Nicht schlecht: Ein Kleinwagen mit 420 PS
Yaris Hybrid-R Concept
Zwei E-Motoren an den Hinterrädern
Die Studie wird von einem 1,6-Liter-Turbobenziner und zwei Elektromotoren angetrieben. An der Vorderachse arbeitet der 300 PS starke Vierzylinder. Die Hinterräder werden jeweils von einem 60 PS starken Elektromotor gedreht. Insgesamt ergibt sich die genannte Systemleistung von 420 PS. Wie beim TS030 Hybrid wird die beim Bremsen gewonnene Energie in einem Super-Kondensator gespeichert, der unter den Rücksitzen Platz findet. Im Vergleich zu einer normalen Hybridbatterie weist der Kondensator eine höhere Leistungsdichte auf. Außerdem nimmt er Energie schneller auf und gibt sie schneller wieder ab – perfekt für den Renneinsatz.
Dritte E-Maschine als Generator
Eine dritte Elektromaschine, ebenfalls mit 60 PS, fungiert ausschließlich als Generator. Sie lädt den Super-Kondensator auf und versorgt die anderen beiden E-Motoren mit elektrischer Energie. Letzteres tritt nur dann ein, wenn der Verbrennungsmotor die Vorderräder durchdrehen lässt. Der Generator arbeitet also wie eine Art Traktionskontrolle: Die überschüssige Antriebsleistung an den Vorderrädern wird in elektrische Energie zum Antrieb der Hinterräder umgewandelt.
18-Zoll-Räder und blaue Designelemente
Zum Design des Yaris Hybrid-R gehören spezielle Scheinwerfer, ein breiterer Kühlergrill sowie schwarze und blaue Details. Der Frontstoßfänger zeichnet sich durch zwei große Lufteinlässe und blaue LED-Tagfahrleuchten aus. Die ausgestellten Radhäuser nehmen 18-Zoll-Räder mit Reifen der Größe 225/40R18 auf. Vorne arbeiten Sechskolben-Bremssättel, hinten kommen Vierkolben-Bremssättel zum Einsatz. Ein Schnelltank-Verschluss beschleunigt die Boxenstopps. Ein exklusiver Dachspoiler sowie ein neu gestalteter hinterer Stoßfänger mit großem Diffusor kennzeichnen das Heck.
Drei Modi
Innen gibt es Recaro-Schalensitze mit schwarzer Lederpolsterung und blauem Alcantara. Der Schaltknauf des Sechsgang-Getriebes ist nah am Fahrer positioniert. Geschaltet wird sequenziell – indem der Hebel nach hinten oder vorn bewegt wird. Am Lenkrad gibt es eine Taste, mit der im Stillstand zwischen Track- und Road-Modus gewählt werden kann. Mit derselben Taste wird während der Fahrt die Boost-Funktion aktiviert. Im Road-Modus wird die Leistung des Verbrennungsmotors reduziert und der Super-Kondensator gibt nicht mehr so viel Energie ab – das spart Sprit. Im Track-Modus wird die komplette Systemleistung genutzt. Der 1,6-Liter-Turbomotor leistet dann bis zu 300 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 420 Newtonmeter. Die hinteren Elektromotoren geben bis zu fünf Sekunden lang eine Leistung von 120 PS ab. Sie können das linke und rechte Rad unterschiedlich stark antreiben. In Kurven kann das kurveninnere Rad gebremst und die via Rekuperation gewonnene elektrische Energie an das kurvenäußere Rad geleitet und damit beschleunigt werden. So wird einem Untersteuern entgegengewirkt.
Verbindung von realer und virtueller Welt
Das Concept Car nutzt außerdem ein System des Toyota GT86, das Realität und Spiel miteinander verbindet. Dazu kann man Fahrdaten auf einem USB-Stick oder einem Smartphone speichern. So lassen sich die GPS-Koordinaten, Beschleunigung, Lenkwinkel, Gangwechsel, Motordrehzahl, Geschwindigkeit und Kühlwasser-Temperatur festhalten. Mit der im Frühjahr 2013 vorgestellten Version des Spiels GranTurismo lässt sich dann eine reale Rennstrecken-Runde mit der Spielkonsole nachfahren. Das Konzeptfahrzeug nutzt die Technik auf dem umgekehrten Weg: Die bei einem Spiel aufgezeichneten Daten werden genutzt, um das Energiemanagement des Hybridsystems sowie den Einsatz der beiden hinteren Elektromotoren in der Realwelt zu optimieren.
Der Spagat zwischen Hybrid und Fahrspaß
Mit dem Yaris Hybrid-R Concept will Toyota zeigen, wie sich die Hybrid-Technologie mit Fahrspaß verbinden lässt. Damit packt die Studie ein Kernproblem des Herstellers an: das Image als Hybridhersteller mit dem von Firmenchef Akio Toyoda verlangten emotionalen Touch aufzupeppen.
Bildergalerie: Nicht schlecht: Ein Kleinwagen mit 420 PS
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