In Texas entsteht ein spektakulärer Nachbau des Ferrari 340 Mexico Berlinetta

Zu den wertvollsten Automobilen überhaupt gehört der Ferrari 340 Mexico Berlinetta. Erst im März 2011 wurde eines von nur drei gebauten Exemplaren von RM Auctions für umgerechnet 3,2 Millionen Euro versteigert. Zu viel für Arturo Alonso, den Eigentümer von GWA (Gull Wing America). Der Texaner hat sich mit seiner Firma stattdessen kurzerhand an das Projekt ,F/340 Competizione" gemacht. Das dem Original nachempfundene Retroauto mit moderner Technik befindet sich in guter Gesellschaft. Denn Alonso hat in der Vergangenheit schon Autos wie einen Pagoden-Mercedes modernisiert oder den Mercedes C 111 nachgebaut.

Karosserie mit alten und neuen Elementen
Der alte Ferrari 340 Mexico Berlinetta ist ein Klassiker. Das Fahrzeug wurde 1952 in der Carrera Panamericana eingesetzt, einem der gefährlichsten Straßenrennen überhaupt. Das Auto mit der Chassis-Nummer 0224 AT – das Fahrzeug, das für 3,2 Millionen Euro versteigert wurde – belegte mit Luigi Chinetti am Steuer hinter zwei Mercedes 300 SL Flügeltürern den dritten Platz. Unter der Haube steckte ein 280 PS starker V12. Die Karosserie wurde vom italienischen Karosseriebauer Vignale gestaltet. Für die Aluminium-Karosserie des Nachbaus engagierte der ,La Carrera"-Fan Arturo Alonso den australischen Karosserie-Spezialisten Mark Nugent. Ganz dem Original wird die Hülle nicht entsprechen. Denn darunter muss die Plattform eines Ferrari 456 M passen. Der Nachbau ist 38 Zentimeter länger. Nugent arbeitet zusätzlich beispielsweise einen Diffusor, einen Heckspoiler, seitliche Kühlöffnungen und einen Frontsplitter ein. Der Radstand des 456 bleibt erhalten.

Moderne Technik unterm Blech
Auch innen wird Technologie aus dem 456 verwendet, wenngleich die Optik einen auf alt macht. Das gilt für die Sitze, die zum Teil aus Karbon bestehen werden. Zur Sicherheit wird der F/340 einen Überrollbügel an Bord haben. Darüber hinaus will Alonso viele Komponenten von neueren Ferraris verwenden, beispielsweise die Bremsen. Auch eine Tieferlegung sowie ein härteres Fahrwerk sind beschlossene Sache. Unter der Haube arbeitet weiter der 5,5-Liter-V12 aus dem 456 M. Statt 442 soll er dank Sportluftfiltern und einer neuen Abgasanlage 483 PS leisten. Auch das manuelle Sechsgang-Getriebe bleibt für den F/340 Competizione erhalten. Als Räder kommen 18-Zöller mit Felgen im Ferrari-Stil zum Einsatz. Um die Radschrauben zu verdecken, sitzt über der Nabe jeweils eine speziell angefertigte Kappe, die wie ein klassischer Zentralverschluss wirkt.

Mit Kofferset und Uhren
Passend zum Ferrari-Nachbau plant Arturo Alonso noch ein spezielles Koffer-Set, Uhren sowie andere Accessoires. Und wie hoch wird der Preis für den F/340 Competizione sein? Arturo Alonso äußerte auf Anfrage vorsichtig geschätzte 800.000 Euro inklusive des Spenderfahrzeugs. Ob es dabei bleibt, wird man sehen, wenn er mit dem Bau fertig ist. Eines ist für ihn klar: Einen zweiten wird er nicht bauen – es sei denn, jemand bestellt noch einen.

Bildergalerie: F/340 Competizione