V-Klasse statt Viano: Mercedes setzt auf Luxus

Der Viano ist tot, es lebe die V-Klasse: In Sachen Kleinbus will Mercedes im wahrsten Sinne des Wortes wieder Klasse werden. Und das, obwohl das V vorbelastet ist. Die erste V-Klasse aus den 1990er-Jahren gehört mit ihren Rostproblemen und Komfortmängeln zum Übelsten, was Mercedes je auf Räder gestellt hat. Wie dem auch sei, der jetzt vorgestellte Viano-Nachfolger soll mit vielen Extras prunken, die man sonst nur ab der C-Klasse aufwärts findet. Mit einem Auge schielt man sicher auch auf den mittlerweile etwas angejahrten VW T5.

Nobler Kasten
Zum Design der neuen V-Klasse kann man sich kurz fassen: Ein Auto, in das acht Personen reinpassen, kann nur kastenförmig sein. Als Ausgleich ist die Frontpartie relativ dynamisch gezeichnet, wenn auch mit großem Überhang, und erinnert an die neue C-Klasse. Apropos C-Klasse: Auch das Cockpit der ,Großraumlimousine" (wie Mercedes den V nennt) übernimmt Details des Mittelklässlers. So gibt es ein freistehendes Zentraldisplay und ein Touchpad für die Bedienung des Infotainments. Optional lässt sich die V-Klasse sogar mit einem Cockpit-Oberteil in Lederoptik und einem Burmester-Soundsystem mit 16 Lautsprechern ausrüsten. Damit nicht genug: Wer sein Konto plündern will, kann auch eine aktive Sitzbelüftung für die Vordersitze ordern oder eine Klimaautomatik mit Vorklimatisierung am Schlüssel.

Reihen-Auslegung
So weit, so gut. Aber wer mit einer V-Klasse liebäugelt, braucht vor allem den Platz. Hinter den Vordersitzen ist Raum für bis zu sechs Personen. Serienmäßig gibt es vier Einzelsitze mit Armlehnen in den Reihen zwei und drei. Auf Wunsch kann zwischen den Möbeln der zweiten Reihe ein Klapptisch montiert werden. Wer es ganz anders mag, hat zwei Optionen. Lösung A: eine Zweierbank in beiden Reihen mit einzeln umklappbaren Lehnen. Lösung B: zwei Dreierbänke mit zweiteiligem Sitzkissen und dreiteilig klappbarer Lehne. Der äußere rechte Sitz lässt sich nach vorn umklappen oder ausbauen. Zudem ist auch die gesamte Möblierung umklappbar. Lösung C bietet sich zum Übernachten an: eine Liegebank in der dritten Reihe inklusive darunter montierten Schubladen.

Elektro-Hilfe
Egal, welche Sitzkonfiguration man wählt: Alle Möbel lassen sich per Sitzschienen vor- und zurückschieben. Auch eine gegenüberliegende Konferenzanordnung ist möglich sowie der komplette Ausbau aller hinteren Bänke. Eine weitere Neuheit der Mercedes V-Klasse ist eine separat zu öffnende Heckscheibe, die am oberen Heckklappenrahmen angeschlagen ist. Die gesamte Klappe ist optional auch mit elektrischer Betätigung zu bekommen.

Hilfs-Armada
Mit insgesamt elf Fahrerassistenzsystemen prunkt Mercedes bei der V-Klasse: Serienmäßig sind aber nur eine Seitenwindhilfe und der Müdigkeitswarner. Wer Dinge wie eine 360-Grad-Kamera, einen Abstandsregeltempomat, eine Verkehrszeichen-Anzeige oder einen Totwinkelwarner möchte, muss blechen. Gleiches gilt für die LED-Scheinwerfer und das adaptive Fahrwerk mit Dämpferanpassung.

Diesel-Trio
Mercedes will die neue V-Klasse in zwei Radständen und drei Längen von 4,89 bis 5,37 Meter anbieten. Zum Marktstart im Mai 2014 steht zunächst nur die Version mit 5,14 Meter Länge, 3,20 Meter Radstand und verlängertem Überhang zur Verfügung. Das Motorenangebot besteht aus dem bekannten 2,1-Liter-Diesel in drei Leistungsstufen: 136 PS im V 200 CDI, 163 PS im V 220 CDI und 190 PS im V 250 BlueTec. Letzterer wuchtet ein maximales Drehmoment von 440 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und ersetzt den bisherigen Dreiliter-V6-Diesel. Im 250er ist eine Siebenstufen-Automatik serienmäßig, ansonsten gibt es Sechsgang-Schaltgetriebe. Alle Diesel erfüllen die Abgasnorm Euro 6, die Verbräuche bewegen sich laut Mercedes zwischen 5,7 und sechs Liter. Ab Anfang März 2014 ist die neue V-Klasse bestellbar, dann ist auch mit der Bekanntgabe der Preise zu rechnen.

Transporter im Frack