ist das Handschuhfach als geräumige Tasche ausgeführt.

Bald mit fünf EuroNCAP-Sternen?
Wesentlicher ist: Das neue Modell soll mehr Sicherheit bieten. Das war auch bitter nötig, denn der 2003 eingeführte Panda der zweiten Generation erreichte im EuroNCAP-Crashtest nur drei Sterne. Da der Fiat 500 fünf Sterne hat, sollte der Panda die Maximalwertung auch erreichen können. Für die aktive, das heißt vorbeugende Sicherheit soll es bald einen Notbremsassistenten geben, der bei Geschwindigkeiten unterhalb von 30 km/h Hindernisse erkennt und das Fahrzeug automatisch abbremst. Ähnliche Systeme offerieren Ford im Focus sowie Volvo zum Beispiel im S60, und VW kündigt eines für den kommenden Up! an.

Rekordverdächtige Zweizylinder
Das Motorenangebot im Panda wurde um zwei Zweizylinder aus der TwinAir-Familie erweitert. Die vom Fiat 500 und Lancia Ypsilon bekannte, aufgeladene Version liefert hier 85 PS. Dazu kommt eine völlig neue Saugmotor-Variante mit 65 PS. Beide Versionen sind mit Start-Stopp-Automatik ausgestattet. Zu den Verbräuchen teilt Fiat noch nichts mit, doch dürften sie eher noch niedriger liegen als beim 500 TwinAir. Dieser verbraucht mit dem 900-Kubikzentimeter-Turbobenziner mit zwei Zylindern nur 4,1 Liter pro 100 Kilometer. Das ist der bisherige Rekord bei Autos mit Ottomotor, sogar der Smart 1.0 mhd liegt darüber. Im Programm bleiben der 1,2-Liter-Benziner mit 69 PS und der 75-PS-Diesel 1.3 Multijet II. Auch eine Erdgasvariante wird es wieder geben. Dabei wird der 1,4-Liter-Motor ohne Aufladung durch ein Derivat des Zweizylinder-Turbos ersetzt, das 80 PS leistet. Eine 69 PS starke Autogas-Version mit 1,2 Liter Hubraum soll nicht nach Deutschland kommen. Wie bisher wird bald auch wieder eine 4x4-Version angeboten. In Kombination mit den TwinAir-Triebwerken wird nun das unter anderem vom 500 bekannte automatisierte Schaltgetriebe Dualogic offeriert.

Strategie Modellvielfalt
Ähnlich wie beim 500 betont Fiat nun auch beim neuen Panda die Modellvielfalt – vielleicht, um sich von den asiatischen Konkurrenten abzugrenzen, bei denen oft nur wenige Individualisierungsmöglichkeiten bestehen. Zehn Karosseriefarben, drei Ausstattungsvarianten, vier Innendesigns, zwei Radkappenformen und Alufelgen in 14 oder 15 Zoll ermöglichen beim Panda über 600 Modellvariationen. Wie bisher wird der Panda aber ausschließlich als Fünftürer gebaut. Zur Serienausstattung gehört nun auch das portable Navigationssystem Blue&Me TomTom Live. Individualisierung erlaubt das Zubehörprogramm Lineaccessori. Die Produktion des neuen Panda startet im letzten Quartal 2011. Die Preise sind noch nicht bekannt.

Bildergalerie: Erste Bilder vom Panda