ADAC: Tankrabatt kommt nicht komplett an
Bislang spüren Autofahrer nur die Hälfte der geplanten Preissenkung
Seit dem 1. Juni 2022 gilt an deutschen Tankstellen der staatlich geförderte Tankrabatt für Diesel und Super. Doch nach einem Preisrutsch am ersten Tag merkt man mittlerweile nicht mehr viel von der angekündigten Senkung. Das kritisiert nun auch der Automobilclub ADAC.
Trotz Energiesteuersenkung kommen die prognostizierten Senkungen von 35 Cent bei Super E10 und 17 Cent beim Diesel nicht bei den Verbrauchern an. Das zeigt auch der ADAC-Wochenvergleich der Kraftstoffpreise.
So verzeichnet der Club bei Superbenzin einen Rückgang von 20,3 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Er kostet damit im bundesweiten Mittel je Liter 1,948 Euro. Damit bleibt der Rückgang allerdings rund 15 Cent hinter den Möglichkeiten der Steuersenkung zurück.
Auch Diesel ist im Vergleich zur Vorwoche zwar um 5,2 Cent zurückgegangen und kostet im Bundesschnitt 1,992 Euro je Liter. Käme die Steuersenkung eins zu eins beim Verbraucher an, müssten jedoch noch weitere 12 Cent abgezogen werden.
Seitdem die Steuersenkung in der vergangenen Woche in Kraft getreten ist und am ersten Tag zu einem spürbaren Rückgang der Kraftstoffpreise geführt hat, sind die Spritpreise seit dem 1. Juni jedoch täglich wieder nach oben gegangen.
Zwar ist gleichzeitig der Ölpreis angestiegen (Rohölsorte Brent notiert bei 121 US-Dollar), was aber nur bedingt den Anstieg der vergangenen Tage erklärt. Der ADAC fordert, dass die Entlastungen jetzt vollständig bei den Verbrauchern ankommen müssen.
Hinzu kommt, dass das Preisniveau an den Tankstellen bereits in den Wochen vor der Steuersenkung immer weiter gestiegen ist und zuletzt massiv überhöht war. Laut ADAC gibt es bei beiden Kraftstoffen unabhängig von der Energiesteuersenkung nach wie vor ein deutliches Potenzial für Preissenkungen.
Der Club empfiehlt den Autofahrern, sich vor dem Tanken über die aktuellen Spritpreise zu informieren und gezielt preisbewusst zu tanken. Gerade weil einzelne Tankstellen die Steuersenkung möglicherweise verzögert oder nur teilweise an die Verbraucher weitergeben könnten, ist ein Preisvergleich sinnvoll und wichtig. Weiterhin gilt: Wer abends tankt, kann regelmäßig mehrere Euro gegenüber den Morgenstunden sparen.
Auch interessant
ADAC-Pannenstatistik 2026: Die Patienten werden immer älter
Citroen Saxo VTS: Der kleine Landstraßen-König wird 30
ADAC-Test: So gut arbeiten Notbrems-Assistenten im Nebel
Letzte Chance für Verbrenner-Macan: Porsche stockt Bestand vor Produktionsende auf
Bundesregierung senkt Energiesteuer auf Kraftstoff
Range Rover SV Ultra: Spitzenmodell wird zum Konzertsaal
Diesel-Preis explodiert in Deutschland: Fast 18 Cent teurer