Im Finale sind Hamburg, Berlin und München

Es ist ein Paukenschlag: Nach fast 70 Jahren verlässt die IAA Frankfurt. Die nächste Pkw-Ausgabe im Jahr 2021 wird an einem anderem Ort stattfinden. Das hat jetzt der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) als Ausrichter der Messe bekanntgegeben. Die letzte Frankfurter IAA 2019 hatte mit Klima-Protesten und Besucherrückgang zu kämpfen.

Um die IAA 2021 hatten sich sieben Städte beworben, darunter auch Hannover, wo bereits die Nutzfahrzeug-IAA stattfindet. Für das Finale konnten sich drei Orte qualifizieren. Das sagt der VDA: „Wir freuen uns über das sehr große Interesse an der neuen IAA. Nach intensiven Vorarbeiten, die bereits im Oktober 2019 begannen, haben sieben Städte ihre Konzepte und Ideen beim VDA vorgestellt. Am 23. und 24. Januar 2020 präsentierten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart dem VDA und VDA-Mitgliedsunternehmen ihr jeweiliges Konzept.

Diese Präsentationen wurden danach umfassend ausgewertet. Die Ideen jeder einzelnen Stadt sind sehr kreativ und durchweg anspruchsvoll. Sie unterstreichen, dass jede der sieben Städte über ein eigenes Profil und eigene Stärken verfügt. Es ist ein sehr enges Rennen, die Performance durchweg hoch.

In seiner heutigen Sitzung hat der VDA-Vorstand die verschiedenen Konzepte und Ideen intensiv behandelt und die Entscheidung getroffen, dass mit den Städten Berlin, Hamburg und München weitere Gespräche geführt und zudem konkrete Vertragsverhandlungen aufgenommen werden. Eine Entscheidung über die Stadt, in der die IAA ab 2021 stattfinden wird, ist in den nächsten Wochen zu erwarten.

Auch die Ideen und Konzepte der Stadt Frankfurt am Main waren sehr eindrucksvoll. Doch nach Auswertung aller relevanten Kriterien wird die IAA 2021 nicht mehr am Messestandort Frankfurt am Main stattfinden."

Während bei München womöglich die Nähe zu BMW eine Rolle spielt, kann Berlin auf eine lange Automessen-Tradition zurückblicken. Hier fand 1897 die erste IAA mit acht Motorwagen statt, in der Nazi-Zeit wandelte sich die IAMA, wie sie aufgrund der Integration von Motorrädern damals hieß, zur Massenveranstaltung.

Nach dem Krieg gab es bis 1949 einige Automobilausstellungen im Rahmen der Hannover-Messe, 1950 folgte eine erste Autoschau in Berlin, die nachträglich als IAA gezählt wurde. Die erste "richtige" Nachkriegs-IAA fand 1951 in Frankfurt am Main statt. In Berlin fanden kleinere Autoschauen statt, bis dort 1978 die AAA (Autos, Avus, Attraktionen) ins Leben gerufen wurde. Im Einheitsjahr 1990 verzeichnete man 250.000 Besucher, 2000 fand die letzte AAA statt.

1971 wurde zum einzigen Mal eine IAA abgesagt, 1989 gab es letztmalig eine gemeinsame IAA für Pkw und Nutzfahrzeuge in Frankfurt, die mit 1,2 Millionen Besuchern bis heute den Rekord hält. 2019 kamen 560.000 Autofans zur Messe, ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber 2017.