Infiniti Q50S Hybrid im Test

Es ist wie mit dieser einen Band. Kommen Sie schon, jeder kennt so eine Band. Macht richtig gute Musik, steckt einen Haufen Aufwand in ihre Produktionen und spielt jedes Mal vor 20 Leuten, weil sie kein Schwein kennt. Und weil niemand sie im Radio spielt, was wiederum daran liegt, dass sie kein Schwein kennt. Hat Infiniti ein Henne-Ei-Problem? In Europa auf jeden Fall. Immerhin hat man das „Händler-Ei“-Problem inzwischen halbwegs in den Griff bekommen. In Deutschland gibt es neben zehn Verkaufs-Stationen mittlerweile 28 Service-Anlaufstellen. Dort können Sie selbstverständlich auch Ihren neuen Infiniti Q50 warten lassen. Neu? Womöglich ist es ein bisschen an Ihnen vorübergegangen, aber der seltene Konkurrent von BMW 3er, Mercedes C-Klasse, Alfa Giulia und Co. hat Mitte letzten Jahres ein kleines Facelift erhalten. Nach gut vier Jahren, in denen keiner so richtig wusste, dass es ihn überhaupt gibt. Dabei ist der 4,81 Meter lange Edel-Nissan eigentlich total interessant.

Warum ist er interessant?
Weil er im faden Wust immer gleicher werdender Mittelklasse-Autos heraussticht. Mit einem guten Schuss japanischer Nerdigkeit. Seiner „Steer-by-Wire“-Lenkung zum Beispiel, einem komplett elektronischen Lenksystem ohne mechanische Verbindung zu den Rädern (ein herkömmliches System ist aber für den Notfall weiterhin dabei, das ist noch gesetzlich vorgeschrieben). Oder seinem V6-Sauger-Hybrid, der mit 364 PS und 546 Newtonmeter Systemleistung so richtig satt im Futter steht. Kein eingefleis...