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Toyotas vergessener Mittelmotor-Hot Hatch ist wild

Das kürzlich gezeigte GR Yaris M Concept ist nicht der erste Mittelmotor-Winzling von Toyota

Toyota Aygo Crazy Concept (2008)
Bild von: Toyota

Die essenziellen Mittelmotor-Hot Hatches kommen sicherlich von Renault - der gute alte 5 Turbo und der inzwischen auch nicht mehr so junge Clio V6 dürfen als Meilensteine gelten. Aber natürlich haben auch andere Marken praktische Kleinwagen in deutlich aufregendere Gefährte verwandelt. Der Peugeot 205 Turbo 16, der MG Metro 6R4 und einige wilde Studien kommen einem hier in den Sinn. 

Erinnern Sie sich etwa noch an den irren VW Golf GTI W12? Auch Toyota hat kürzlich wieder Schlagzeilen gemacht mit seinem großartigen GR Yaris M Concept mit neu entwickeltem Zweiliter-Vierzylinder im Heck. Für den ein oder anderen mag das womöglich überraschend kommen, aber der wilde Yaris ist nicht die erste kompakte Mittelmotor-Fräse der Japaner. 

Wir spulen zurück ins Jahr 2008, British International Motor Show. Dort zeigte Toyota, was passiert, wenn man den winzigen Aygo richtig "Crazy" macht. In der Tat spendierte man dem Einzelstück den Namen "Aygo Crazy". Das Auto hatte wirklich nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Serienauto zu tun. Den 1,8-Liter-Motor entlieh es sich vom Celica und MR2, allerdings setzte man für die Studie noch ein Toyota Motorsport-Turbokit oben drauf. Aus den ursprünglichen 68 PS und 93 Nm des Aygo wurden so 200 PS und 240 Nm. 

Bild von: Toyota

Vom MR2 bekam der Aygo Crazy auch das 5-Gang-Schaltgetriebe, welches die Kraft an die Hinterräder weitergibt. Auch dank des Gewichts von lediglich 1.050 Kilogramm, ist das Auto fahrdynamisch sicher ein großer Spaß. Toyota selbst beschrieb den Wagen folgendermaßen: "Wie ein Kart mit Türen und einem Dach". Elektronische Helferlein sucht man komplett vergebens. Man entschied sich dazu, selbst auf ABS und eine Servolenkung zu verzichten. 

Neben dem Antrieb liefert der damalige MR2 auch das Fahrwerk mit Macpherson-Federbeinen an beiden Achsen. Toyota entschied sich beim Aygo Crazy für Verstell-Dämpfer und verbreiterte die Spur um 2,5 Zentimeter. Der Carbon-Dachspoiler kam von der American Champ Car-Serie, die später im gleichen Jahr ein Ende fand. 

17-Zöller mit 225/45er-Bereifung ersetzen die serienmäßigen 14-Zoll-Räder. Dazu gibt es gelochte Scheibenbremsen statt der ursprünglichen Trommeln hinten. Die vorderen Stopper rüstete man mit größeren Scheiben und Brembo-Sätteln auf. 

Toyota nannte damals eine 0-100-km/h-Zeit von 5,75 Sekunden für sein sogenanntes "Shopping Supercar". Die Höchstgeschwindigkeit gab man mit 204 km/h an. Geringfügig schneller als ein Standard-Aygo, der 14,2 Sekunden benötigt und bei 157 km/h ans Ende seines Vortriebs gelangt.  

Toyota Aygo Crazy Concept (2008)

Der Aygo Crazy war damals als voll funktionsfähiges Auto konzipiert. Gleiches kann übrigens auch über den GR Yaris M Concept gesagt werden. Toyota-Chef Akio Toyoda wird mit dem Mittelmotor-Kompakten noch in diesem Jahr Rennen fahren. 

Eine Serienversion ist sehr unwahrscheinlich, allerdings hat der Autobauer bereits die ein oder andere Andeutung fallen gelassen, was eine Rückkehr der Celica oder des MR2 betrifft. Diese beiden könnten Toyotas neuen G20E nutzen, einen aufgeladenen 2,0-Liter-Vierzylinder, der es auf bis zu 400 PS bringen soll.