Premiere auf der Essen Motor Show 2015: Der Splinter

Ein fetter V8 mit sieben Liter Hubraum, 600-Mittelmotor-PS, ein Leergewicht von gerade einmal 1.134 Kilogramm, Heckantrieb und ein manuelles Sechsgang-Getriebe: Bei solchen Daten dürften so manchem Sportwagenfan die Ohren schlackern.

Ein Auto aus Holz
Doch all diese Punkte und Daten sind herzlich egal (zumindest fast), denn das eigentliche Highlight dieses Wagens ist ein anderes: Er ist aus Holz. Vorhang auf für den Splinter, der auf der Essen Motor Show 2015 (28. November bis 6. Dezember) debütiert.

Ein britisches Weltkrieg-Flugzeug als Inspiration
Anders als herkömmliche Sportwagen, die meist aus Aluminium, Stahl oder Carbon gefertigt werden, besteht der Splinter zu 90 Prozent aus Holz. Verantwortlich für das Geschoss aus dem nachwachsenden Rohstoff ist der US-Designer Joe Harmon. Der Mann aus dem Bundesstaat North Carolina hat sich durch die deHavilland Mosquito inspirieren lassen, einem Mehrzweckflugzeug aus Holz. Rund fünf Jahre hat er dann an seinem eigenen Entwurf aus Holz gearbeitet.

Monocoque, Karosserie und Lack
Für den Splinter baute Harmon ein Monocoque aus laminiertem Holz. Die Karosserie wurde hingegen aus leichtem Balsaholz gefertigt, welche daraufhin mit einem Kirschfurnier anstatt Lack überzogen wurde. Und die Sitze, das Lenkrad und alles andere? Alles Holz! Sogar die Alufelgen wurden mit Holzfurnier überzogen.

Warum Holz?
Doch warum nimmt man einen Baustoff, bei dem die meisten Menschen an ihre Inneneinrichtung oder Kanus denken und nicht wirklich an einen bis zu 390 km/h schnellen (so jedenfalls die Theorie) Sportwagen? Für den Erbauer des Splinter ist die Sache klar: Holz wächst nach und verbraucht bei der Verarbeitung nur sehr wenig Energie. Außerdem ist es biologisch abbaubar.

Berechtigte Zweifel?
Ob der Splinter angesichts seines gewaltigen Verbrenners aber wirklich zur Ressourcenschonung beiträgt? Wir haben da so unsere Zweifel und warten lieber auf eine völlig kompostierbare Version mit Elektroantrieb.

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