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MGS9 PHEV (2026) im Fahrbericht: Schnäppchen mit sieben Sitzen?

Und wie fährt sich der chinesische Plug-in-Hybrid?

MGS9 PHEV (2026) im Test
Bild von: MG Motor

Namen sind Schall und Rauch, schrieb einst der große Goethe. Doch damit lag er nicht immer richtig. Könnten Sie zum Beispiel spontan ein Fahrzeug aus dem aktuellen MG-Programm nennen? Selbst wir als gestandene Autojournalisten mussten an Bord des neuen Siebensitzer-SUVs der Marke schwer überlegen. Kein Wunder: MGS9 PHEV brennt sich nicht gerade in den Synapsen ein.

Gelingt es Nummer Neun, sich wenigstens durch äußere und innere Qualitäten bemerkbar zu machen? Das soll unser erster Fahrbericht klären.

Bildergalerie: MGS9 PHEV (2026) im Test

Karosserie/Design

Der MGS9 PHEV ist als großes SUV mit sieben Sitzen positioniert. Die Front wird von markanten Voll-LED-Scheinwerfern geprägt, während am Heck ein durchgehendes Leuchtenband für Wiedererkennung sorgt. Meint zumindest MG. Für unseren Geschmack ist das Design mit dem riesigen Grill doch arg chinesisch. Vermutlich könnte kaum einer der Polizei das Auto beschreiben.

Wahrscheinlich käme als Aussage nur: ein großes SUV. Mit 4,98 Meter Länge, einer Breite von knapp 1,97 Meter und einem Radstand von 2,92 Metern ist der MGS9 der momentane König im deutschen MG-Modellprogramm. Zur Serienausstattung gehören 20-Zoll-Leichtmetallräder, Dachreling und Voll-LED-Technik. Unpraktisch sind die ausfahrenden Stab-Türgriffe, positiv hingegen die hoch öffnende Heckklappe.

Schnelle Daten MGS9 PHEV (2026)
Antrieb 1,5-Liter-Turbbenziner plus Elektromotor
Systemleistung  220 kW (299 PS)
max. Drehmoment 390 Nm
0 - 100 km/h 9,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Länge 4.983 mm
Breite 1.967 mm
Höhe 1.778 mm
Radstand 2.915 mm
Leergewicht 2.160 kg
Zuladung 557 kg
Kofferraumvolumen 332 - 2.093 Liter
Anhängelast 2.000 kg
Stützlast/Dachlast 100 / 75 kg

Innenraum

Im Innenraum steht maximale Variabilität im Mittelpunkt. Der MGS9 PHEV bietet drei Sitzreihen mit Platz für bis zu sieben Personen. Die zweite Sitzreihe lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen, die dritte Reihe kann vollständig im Fahrzeugboden versenkt werden. (Sofern man vorher das Laderollo entfernt...) Dadurch wächst das Ladevolumen auf bis zu 2.093 Liter. Selbst bei voller Bestuhlung bleiben noch 332 Liter Gepäckraum erhalten. Klar ist aber, dass die Insassen ganz hinten nicht allzu groß sein sollten. 

Große Fensterflächen und das serienmäßige Panorama-Glasschiebedach schaffen ein offenes Raumgefühl. In Reihe gibt es viel Beinfreiheit samt durchgehendem Fußraum, die Lehnen sind verstellbar. Hinzu kommen zahlreiche Komfortdetails wie elektrisch verstellbare Sitze, 3-Zonen-Klimaautomatik und umfangreiche Ablagemöglichkeiten. Das Cockpit kombiniert zwei 12,3-Zoll-Displays mit klassischen Bedienelementen, um die Bedienung möglichst intuitiv zu halten. Die Betonung liegt auf möglichst ... Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie die MG-iSMART-Konnektivität gehören ebenfalls zum Angebot.

MGS9 PHEV (2026) im Test
MGS9 PHEV (2026) im Test
MGS9 PHEV (2026) im Test

MGS9 PHEV (2026) im Test

Bilder von: MG Motor

An der Verarbeitung gibt es nichts zu kritisieren, bei den verwendeten Materialien dominiert Kunststoff. Auch dort, wo man optisch Metall vermutet. Ansehnlich ist das Gesamtambiente dennoch. Löblich sind die echten Tasten für einige Direktzugriffe unterhalb des Touchscreens. Das ist auch nötig, denn MG-typisch sind einige Funktionen tief im Infotainment versteckt. Dort verwundern auch bisweilen einige Übersetzungen. 

Antrieb/Fahreindrücke

Beim Antrieb kombiniert der MGS9 PHEV einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit einem Elektromotor zu einer Systemleistung von 220 kW beziehungsweise 299 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 390 Nm. Die Kraftübertragung erfolgt über ein automatisches einstufiges Getriebe an die Vorderräder. Die 24,7-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie ermöglicht eine elektrische WLTP-Reichweite von bis zu 100 Kilometern.

Geladen wird mit bis zu 11 kW Wechselstrom, wodurch sich der Akku in etwa drei Stunden vollständig aufladen lässt. Der Plug-in-Hybrid erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und darf gebremste Anhänger bis 2.000 Kilogramm ziehen. MG positioniert den Antrieb ausdrücklich als Kombination aus lokal emissionsfreiem Alltagsbetrieb und hoher Langstreckentauglichkeit durch den zusätzlichen 65-Liter-Tank.

MGS9 PHEV (2026) im Test

MGS9 PHEV (2026) im Test

Bild von: MG Motor

Auf der Autobahn erweist sich der MG9 PHEV auch bei Tempo 170 noch als laufruhig. Zum guten Komforteindruck passen auch das Abrollverhalten und die unauffällige Lenkung. Einzig bei starkem Anfahren drehen die Räder durch, hier zeigt sich der Frontantrieb des MG. 

Verbrauch/Preis

Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 21,3 kWh Strom und 2,4 Liter Benzin pro 100 Kilometer, wir kamen auf 13,8 kWh und 1,9 Liter. Bei entladener Batterie steigt der Kraftstoffverbrauch auf 6,7 Liter pro 100 Kilometer. Die CO2-Emissionen betragen kombiniert 54 Gramm pro Kilometer.

Preislich startet der MGS9 PHEV in der Ausstattung Comfort bei 44.990 Euro, die Premium-Version kostet ab 48.790 Euro. Bereits die Basisversion umfasst zahlreiche Komfort- und Sicherheitsfunktionen wie Panorama-Glasschiebedach, 3-Zonen-Klimaautomatik, 360-Grad-Kamera, elektrische Sitze und umfangreiche Assistenzsysteme aus dem MG-Pilot-Paket. Das klingt teuer, relativiert sich aber deutlich beim Blick etwa auf einen VW Tayron: Unter rund 55.000 Euro läuft hier in Sachen PHEV gar nichts.

Fazit:

Der bislang größte MG auf dem deutschen Markt punktet beim Platzangebot und der Preisgestaltung. Gravierende Schwächen leistet er sich nicht, das Design muss man aber mögen. Ob das reicht, damit unentschlossene Kunden zu dem kryptischen Namen greifen? Immerhin: Bis Ende 2026 will MG rund 220 Servicepartner in Deutschland installiert haben.