Mit dem DS 7 Crossback wollen die Franzosen endgültig Premium werden

Vor acht Jahren hat Citroën die Marke DS ausgegliedert und seinerzeit mit dem DS 3 das erste Modell der neuen Submarke vorgestellt. Während die Fahrzeuge anfangs noch als Citroën DS vermarktet wurden, ist ab Anfang 2015 der Doppelwinkel von den Modellen verschwunden und sie firmierten fortan nur noch als DS – ihre Abstammung von Citroën-Modellen konnte damit aber immer noch nicht ganz versteckt werden. Nun will sich DS vollständig abnabeln: Mit eigenständigen Modellen und einem eigenständigen Händlernetz macht sich DS auf, die Premium-Kundschaft endgültig zu erobern.

DS 7 Crossback: Durchstart mit einem SUV
Das erste Fahrzeug dieses für die Marke wichtigen Schritts ist das SUV DS 7 Crossback. Es hat am 28. Februar 2017 seine Weltpremiere vor Journalisten in Paris und wird der Öffentlichkeit erstmals auf dem Genfer Autosalon 2017 (9. bis 19. März) gezeigt. Wir konnten uns bereits vorab im französischen Werk Sochaux des DS-Mutterkonzerns PSA ein Bild von dem neuen Fahrzeug machen.

Tradition und Moderne
Die Mannschaft von DS Automobiles unter Generaldirektor Yves Bonnefont will Handwerkskunst mit innovativen Technologien verbinden, um auf diese Weise französisches Know-how zu verkörpern. Das bedeutet beim DS 7 Crossback eine qualitativ aufwendige Fertigung, um ein steifes und somit laufruhiges Fahrzeug sicherzustellen, die Verwendung hochwertiger Materialien für fünf verschiedene, sehr hochwertige Ausstattungen und nicht zuletzt den Einsatz an modernster Technik, die man in solch ein Auto packen kann.

Eindrucksvoll mit 4,57 Meter Länge
Der erste Eindruck, als wir dem Wagen in einer leeren Produktionshalle gegenüberstehen: Sehr gelungen! DS hat auf 4,57 Meter Länge (zum Vergleich: der Konkurrent Audi Q5 misst 4,66 Meter) ein schickes SUV auf die Räder gestellt. Die vertikale Frontpartie mit den "DS Wings" setzt einen sechseckigen Kühlergrill mit Diamanteffekt wirkungsvoll in Szene. Die neuartigen LED-Leuchten, die aus vier Modulen bestehen, fallen sofort ins Auge. Die Seitenlinie wirkt fast wie von einem Coupé und das Heck ist mit einer besonderen Beleuchtung versehen, da die dreidimensional gestalteten LED-Rückleuchten wie Schuppen wirken. Blinker mit Lauflicht verstärken den Premium-Charakter. Marken wie Jaguar oder Infiniti können es nicht besser.

LED-Scheinwerfer wie Edelsteine
Beim Öffnen des Wagens mit dem Funkschlüssel erstrahlen die vorderen, wie Edelsteine gefassten LED-Scheinwerfer zunächst in Purpur-Rot und drehen sich sodann aufmerksamkeitsstark um 180 Grad, um fortan die Fahrbahn während der Fahrt in einem von fünf Modi optimal auszuleuchten: von "Parken" über "Stadt" und "Landstraße" sowie "Autobahn" bis hin zu "High Beam", wo der Lichtstrahl in Weite und Breite am stärksten ist.

Hommage an die Stadt Paris
Ist schon der äußere Auftritt des DS 7 Crossback eine Wucht, so legt die Gestaltung des Innenraums noch mal einen drauf, sowohl die Formgebung als auch die ausgewählten Materialien können auf Anhieb überzeugen. Als Hommage an die Stadt Paris tragen die Designlinien die Namen ,Bastille", ,Rivoli", ,Faubourg" und ,Opéra". Dazu kommt die sportliche ,Performance Line". Als Materialien werden echtes Holz, Alcantara, genarbtes Leder und Nappa-Leder eingesetzt, womit Armaturenbrett, Türverkleidung, Konsolen und die Sitze versehen werden.

Großzügiges Raumgefühl
Die Fahrzeug-Abmessungen betragen 4,57 Meter in der Länge, 1,62 Meter in der Höhe und1,89 Meter in der Breite. Der Kofferraum fasst 628 Liter. Das Raumgefühl im DS 7 Crossback ist vorne wie hinten so großzügig, dass man meint, in einem größeren Fahrzeug zu sitzen. Dafür sprechen auch der lange Radstand und die kurzen vorderen und hinteren Karosserie-Überhänge. Auch der Sitzkomfort ist hoch: So wurden Schaumstoffe mit hoher Dichte ausgesucht und relativ breite Sitze entworfen. Die Vordersitze sind beheizbar und mit einer Massage- und Belüftungsfunktion ausgestattet. Zudem sind auch die hinteren Sitze elektrisch einstellbar.

Uhr von BRM Chronographes
Die einen mögen es vielleicht kitschig finden, die anderen besonders schön: Gemeinsam mit der französischen Uhrenmanufaktur BRM Chronographes wurde die exklusive Uhr B.R.M. R180 entworfen. Sie thront oben auf dem Armaturenbrett und dreht sich nach dem Motorstart um sich selbst, um sich wie aus einer Schatulle zu schälen. Uns gefällts!

Zwei 12-Zoll-Bildschirme
Außerdem fallen im Innenraum die zwei 12-Zoll-Bildschirme auf, der eine in der Mitte, der andere hinter dem Lenkrad. Der mittige Bildschirm steuert die Navigation, die Connectivity und die sogenannte Mirror-Screen-Funktion. Der zweite, personalisierbare Bildschirm übernimmt die Funktion eines digitalen Kombiinstruments. Hier werden auch die Informationen des optional erhältlichen Nachtsichtsystems DS Night Vision eingeblendet: Eine Infrarot-Kamera vorn im Kühlergrill erkennt Fußgänger und Tiere bis zu einer Entfernung von 100 Metern vor dem Fahrzeug. Der Fahrer sieht im Display des Kombiinstruments die Umgebung vor dem Fahrzeug, Menschen und Tiere werden durch rote Markierungen farbig hervorgehoben. Solch ein System wird nach Einschätzung von DS Automobiles erstmals im C-Segment angeboten.

Alle gängigen Sicherheitssysteme
Dazu baut DS nahezu alle gängigen Sicherheitssysteme in den DS 7 Crossback ein: So gibt es eine Adaptive Cruise Control mit Stoppfunktion, die bis zu einer Geschwindigkeit von 180 km/h arbeitet. Ein aktiver Spurassistent wartet mit einer progressiven Gegenlenkung auf, um das Fahrzeug in seiner Spur zu halten. Ein Park-Pilot erkennt im Vorbeifahren passende Parklücken und steuert das Auto automatisch in die Lücke – der Fahrer muss weder Gas geben noch lenken. Das System "DS Driver Attention Monitoring" überwacht den Fahrer mit einer Infrarotkamera sowie die Lenk- und Verhaltensmuster und weist ihn auf eine eventuelle Müdigkeit hin.

Vierzehn Lautsprecher
Letztlich hat DS mit dem französischen HiFi-Spezialisten Focal ein hochwertiges Audio-System entwickelt, das einen raumfüllenden Sound aus vierzehn Lautsprechern quellen lässt. Im Akustik-Studio des PSA-Werkes Sochaux konnten wir bereits dessen Qualität testen. Und obwohl es sich noch um Prototypen in einem frühen Entwicklungsstadium handelte, war das Ergebnis schon recht überzeugend.

Qualitätsüberwachung
Abschließend konnten wir die Qualitätsüberwachung in der Produktion in Augenschein nehmen. Um eine möglichst steife Karosserie zu bekommen, wird diese erstmals bei PSA in einer Kombination aus Laserschweißen und Kleben gefertigt. Das soll später zu einer entsprechend hohen Laufruhe führen. Und die Anbauteile, wie die Außenhaut der Karosserie, die von Zulieferern angeliefert werden, werden auf einer eigens hergestellten, zwölf Tonnen schweren Karosserierichtbank mit Lasertechnik auf Passgenauigkeit überprüft. Bei den kleinsten Abweichungen werden die Teile zurückgewiesen, um eine optimale Karosseriestruktur mit geringen Spaltmaßen zu gewährleisten. Besonders problematisch ist hier übrigens die große, weit nach außen gezogene Heckklappe, die aus Gewichtsgründen aus Kunststoff besteht.

Marktstart mit fünf Motoren
Der DS 7 Crossback startet Ende 2017/Anfang 2018 mit drei Benzin- und zwei Dieselmotoren in den Markt. Den Einstieg bildet der Dreizylinder PureTech 130 mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Dazu kommen als Benziner der THP 180 sowie der THP 225, beide kombiniert mit einer neuen Achtgang-Automatik. Bei den Dieselmotoren gibt es den BlueHDi 130 mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder der Achtgang-Automatik und den BlueHDi 180 mit Achtgang-Automatik.

Plug-in-Hybrid-Antrieb folgt
Anfang 2019 wird die Motorenpalette um ein Allrad-Hybridmodell erweitert, dessen Gesamtleistung 300 PS beträgt. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb besteht aus einem Benzin-Verbrennungsmotor mit 200 PS und zwei Elektroantrieben mit jeweils 80 kW, die vorn und hinten eingebaut sind. Dazu kommen ein Achtgang-Automatikgetriebe, das quer auf der Vorderachse zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor eingebaut ist und eine kompakte Lithium-Ionen Batterie mit einer Kapazität von 12 bis 13 kWh und einer Leistung von 90 kW, die im Fahrzeugboden verbaut ist, sowie eine elektrifizierte Hinterachse. Rein elektrisch kann der Wagen bis zu 60 Kilometer weit fahren.

Federungskomfort wie zu alten Zeiten
Eine aktive Federung, die mit einer Kamera die vorausliegende Straße abtastet, soll durch eine kontinuierliche Dämpfersteuerung Straßenunebenheiten erkennen und ihnen vorgreifen. Hierbei ist die hinter der Windschutzscheibe eingebaute Kamera elektronisch mit der Vorder- und der Hinterachse verbunden. Gemeinsam mit vier Neigungssensoren und drei Beschleunigungsmessern analysiert sie die Straßenbeschaffenheit und die Reaktionen des Fahrzeugs (unter anderem Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Bremsen). Die Daten werden in Echtzeit an einen Rechner übermittelt, der jedes einzelne Rad unabhängig ansteuert. Er passt die Federungshärte kontinuierlich gemäß den übermittelten Informationen an. Somit will DS an die großen Zeiten seiner Fahrzeuge mit Hydropneumatik anknüpfen.

Sechs neue DS-Modelle bis 2022
Wir meinen, dass DS Automobiles mit dem DS 7 Crossback auf einem sehr guten Weg ist. Bis zum Jahr 2022 sollen sechs komplett neu entwickelte Fahrzeuge die Modellpalette ergänzen. Dazu zählen ein kleineres Crossover (vergleichbar dem Audi Q2), ein noch größeres SUV und die eine oder andere Limousine. Schon in Kürze soll außerdem die Anzahl der reinen DS-Verkaufshäuser angehoben werden, um nicht nur beim Fahren, sondern auch im Verkauf ein Premiumerlebnis bieten zu können. Wir drücken der jungen Marke die Daumen!

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