Swiss-Box: Spezialist für Anhängerkupplungen bietet jetzt auch Leistungssteigerungen an

Wer in den Urlaub fahren will, braucht oft eine Dachbox. Oder einen Fahrradträger. Und häufig auch eine Anhängerkupplung. Alle drei Dinge gibt's von der Firma Rameder. Da ein solcherart bepacktes und behängtes Auto recht schwer sein kann, wünscht sich mancher mehr Kraft fürs Zugpferd. Jetzt bietet das in Thüringen ansässige Unternehmen mit der ,Swiss-Box" eine simpel zu installierende Leistungssteigerung an.

Für Turbo-Ottos und -Diesel ab 2006
Entwickelt wurde das zigarettenschachtelgroße Modul von der Schweizer Firma Autofaszination. Das Zusatzsteuergerät soll turbobeatmeten Diesel- und Ottomotoren mit Direkteinspritzung und elektronischem Gaspedal ab dem Baujahr 2006 bis zu 30 Prozent mehr Leistung entlocken. Ob das Gerät für das eigene Fahrzeug geeignet ist, lässt sich aus einem Konfigurator unter swiss-box.eu ermitteln. Nach den Worten von Autofaszination-Geschäftsführer Carlos Kuk steht das Kästchen für etwa 3.500 Modelle zur Verfügung.

Bis zu 30 Prozent mehr Leistung
Die Wirkungen, die das 599 Euro teure Teil haben soll, klingen nicht schlecht: Bis zu 30 Prozent mehr PS und Drehmoment sollen drin sein. Durch die Drehmomenterhöhung soll sogar der Verbrauch um bis zu 15 Prozent sinken. Außerdem sei das Steuergerät nicht nur einfach zu montieren, sondern auch problem- und rückstandslos wieder zu entfernen, versprechen Entwickler und Vertrieb. ,Der Einbau funktioniert ganz einfach, das kann entweder eine Werkstatt übernehmen oder, wer es sich zutraut, es auch allein machen", beschreibt Rameder-Geschäftsführer Dirk Schöler.

BMW X1 xDrive18d: Von 143 auf 170 PS
Das wollen wir ausprobieren und treffen uns mit Verantwortlichen von Rameder und Autofaszination auf dem Gelände der Circuit Mallorca Rennarena. Mit dabei: Rennfahrerin und Moderatorin Christina Surer, die als Werbebotschafterin für Rameder aktiv ist. Als Testfahrzeuge stehen zwei identische BMW X1 xDrive18d bereit. Deren Zweiliter-Reihendiesel liefert ab Werk 143 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment. Mit der Swiss-Box sollen es – laut Rameder durch den TÜV belegt – 170 PS und 370 Newtonmeter sein.

Einbau dauert eine viertel Stunde
Die Box in den X1 zu montieren, bereitet uns nur wenig Mühe, auch wenn Autofaszination-Chef Carlos Kuk natürlich beratend zur Seite steht. Jedem Steuergerät liegt eine ausführliche Anleitung für den Einbau im gewählten Fahrzeug bei, nach der es sich auch gut arbeiten lässt. Wir müssen die aufgesteckte Motorabdeckung abziehen, mit der Fernbedienung das Auto verriegeln und warten, bis wir aus dem Motorraum ein leises ,Klick" vernehmen. Dann ist keine Spannung mehr auf der Bordelektrik. Wir suchen den Stecker des Steuergerätes, finden ihn dank Anleitung recht schnell, ziehen ihn ab und stecken die Anschlüsse der Swiss-Box dazwischen. Mit Kabelbindern befestigen wir das Kästchen an einer Stelle, wo es nicht klappern kann und schalten die Zündung ein. Wenn im Swiss-Kästchen eine grüne LED leuchtet, war der Einbau erfolgreich und das Gerät kann in einer mitgelieferter Schutztasche verschwinden.

Fühlbarer Unterschied
Was bringt der Zauberkasten? Wir probieren zunächst den BMW ohne Leistungssteigerung aus und sprinten mit Vollgas auf etwa Tempo 100. Anschließend wird die Box montiert und wir preschen wieder los. Der Unterschied ist tatsächlich fühlbar: Mit Zusatzteil beschleunigt der Wagen im mittleren und oberen Tourenbereich schneller, die Anschlüsse zwischen den Gängen passen besser.

Schneller Überholen
Noch deutlicher war das Ergebnis beim Elastizitätstest, bei dem ein Überholvorgang simuliert wird. Im dritten Gang beschleunigen wir den X1 voll und stoppen zwischen 50 und 110 km/h die Zeit. Auf unserer Strecke ging es dabei leicht bergauf. Ohne Swiss-Box haben wir 11,3 Sekunden gemessen, mit Zusatzteil 10,1 Sekunden – also über eine Sekunde weniger. Selbst Renn-Profi Christina Surer hat diesen Wert nur knapp getoppt, laut Carlos Kuk sollen sogar bis zu zwei Sekunden möglich sein.

Keine Gefahr für den Motor
Das Kästchen soll zwar mehr Leistung herauskitzeln, aber dem Motor nicht schaden, da die vom Autohersteller festgelegten Überwachungssysteme nicht beeinflusst werden. ,Ich kenne aus meiner eigenen Praxis keinen einzigen durch unser Produkt hervorgerufenen Motorschaden", sagt Carlos Kuk.

Mit Eintragung völlig legal
Laut Rameder verkürzt sich die Lebensdauer des Motors nicht, da die Mehrbelastung in den serienmäßigen Regelgrenzen erfolgt. Auch die Abgaswerte, die Funktion des Partikelfilters und die Versicherungseinstufung werden nicht beeinflusst. Dennoch sollte man wissen: Beim Einbau der Zusatzsteuerung erlischt die Herstellergarantie für das Fahrzeug, dafür übernimmt Rameder eine zweijährige Gewährleistung. Und obwohl der Ausbau, etwa beim Verkauf des Autos oder einem Servicertermin in der Werkstatt, problemlos möglich ist und auch die Werkstatt nicht nachweisen kann, dass eine Box an Bord war, empfiehlt sich die Eintragung in die Fahrzeugpapiere durch den TÜV. Sonst kann die Betriebserlaubnis erlöschen und der Versicherungsschutz gefährdet sein. Die Kosten für die Eintragung sollen laut Hersteller zwischen 35 und 45 Euro liegen.

Mehr Druck beim Beschleunigen
Unser Fazit: Mit der Swiss-Box lässt sich mit wenig Aufwand fühl- und messbar mehr Leistung herausholen. Die Swiss-Box empfiehlt sich allen, die fürs Zugfahrzeug mehr Power brauchen oder einfach noch ein bisschen mehr Druck beim Beschleunigen spüren möchten.

Gallery: Rameder: Mehr Druck fürs Zugfahrzeug