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Der erste Ford Escort RS ist zurück - als Neuwagen

Er wird komplett neu gebaut und liegt preislich auf Supersportwagen-Niveau

Ford Escort RS by Boreham Motorworks
Bild von: Boreham Motorworks

Ford bereitete dem Escort in den frühen 2000ern den Garaus um Platz zu machen für den Focus (der wiederum nächstes Jahr von uns gehen wird). Im letzten Jahrzehnt gelang dem legendären Namen jedoch ein überraschendes Comeback als Limousine, gebaut für und in China. Die Rückkehr war von relativ kurzer Dauer, denn im letzten Jahr wurde das Modell eingestellt. Nun aber ist der Escort erneut zurück und zwar in deutlich aufregender Form. 

Dieses Mal allerdings ist Ford nur am Rande beteiligt. Den Begriff "Restomod" werden Sie bestimmt schon mal gehört haben. Hier handelt es sich jedoch nicht um einen solchen. Stattdessen haben wir es bei diesem Escort RS mit einem "Continumod" zu tun.

Mit dem Segen des Blauen Ovals bringt das britische Unternehmen Boreham Motorworks den High Performance-Escort nun mit diesem Continumod zurück. Wir befürchten, dieser Begriff dürfte hierzulande kaum bekannt sein, aber per Definition ist es ein "entwurfsgetreues, periodengemäßes Fahrzeug, das neu gebaut wird". Ein Restomod hingegen ist ein bereits existierendes Auto, das optisch und technisch aufgefrischt wird.

Aber genug der schnöden Theorie. Interessanterweise ist Bonham Motorworks ein Lizenz-Partner von Ford. Technisch gesehen ist der Escort RS also eine Fortführung des ehemaligen Modells - inklusive der Chassis-Nummern, die Ford bereitstellt. So schreibt der Wagen eine Geschichte weiter, die vor mehr als einem halben Jahrhundert mit dem 1970er Escort RS1600 begann. 

Bild von: Boreham Motorworks

Der neue Escort RS adelt das Original, indem er die Linien seines Vorfahren beibehält. Die Hardware innerhalb der Retro-Karosserie wird allerdings modernisiert. Vom ursprünglichen Antrieb ist nichts mehr übrig. Neu ins Spiel kommt ein 2,1-Liter-Vierzylinder mit stabilen 296 PS und einer vermutlich sehr lauten 10.000er-Drehzahlgrenze. Die Schaltarbeit übernimmt ein Dogleg-5-Gang-Schaltgetriebe.

Alternativ ist auch eine Art Basismodell mit einem 182 PS starken 1,8-Liter-Aggregat und einem geradeverzahnten 4-Gang-Ford Bullet Syncromesh-Schaltgetriebe erhältlich. Selbst die schwächere Variante sollte in der Lage sein, für jede Menge Thrill zu sorgen, denn Boreham Motorworks peilt ein Fahrzeuggewicht von gerade mal 800 Kilogramm an. 

Beide Motoren sind Einspritzer, das stärkere Aggregat verfügt dazu über eine elektronische Drosselklappensteuerung. Wie in der guten alten Zeit sucht man vergeblich nach Helferlein, die das Fahren angenehmer machen. ABS, Servolenkung, Traktionskontrolle oder ein Bremskraftverstärker glänzen sämtlichst durch Abwesenheit. Scheibenbremsen an allen vier Rädern bekommt man aber. 

Die 15-Zöller füllen die üppigen Radkästen hervorragend aus. Selbige sind wie der Rest der Karosserie aus Stahl. Geschmiedete Magnesium-Felgen gibt es gegen Aufpreis.

Ford Escort RS by Boreham Motorworks

Im Innenraum sehen wir Schalensitze und einen vollwertigen Überrollkäfig. Boreham Motorworks hübscht die Kabine zusätzlich mit Alcantara und Leder auf. Optional erhält der Kunde Vierpunktgurte und eine Carbon-Sektion im Heck, in der Rennhelme untergebracht werden können. Das Auto verfügt über eine Klimaanlage, ein kleines Infotainmentsystem, eloxierte Instrumente und neue Bedieneinheiten. 

Der Preis hat allerdings das Potenzial, die Freude über das gelungene Revival erheblich zu trüben, denn der neue Escort RS startet bei 295.000 Pfund, was derzeit gut 358.000 Euro sind. Borehams Continumod erscheint 50 Jahre nach dem Bau des finalen Mk1 Escort RS, dem 1974er RS2000, und ist auf 150 Exemplare limitiert. Dazu gibt es eine Garantie über zwei Jahre oder 32.000 Kilometer. Das öffentliche Debüt des neuen Escort RS ist für kommenden Sommer geplant, die Produktion soll im dritten Quartal 2025 starten.