Neuer Mercedes CLA kommt doch wieder als Shooting Brake
Ob es einen Nachfolger für den schönen Kombi geben würde, war lange in der Schwebe
Der neue Mercedes CLA wird noch in diesem Monat vorgestellt. Bei all dem Brimborium, dass seit der Enthüllung der Studie auf der IAA 2023 um das Auto gemacht wird, sollte klar sein, welchen Stellenwert es innerhalb des Konzerns genießt. Jetzt wissen wir: Die CLA Limousine muss die Verantwortung nicht alleine schultern. Es wird tatsächlich wieder einen CLA Shooting Brake geben.
Das sind hervorragende Nachrichten, denn erstens sind die beiden bisherigen Kombi-Generationen des CLA jeweils überaus ansehnlich geraten und zweitens hat sich das Verkaufsvolumen der gehobenen Kompaktklasse seit der Einführung des CLA Shooting Brake 2015 in etwa verdoppelt. Zumindest in Deutschland. Grob über den Daumen gepeilt reden wir hier von knapp 10.000 Fahrzeugen im Jahr, nur bei uns.
Bildergalerie: Mercedes CLA Shooting Brake (2025) Erlkönig
Dazu kommt: Anders als BMW mit dem i5 und Audi mit dem A6 e-tron hat der Daimler derzeit keinen einzigen elektrischen Kombi im Portfolio. Entsprechend wird der kommende CLA Shooting Brake bei Größe und Raumausnutzung zulegen.
Sie sehen es bereits an der Dachform des hier gezeigten Prototypen. Sie ist weit weniger schnittig und fällt nicht annähernd so radikal ab, wir wir das vom aktuellen Modell kennen. Das spricht für ein größeres Raumangebot im Fond und Kofferraum. Außerdem werden Radstand (um die 2,80 Meter) und Außenlänge (4,75 bis 4,80 Meter) zulegen. Auch hier wieder gut zu erkennen: Der Mercedes-Stern als Element in den Leuchteneinheiten.
Mercedes CLA Shooting Brake (2025) Erlkönig
Technisch basiert der Shooting Brake auf der künftigen Mercedes CLA Limousine, die noch 2025 auf den Markt kommt. Sie ist das erste Modell, das auf der neuen Mercedes Modular Architecture (MMA) basiert. Diese Plattform unterstützt die Nutzung von Verbrennern und vollelektrischen Antrieben. Dem Level der Tarnung nach zu urteilen (ziemlich dünn), wird der CLA Shooting Brake das zweite Modell auf der neuen Architektur sein. Es folgen nach bisherigem Kenntnisstand ein GLA und ein GLB.
Mercedes nimmt die neuen Modelle und die zugrunde liegende Plattform sehr ernst. CEO Ola Källenius hat bereits angekündigt, dass die Marke „alle Aspekte dessen, was Kunden in diesem Segment erwarten können, erheblich verbessern wird.“
Hier zeigt sich bereits der 180-Grad-Schwenk in der Elektro-Strategie von Mercedes. Das Experiment mit einer eigenen, rein elektrischen EQ-Modellfamilie ist vorerst gescheitert. Künftig kann der Kunde selbst auswählen, welchen Antrieb er in seinem präferierten Mercedes haben möchte.
Apropos: Der kommende CLA erhält einen völlig neuen Hybridantrieb mit dem 1,5 Liter großen M252-Vierzylinder-Benziner, einer 1,3-kWh-Batterie und einem Elektromotor. Es wird ihn in drei Leistungsstufen mit 136, 163 und 190 PS (plus 27 PS vom E-Motor) geben. Dazu kommt ein neu entwickeltes 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
Der neue Motor ist 17 Prozent leichter als der bisherige M260-Benziner und soll mehr können, als bisher bekannte Mildhybride: Mercedes behauptet, dass das Fahrzeug mehrere Kilometer rein elektrisch fahren kann – mit bis zu 100 km/h.
Laut Mercedes-Ingenieur Karsten Krebs erreicht der Hybrid „eine Kraftstoffeffizienz auf Diesel-Niveau“. Deshalb wird es keinen Plug-in-Hybrid geben – laut Getriebe-Experte Jan Becker ist das 48-Volt-System die beste Kombination für den Alltag.
Bildergalerie: Mercedes CLA (2025): Vorschau auf den Verbrenner-Antriebsstrang
Die Elektroversion des CLA wird man mit zwei unterschiedlichen Batterien anbieten. Den Einstieg bildet ein 58-kWh-LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat), darüber rangiert ein 85-kWh-NMC-Akku (Nickel-Mangan-Kobalt), der eine Reichweite von mehr als 750 Kilometer ermöglichen soll. Dank der 800-Volt-Architektur kann das System mit bis zu 320 kW laden – so sollen 300 km Reichweite in nur 10 Minuten möglich sein.
Die Leistungspalette beginnt bei 150 kW und reicht bis über 400 kW. Das verkündete kürzlich Konzernchef Ola Källenius beim Geschäftsbericht zum Jahr 2024. Bei der Vorstellung der Technik hieß es noch, dass an der Hinterachse ein 200-kW-Motor sitzt, während bei den Allradlern vorne eine 80-kW-Maschine hinzukommt. Letztere wird per Disconnect Unit (DCU) abgekoppelt, wenn sie nicht gebraucht wird. Alle Motoren werden mit Siliciumcarbid-Invertern kombiniert, und an der Hinterachse arbeitet standardmäßig ein Zweigang-Getriebe.
Die offizielle Premiere des neuen Mercedes CLA geht am 13. März in Rom über die Bühne. Ausgeliefert wird bereits ab dem zweiten Halbjahr. Der CLA Shooting Brake wird dann 2026 folgen.
Quelle: Automedia
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