Pogea Racing baut Chevrolet Corvette von 1959 zum modernen Flitzer um

Die 1950er-Jahre haben einige der schönsten Automobil-Designs hervorgebracht. Zu den betörendsten Entwürfen dieser Zeit ist sicherlich der amerikanische Sportwagen schlechthin, die Corvette, zu zählen. Viele würden wegen des Designs gerne ein klassisches Modell fahren, schrecken aber vor der aus heutiger Sicht steinzeitlichen Technik zurück. Das Fahrverhalten einer modernen Corvette kann ein altes Modell nicht bieten. Oder doch? Innerhalb eines Jahres entstand bei Pogea Racing ein Hybrid aus einer Corvette der Baureihe C1 von 1959 und modernen Komponenten. Jetzt ist der Chevrolet-Oldtimer zwar kein richtiger Oldtimer mehr, kann es aber mit aktuellen Sportlern aufnehmen.

Rohrrahmen macht alte Vette steif
Bei der Rohrrahmen-Eigenkonstruktion unter der Karosserie verließ sich Pogea auf Chip Foose. Der Kalifornier gilt in den USA als eine der besten Anlaufstellen, wenn es um Fahrzeugtuning und Spezialanfertigungen im Automobilbereich geht. Der von ihm gefertigte Rahmen dient vornehmlich dazu, das alte Corvette-Cabrio verwindungssteif zu machen. Er liefert außerdem die Grundlage, um ein Gewindefahrwerk sowie moderne Antriebsstränge und Bremsen zu installieren.

Getunter Motor aus aktueller Corvette
Unter die Haube des US-Veterans wanderte ein Smallblock-V8 der LS3-Serie. Das 6,2–Liter-Triebwerk wird in der aktuellen Corvette der Baureihe C6 eingesetzt. Der 437-PS-Motor wurde darüber hinaus getunt. Er erhielt beispielsweise die Einspritzventile vom LS7-V8, dem Siebenliter-Motor aus der 512 PS starken Corvette Z06. Dazu wurden dem Aggregat eine schärfere Nockenwelle sowie eine direkte, offene Ansaugung mit Konusfilter spendiert. Einen optimierten Abgasstrom sollen Edelbrock-Krümmer mit 45 Millimeter Durchmesser und eine Auspuffanlage aus Edelstahl bringen. Dabei entsteht nicht nur ein voluminöserer Sound: Die Maßnahmen erhöhen die Leistung um 48 auf auf 485 PS, das Drehmoment steigt moderat von 575 auf 585 Newtonmeter. Statt mit sechs Gängen, wie sie die C6 hat, ist das Getriebe der Pogea-Vette nur mit fünf ausgestattet. Außerdem ist der auf Vordermann gebrachte Oldie mit einer Keramik-Kupplung und einem Dana-44-Differenzial ausgerüstet. Dank der gestiegenen Power erreicht das nur 1.130 Kilogramm leichte Corvette-Cabrio eine Höchstgeschwindigkeit von 288 km/h. Die Zeit für die Beschleunigung von null auf 100 km/h gibt Pogea mit 3,9 Sekunden an. Verzögert wird die Fuhre über Sportbremsen mit gelochten Scheiben.

Verbreiterte Kotflügel
Eine C1-Corvette des Baujahrs 1959 kann man nicht unbedingt als zierlich bezeichnen. Dennoch ist ihre Fiberglaskarosserie zu schmal, um die viel breiteren Räder der heutigen Zeit zu verwenden. Pogea entschied sich für hauseigene Felgen in 9,5Jx18 Zoll vorne und 12Jx19 Zoll hinten. An der Vorderachse sorgen Reifen im Format 265/40 für Grip, hinten erledigen den Job Gummis der Größe 305/30. Die Räder vorne stellten kein Problem dar, doch um die Hinterräder verwenden zu können, mussten die Heckkotflügel in der Breite ,verdoppelt" werden. Satte 37 Zentimeter lassen den Sportwagen hinten auf 2,09 Meter anwachsen. Anstatt der originalen Einzel-Rückleuchten strahlen nun auf jeder Seite zwei LED-Lichter im Stil des Originals.

Moderne Ausstattung an Bord
Ganz klassisch in Rot und Weiß ist die Corvette außen lackiert. Die Farbgebung übertrug Pogea auch auf den Innenraum, der mit Teppichen und Glattleder ausgekleidet wurde. Statt an dem originalen Riesenlenkrad zu drehen, greift der Besitzer der Vette nun in ein modernes, unten abgeflachtes Volant. Es ist mit einer nachgerüsteten Servolenkung verbunden. Fahrer und Beifahrer nehmen auf Sitzen aus der AC Cobra Platz. Fast die komplette Fahrzeugelektronik wurde von Pogea auf den neuesten Stand gebracht. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass der ehemalige Oldie verlässlich im heutigen Straßenverkehr funktioniert, sondern dass auch noch eine moderne Ausstattung eingebaut werden konnte. So sind nun ein Alpine-Multimediasystem mit Navigations-Einheit und eine Klimaanlage an Bord. Für die modernisierte Corvette zahlte der Auftraggeber eine Stange Geld. 225.000 Euro kostete ihn das Fahrzeug. Interessenten für solch ein Projekt seien also gewarnt.

Gallery: Fast 290 km/h schnell