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Porsche verlängert Standortsicherung um fünf Jahre bis 2035

Gleichzeitig werden aber 5.000 Stellen "sozialverträglich" abgebaut

Porsche-Wappen, 2023, Porsche AG
Bild von: Porsche

Porsche steckt in der Krise, man muss effizienter werden und an der Kostenschraube drehen. Jetzt gibt es erste Ergebnisse. Der Vorstand und der Gesamtbetriebsrat der Porsche AG haben gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Metall und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall ein umfassendes Zukunftspaket verhandelt.

Das Abkommen dient laut offizieller Mitteilung von Porsche als fundamentale Grundlage für die strategische Neuausrichtung des Sportwagenherstellers im Rahmen der Unternehmensstrategie "Sportwagenschmiede 35". Die detaillierte Vorstellung dieser Strategie ist für den Capital Markets Day im Oktober vorgesehen.

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Ein zentrales Element des Pakets ist die Verlängerung der Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035, wodurch betriebsbedingte Kündigungen für diesen Zeitraum ausgeschlossen werden. Gleichzeitig verpflichtet sich das Unternehmen zu kumulierten Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach.

Mit diesen finanziellen Mitteln soll sichergestellt werden, dass die zweitürigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen produziert werden, der Umfang des Sonderwunschprogramms erweitert werden kann und die Entwicklungsaufgaben für sämtliche Modellreihen am Standort Weissach gebündelt bleiben.

Um diese Investitionen zu ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken, verständigten sich die Verhandlungspartner auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Personalkosten sowie zur Steigerung von Flexibilität und Produktivität.

Stellenabbau trotz Standortsicherung

Im Zuge dessen ist ein sozialverträglicher Abbau von weiteren 5.000 Stellen bis zum Jahr 2035 geplant. Dieser Stellenabbau soll vorwiegend über die natürliche Fluktuation, demografische Effekte, die Erweiterung des Sonderprogramms zur Altersteilzeit sowie über freiwillige Aufhebungsverträge erfolgen.

Zur Kostensenkung tragen alle Beschäftigtenebenen bei. Sowohl im Managementkreis als auch bei den Beschäftigten im Porsche-spezifischen Entgeltrahmen werden von aktuellen und künftigen Tariferhöhungen temporär insgesamt 3,5 Prozent bis zum Jahr 2035 einbehalten. Das Obere und das Top-Management verzichten in den Jahren 2027 und 2028 auf einen wertgleichen Beitrag bei der Erhöhung ihrer Grundvergütung.

Weniger Weihnachtsgeld

Darüber hinaus erfolgen Anpassungen bei den Einmalzahlungen. Der freiwillige betriebliche Anteil beim Weihnachtsgeld reduziert sich bis 2035 von 45 auf 5 Prozent, was eine Verringerung des Weihnachtsgeldes von bis zu 100 auf 60 Prozent eines Monatsentgelts bedeutet. Die freiwillige Sonderzahlung wird künftig enger an den Unternehmenserfolg sowie an die Ertragskraft gekoppelt.

Weitere betriebliche Änderungen betreffen die Arbeitsorganisation. Mobile Arbeit ist künftig an maximal acht statt bisher zwölf Tagen pro Monat gestattet. Zudem werden die Rahmenbedingungen für Erholzeitpausen und die Taktzeiten in den Produktionsbereichen angepasst.

Geld für Gewerkschaftsmitglieder

Das Vereinbarungspaket beinhaltet ferner finanzielle und arbeitszeitrechtliche Regelungen für die Belegschaft. Im August 2026 erhalten die Tarifmitarbeiter eine einmalige Transformationsprämie von 1.500 Euro. Für Mitglieder der IG Metall erhöht sich diese Prämie einmalig um 411 Euro auf insgesamt 1.911 Euro. Zudem sieht das Paket einen speziellen IG Metall Bonus vor, der den Mitgliedern jährlich einen zusätzlichen freien Tag sowie einen Wertgutschein in Höhe von 200 Euro gewährt.

Sowohl der Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Leiters als auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ibrahim Aslan betonten die Notwendigkeit der getroffenen Kompromisse für den wirtschaftlichen Erfolg und die Beschäftigungssicherung. Seitens der IG Metall Stuttgart bewertete die Zweite Bevollmächtigte Tamara Hübner die Verlängerung der Standortsicherung und die Investitionszusagen als wichtiges Signal für den Industriestandort Baden-Württemberg.