Nach einer mehrjährigen Pause meldet sich der unabhängige Sportwagenhersteller Wiesmann mit dem Project Thunderball im Retro-Look zurück. Sie kennen vielleicht die BMW-Modelle der Marke, aber unter der Haube steckt kein Motor bayerischer Herkunft. Tatsächlich gibt es überhaupt keinen Verbrenner mehr, denn der Roadster ist rein elektrisch.

Interessant ist auch die Tatsache, dass zwei Elektromotoren nicht immer Allradantrieb bedeuten müssen, denn im Falle des Project Thunderball sind beide hinten angebracht, um dem Elektro-Roadster einen hecklastigen Charakter zu verleihen. Es ist nicht das erste elektrische Cabrio mit Hinterradantrieb, denn auch der ursprüngliche Tesla Roadster schickte seine Kraft ausschließlich an die Hinterachse.

Wiesmann Project Thunderball

Project Thunderball greift das Styling seiner Vorgänger mit ihren britischen Einflüssen wieder auf. So erinnert der eiförmige Kühlergrill an den MF5 V10 Roadster, von dem er auch das Thema der gestapelten doppelten Rundscheinwerfer übernommen hat. Die Muschelhaube ist ebenfalls eine Anspielung auf die Vergangenheit, während das Retro-Interieur mit modernen Annehmlichkeiten wie einem großen Touchscreen und körperbetonten Sitzen mit Kohlefaser-Schalen ausgestattet ist.

Wiesmann verspricht saftige Zahlen für den Project Thunderball. Seine beiden Elektromotoren sollen 671 PS leistet und ein kombiniertes Drehmoment von 1.100 Newtonmetern entwickeln. Das rund 1.700 Kilogramm schwere Fahrzeug benötigt nur 2,9 Sekunden, um aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen.

 

Die beiden Elektromotoren werden von einer 83-kWh-Batterie gespeist, die mit einer Spannung von 800 Volt und einer Leistung von bis zu 300 kW geladen werden kann. Wenn die Batterie voll ist, kann Project Thunderball zwischen zwei Aufladungen bis zu 500 Kilometer zurücklegen. Die Wiesmann-Ingenieure haben das Elektroauto mit fünf wählbaren Stufen der Bremsenergierückgewinnung konzipiert, was laut Firmenchef Roheen Berry "der aufregendste elektrische Sportwagen der Welt" sein wird.

Es gibt keine Angaben darüber, wann der Project Thunderball auf den Markt kommt und wie viele Exemplare gebaut werden sollen. Auch der Preis ist noch ein fehlendes Puzzlestück. Wir wissen aber, dass das elektrische Cabrio im Gecko-Werk in Dülmen hergestellt werden wird. Man sagt uns außerdem, dass die meisten Mitarbeiter des ursprünglichen Teams immer noch für das Unternehmen tätig sind.