Der Mercedes E 300 de 4Matic All-Terrain ist ein Kombi mit Diesel-Plug-in-Hybrid-Antrieb, der Asphalt und Schotter gleichermaßen meistert. Der Antrieb kombiniert einen Diesel- und einen Elektromotor.

Diese Kombination sorgt für maximale Effizienz, wie mein Verbrauchstest zeigt. Auf unserer Standardteststrecke von Rom nach Forlì hatte der Wagen einen spektakulär niedrigen Durchschnittsverbrauch von  3,80 Liter/100 km. Mit deutschen Dieselpreisen von derzeit durchschnittlich 1,73 Euro pro Liter ergibt das Spritkosten von 6,57 Euro auf 100 km. Dazu kommt der Strom für die 25,4 kWh große Batterie, denn wie immer bei Plug-in-Hybriden fuhren wir mit vollem Akku los. Beim Verlassen der italienischen Hauptstadt schaffte ich dann 83 km im reinen Elektrobetrieb.

Beim Verbrauch unter den besten

Mit dem genannten Durchschnittsverbrauch von 3,80 Liter/100 km belegt das neue Mercedes E-Klasse T-Modell in der All-Terrain-Version einen der besten Plätze in unserem Testverbrauchs-Ranking in der Kategorie Plug-in-Hybrid-Autos. Zudem ist der Mercedes der sparsamste große Kombi, der je von uns getestet wurde.

Mercedes Classe E All Terrain, la vista di tre quarti anteriore

Das Mercedes E-Klasse T-Modell All-Terrain ist die geländegängigste Version des großen Kombis

Unter den PHEVs ähnlicher Größe und Leistung ist der Mercedes klar sparsamer als der Skoda Superb iV Combi (4,20 Liter/100 km), der Audi A6 Avant 55 TFSI e (4,50 Liter) und der Volvo V90 T8 Twin Engine AWD (6,00 Liter).

Luftfederung für maximalen Komfort, auch abseits der Straße

Bei dem von mir getesteten Fahrzeug handelt es sich um ein italienisches Mercedes E300 de 4Matic T-Modell All-Terrain Advanced. Der elektrifizierte 2,0-Liter-Turbodiesel mit 313 PS Systemleistung wird mit Allradantrieb, Neungang-Automatik und Airmatic-Luftfahrwerk kombiniert.

Mercedes Classe E All Terrain, gli interni

Mercedes E-Klasse T-Modell All-Terrain: Das Cockpit

Die gefahrene Motorisierung kostet in Deutschland als "All-Terrain Avantgarde Advanced" 81.743 Euro. In Italien werden 89.222 Euro für die Version "All Terrain Advanced" verlangt. Mit Extras wie 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, Panorama-Schiebedach, MBUX-Hyperscreen und Keyless-Go-Paket steigt der italienische Listenpreis auf etwas mehr als 100.000 Euro.

Das ist nicht gerade wenig, aber dafür bekommt man ein sehr geräumiges, sehr komfortables, leises und gut verarbeitetes Auto. Dazu kommen die erstklassige Ausstattung (auch in Sachen Assistenzsysteme), und die Fähigkeit, leichte Offroad-Strecken ohne Probleme zu bewältigen.

70 km im Elektromodus

Mit der voll aufgeladenen 25,4-kWh-Batterie schaffte ich auf meiner Idealstrecke mehr als  70 km im reinen Elektromodus. Bei niedrigem und konstantem Tempo waren es sogar über 110 km. Sehr praktisch ist der 11-kW-Wechselstrom-Bordlader, mit dem man schnell Strom nachladen kann. Das Gleichstromladen konnte ich nicht testen, da mein Testwagen nicht über dieses Extra verfügte.

Wenn die Batterie leer ist, verhält sich der neue Mercedes wie ein Vollhybrid mit leerer Batterie. Aber auch dann bleibt der über fünf Meter lange und mehr als 2,3 Tonnen schwere Kombi mit dem Dieselmotor sparsam. Der Spritverbrauch bleibt konstant niedrig und steigt nur auf der (italienischen) Autobahn ein wenig an. Der 50-Liter-Tank (optional auf 66 Liter erweiterbar) ermöglicht stets eine Reichweite von über 700 km, bei sehr verbrauchsbewusster Fahrweise sogar bis zu 1.000 km.

Verbrauch bei leerer Batterie

  • Stadt-Umland-Mix: 5,6 Liter/100 km, 890 km Reichweite (errechnet)
  • Landstraße: 6,7 Liter/100 km, 745 km Reichweite (errechnet)
  • Spritspartest: 4,2 Liter/100 km, 1.190 km Reichweite (errechnet)
Mercedes Classe E All Terrain, la vista posteriore

Mercedes E-Klasse T-Modell All-Terrain: Das Heck

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm Elektr. Reichweite (WLTP) CO2-Emissionen
(WLTP)
Mercedes E 300 de 4Matic All Terrain Diesel 313 PS Euro 6E k.A. 16-22 g/km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Mercedes E 300 de 4Matic All Terrain Advanced
Grundpreis: 81.753 Euro als "All Terrain Avantgarde Advanced" (in Italien 89.222 Euro)
Testdatum: 4. März 2024
Wetter (Abfahrt/Ankunft): Regen, 13 Grad / Regen, 10 Grad
Während der Tests insgesamt gefahren: 831 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 71 km/h
Reifen: Pirelli Winter SottoZero 3 Elect PNCS T0 - 255/40 R20 M+S /  Pirelli Winter 270 SottoZero Series II - 285/35 R20 M+S

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 3,8 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 3,8 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,80 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,73 Euro/Liter (Diesel)
Spritkosten: 6,57 Euro/100 km

Unsere italienischen Kollegen erstellen ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 47 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland Anfang 2023 laut Verivox). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

Bildergalerie: Mercedes E-Klasse All-Terrain 2024