Toyota bZ4X Touring im Test: Raumwunder mit Offroad-Optik
Der neue Toyota bZ4X Touring punktet mit 669 Litern Kofferraumvolumen und Komfort, zeigt aber Schwächen bei der Rekuperation.
Mit dem neuen bZ4X Touring bringt Toyota ein Fahrzeug auf den Markt, das eher als geräumiges Elektro-SUV denn als klassischer Elektrokombi einzustufen ist. Mit 4,83 Metern Länge überragt er den regulären bZ4X um 14 Zentimeter. Optisch fällt der Testwagen mit mattschwarzen Kunststoffverkleidungen an den Radläufen auf, die dem Wagen eine rustikale Note verleihen.
Viel Platz, aber Schwächen im Detail
Das Platzangebot gehört zu den großen Stärken des bZ4X Touring. Im Fond genießen Passagiere üppige Bein- und Kopffreiheit. Der Kofferraum schluckt beachtliche 669 bis 1.718 Liter. Das verspricht genug Platz für den Familienurlaub. Eine Durchladeeinrichtung für lange Gegenstände fehlt jedoch und die Heckklappe bietet keine Sensorsteuerung zur Bedienung per "Fußgeste".
Das Cockpit wurde unverändert vom normalen bZ4X übernommen. Das hoch platzierte Sieben-Zoll-Display macht mit Anzeigen von Tempo und Abbiegehinweisen ein Head-up-Display überflüssig. Besonders kleinere Personen sollten aber checken, ob sie eine Einstellung von Sitz und Lenkrad finden, bei das Display nicht vom Lenkrad verdeckt wird.
Die verwendeten Materialien wirken hochwertig. Doch die Sprachsteuerung erwies sich auf unserer Ausfahrt als weitgehend unbrauchbar; es konnte weder Navigationsziele verarbeiten noch simple Fensterheber-Befehle zuverlässig umsetzen. Die Laderoutenplanung funktionierte hingegen recht ordentlich.
Komfortabel, aber ohne One-Pedal-Driving
Das gefahrene Basismodell wird von einem Elektromotor mit 165 kW (224 PS) an der Vorderachse angetrieben. Trotz der moderaten Leistung wirkt das Fahrzeug damit agil. Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt, was in Kombination mit der Lenkung für ein teilweise schwammiges Gefühl sorgt. Auf nassen Straßen verliert der Frontantrieb auch vereinzelt an Traktion. Eine Alternative ist der Allradantrieb, der neben besserer Traktion und Leistung auch die doppelte Anhängelast bietet.
Die Rekuperation lässt sich serienmäßig über Lenkradwippen einstellen. Sie fällt aber selbst in der höchsten Stufe zu schwach aus. Echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand ist nicht möglich, der Tritt auf die Fußbremse bleibt bergab unerlässlich. Die Reichweite mit der stets eingebauten 71-kWh-Batterie liegt bei 591 Kilometern nach Norm. Die dürfte man auf der Landstraße auch erreichen. Auf der Autobahn sind aber wohl nur rund 420 Kilometer zu erwarten.
Solides Preis-Leistungs-Verhältnis
Der Toyota bZ4X Touring startet bei 51.990 Euro. Dafür erhält man den Fronttriebler mit einer umfangreichen Serienausstattung, zu der sogar Matrix-LED-Scheinwerfer gehören. Im hart umkämpften Segment der Mittelklasse-SUVs mit Elektroantrieb positioniert Toyota seinen Neuling als Modell mit Kombi-Ähnlichkeit und robuster Offroad-Optik. Das Auto ist kein Schnäppchen, aber im Vergleich zum VW ID.7 Tourer oder Tesla Model Y fair eingepreist. Wer ein geräumiges Familienauto sucht und über die Schwächen bei der Rekuperation hinwegsehen kann, findet hier eine praktische Alternative.
Alle technische Daten und Preise sowie eine umfangreiche Bildergalerie finden Sie im ausführlichen Testbericht des Toyota bZ4X Touring auf InsideEVs.de.
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