Vorschläge von VDA, Städtebund und Verkehrsministerium

Anwohner-Parkausweise in den Städten sollen deutlich teurer werden. Bisher dürfen diese maximal 30,70 Euro jährlich kosten. Nach Vorschlägen des Städtebunds könnte ein solcher Ausweis künftig bis zu 200 Euro kosten. Auch der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hat Vorschläge zur künftigen Parkraum-Management erarbeitet, wie ein Artikel von FAZ.net nun ausführt.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte kürzlich angekündigt, er wolle prüfen, ob die Städte künftig die Obergrenze für das Anwohnerparken nach eigenem Ermessen festsetzen könnten. Der Vorstoß war vom Deutschen Städtetag begrüßt worden.

Die Organisation der deutschen Großstädte kann sich dabei einen Preisrahmen von 20 bis 200 Euro jährlich vorstellen. Mit 30 Euro seien noch nicht mal die Kosten der Kommunen für die Schilder und Ausweise gedeckt, so der Städtetag. Außerdem müssten die Kommunen die Möglichkeit erhalten, nach eigenem Gutdünken eine City-Maut einzuführen, so der Verbandspräsident Helmut Dedy (SPD). Dedy fordert generell weniger Autoverkehr und dafür mehr "Mobilität auf der Schiene, im Bus, auf dem Fahrrad und zu Fuß".

Sogar der VDA-Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel findet, das Verkehrsaufkommen in der Stadt müsse verringert werden. Häufig sei eine Parkgebühr unumgänglich, so der Verband der deutschen Autohersteller. Die engen rechtlichen Grenzen für diese Gebühren würden den Wert des knappen Parkraums aber kaum abbilden.

Der VDA kann sich aber eine Differenzierung der Gebühren vorstellen. Das würde bedeuten, dass ein Parkplatz je nach seiner Lage und dem Zeitpunkt seiner Benutzung unterschiedlich viel kostet. Außerdem könnten Besserverdienende mehr für Anwohner-Parkausweise zahlen. Zudem schlägt der VDA spezielle Parkplätze für Lieferfahrzeuge und günstigere Gebühren für Elektrofahrzeuge vor.

Der Verband fordert außerdem mehr digitale Lösungen für das Parkplatz-Management. Damit sind offenbar Modelle wie Park Now von BMW und Daimler oder das geplante Parking Space Guidance von Ford und Vodafone. Diese Angebot erleichtern das Auffinden freier Parkplätze durch die Nutzung von Daten, die von anderen Fahrzeugen gesammelt werden. Solche Angebote könnten den Parksuchverkehr deutlich reduzieren, der bis zu einem Drittel des Verkehrs in Großstädten ausmacht.

Auch gegen die geplanten höheren Bußgelder fürs Falschparken hat der VDA nichts. Nach dem Entwurf des Verkehrsministers soll man demnächst für das Parken in der zweiten Reihe, sowie für das Parken auf Geh- und Radwegen künftig bis zu 100 Euro zahlen. Der VDA empfiehlt zudem, Möglichkeiten der „automatisierten Parkraumüberwachung“ zu prüfen. Summa summarum heißt all dies für den Autofahrer: Parken in der Stadt wird künftig wohl teurer, ganz besonders das illegale Parken.