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MaiKäfer-Treffen 2026: VW zeigt zwei Käfer-Cabrio-Legenden

Ein Hebmüller trifft in Hannover das letzte gebaute Käfer Cabriolet von 1980

VW Hebmüller Cabrio und VW Käfer 1303 Cabrio
Bild von: Volkswagen

Auf dem MaiKäfer-Treffen am 1. Mai auf dem Messegelände in Hannover stellt Volkswagen Classic eine Gegenüberstellung zweier offener Käfer-Varianten vor, die unterschiedliche Entwicklungsphasen des Modells repräsentieren. Gezeigt werden ein Hebmüller Cabriolet (Typ 14A) aus dem Jahr 1950 sowie das letztgefertigte Käfer 1303 Cabriolet von 1980. 

Das Hebmüller Cabriolet entstand in einer frühen Phase der Nachkriegsproduktion. Die Karosserie wurde bei der Karosseriefabrik Hebmüller in Wülfrath gefertigt und basiert auf der Plattform des Volkswagen Typ 1. Charakteristisch ist die zweisitzige Ausführung mit einem flach auslaufenden Heck und einer klar reduzierten Linienführung. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit 1,1 Liter Hubraum und 25 PS Leistung. Die Kraftübertragung erfolgt über ein unsynchronisiertes Vierganggetriebe, was den fahrerischen Anspruch im Vergleich zu späteren Modellen erhöht.

VW Hebmüller Cabrio von 1950

VW Hebmüller Cabrio von 1950

Bild von: Volkswagen

Technisch entspricht das Fahrzeug weitgehend dem Serienkäfer der damaligen Zeit, weist jedoch durch die aufwendige Karosserie und die geringe Stückzahl einen exklusiven Charakter auf. Die Produktion wurde nach einem Brand im Werk 1949 stark eingeschränkt und endete nach insgesamt 696 Einheiten. Heute zählen erhaltene Exemplare zu den seltensten Varianten des frühen Käfers.

Das Käfer 1303 Cabriolet von 1980 markiert hingegen den Abschluss der offenen Käfer-Produktion in Deutschland. Es basiert auf der weiterentwickelten 1303-Baureihe, die ab 1972 gefertigt wurde. Im Unterschied zu früheren Versionen verfügt der 1303 über eine gewölbte Panorama-Windschutzscheibe, die den Innenraum vergrößert und die Sicht verbessert. Technisch unterscheidet sich das Modell durch die Einführung einer McPherson-Vorderachse, die gegenüber der bisherigen Drehstabfederung ein präziseres Fahrverhalten ermöglicht.

Das letzte VW Käfer Cabriolet (1980)
Bild von: Volkswagen

In den späten Ausführungen kamen Motoren mit bis zu 50 PS aus 1,6 Litern Hubraum zum Einsatz. Sicherheits- und Komfortmerkmale wie Scheibenbremsen vorne, Dreipunktgurte, gepolsterte Armaturen und eine beheizbare Heckscheibe spiegeln den gestiegenen Anspruch der späten 1970er-Jahre wider. Die Fertigung der Cabriolets erfolgte bei Karmann in Osnabrück, einem langjährigen Partner von Volkswagen im Karosseriebau.

Bandablauf des letzten Käfer Cabriolet bei Karmann Osnabrück – direkt gefolgt vom Golf I Cabrio

Bandablauf des letzten Käfer Cabriolet bei Karmann Osnabrück – direkt gefolgt vom Golf I Cabrio

Bild von: Volkswagen

Die Gegenüberstellung beider Fahrzeuge zeigt die kontinuierliche Weiterentwicklung des Grundkonzepts. Während der Hebmüller als handwerklich geprägte Kleinserie mit starkem Fokus auf Formgebung und Exklusivität gilt, steht das 1303 Cabriolet für die technische Reife und Alltagstauglichkeit des Käfers in seiner späten Phase.

Trotz identischem Grundlayout mit luftgekühltem Heckmotor und Plattformrahmen unterscheiden sich beide Fahrzeuge deutlich in Konstruktion, Sicherheitsniveau und Nutzungskontext. Die Präsentation ermöglicht einen direkten Vergleich dieser Entwicklungsstufen und veranschaulicht die Transformation des Käfers vom einfachen Nachkriegsfahrzeug zum etablierten Serienmodell mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz.