6,50 Meter: Mercedes-Maybach Pullman debütiert auf dem Genfer Autosalon 2015

Dass Mercedes wieder eine Pullman-Limousine auflegt, hatte ein ertappter Erlkönig schon im Herbst 2014 verraten: Über sechs Meter Länge lassen sich schlecht mit Tarnfolie wegkleben. Auf dem Genfer Autosalon (5. bis 15. März 2015) wird nun das Serienmodell in voller Pracht zu bestaunen sein – vor allem der Innenraum, den man in natura eher selten zu Gesicht bekommt.

Zweiter Maybach der Neuzeit
Der superlange Benz heißt offiziell Mercedes-Maybach Pullman und ist damit das zweite Modell mit dem wiederbelebten Namen Maybach. Diese Bezeichnung trägt bereits seit 2014 eine besonders luxuriös möblierte und nochmals um 20 Zentimeter gestreckte Langversion der S-Klasse. Dieser ,kleine" Maybach weist immerhin stolze 5,45 Meter auf. Das toppt der nun aufgelegte Pullman noch mal um über einen Meter: Gut 6,50 Meter Gardemaß lassen die Ultra-Limo zur längsten Serien-S-Klasse der Welt avancieren. Allein der Radstand beträgt immense 4,42 Meter, damit würde eine B-Klasse komplett zwischen die Achsen passen. Mit 1,60 Meter ist der Pullman zudem zehn Zentimeter höher als eine normale S-Klasse. Das soll für sehr viel Kopffreiheit sorgen.

Sehr individuell einstellbar
Die nackten Zahlen dürften die Insassen in der Lounge herzlich wenig interessieren. Die VIP-Gäste (oder der Besitzer des Pullman) können in zwei Einzelsesseln in Fahrtrichtung logieren. Jeder bietet mannigfaltige Verstellmöglichkeiten, so kann die Lehne separat sowohl in eine Liege- als auch in eine aufrechte Bürostuhl-Position gebracht werden. Fürs bequeme Lümmeln gibt es eine Wadenauflage, die in der Länge und im Schwenkbereich stufenlos angepasst werden kann. Und zudem sind die Kopfstützen mit einem zusätzlichen Kissen gepolstert.

Zwei Klapp-Sessel vis-á-vis
Dem Wohlfühl-Gestühl gegenüber können vis-á-vis zwei weitere Passagiere auf Klapp-Sesseln Platz nehmen. Der Innenraum ist vollständig mit Leder ausgekleidet, selbst Dachhimmel, Türrahmen und Sitzkonsolen tragen edle Tierhaut. Am Dach informieren wie bei früheren Maybach-Modellen drei Analoginstrumente die Fondpassagiere über Außentemperatur, Geschwindigkeit und Uhrzeit.

Monitor und Burmester-Sound
Für die Diskretion sorgt die eine Trennwand zwischen Fond und Fahrerbereich. Deren Scheibe kann nicht nur elektrisch versenkt, sondern auch von transparent auf undurchsichtig geschaltet werden. Um Einblicke von außen zu verhindern, schützen Vorhänge die Fondfenster. Zum technischen Equipment gehören ein ausfahrbarer 18,5-Zoll-Monitor im Format 16:9 vor der Trennwand und wahlweise eines von zwei Burmester-Surround-Soundsystemen. Angetrieben wird der Pullman von einem V12-Biturbo-Motor. Die Sechsliter-Maschine liefert 530 PS und stellt schon ab 1.900 Touren ein bulliges Drehmoment von 830 Newtonmeter bereit.

Grundpreis: Eine halbe Million Euro
Dass auch der Preis des Stuttgarter Mega-Liners aus dem Rahmen des Üblichen fällt, war zu erwarten: Er soll bei rund einer halben Million Euro starten und lässt sich durch zahlreiche Individialisierungs-Optionen mit Sicherheit weiter in die Höhe treiben. Die kürzeren Versionen sind im Vergleich dazu beinahe Schnäppchen: Der Mercedes-Maybach S 500 startet bei 134.054 Euro, der Zwölfzylinder S 600 kostet mindestens 182.842 Euro.

50 Jahre Mercedes 600
Bei Mercedes haben die Pullmans übrigens eine lange Tradition: Das wohl bekannteste Modell dürfte der Mercedes 600 sein, der 2015 seinen 50. Geburtstag feiert. Der 600 war zugleich auch der erste serienmäßig angebotene Pullman, die vorhergehenden Strecklimos waren Einzelanfertigungen. So gibt es vom Typ 300, besser bekannt als Adenauer-Mercedes, nur drei Exemplare in Überlänge.

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