EU will Neuwagen sicherer machen und Unfälle verhindern

Die Autohersteller sollen ab 2022 eine Reihe von Hightech-Systemen in alle Neuwagen einbauen, die Unfallursachen wie überhöhtes Tempo, Alkoholfahrten und Ablenkung beseitigen sollen. Eine entsprechende Verordnung will nun die Europäische Union einführen.

Die neue Verordnung soll die Sicherheit erhöhen und helfen, das Ziel von Null Verkehrstoten im Jahr 2050 zu erreichen. Derzeit werden in der EU pro Jahr noch etwa 25.000 Menschen im Verkehr getötet. 90 Prozent der Unfälle gehen laut Europäischer Kommission auf menschliches Versagen zurück. Mit diversen Assistenzsystemen will die EU dem nun vorbeugen.

Ab 2022 sollen Autos daherunter anderem mit einer Intelligent Speed Assistance (ISA) ausgestattet sein. Dabei wird das aktuelle Tempolimit über die Verkehrszeichenerkennung oder das Navigationssystem erkannt. Ist die gefahrene Geschwindigkeit zu hoch, erfolgt zwar kein Bremseingriff, aber die Motorleistung wird heruntergeregelt. Der Fahrer kann den Eingriff verhindern, indem er Gas gibt.

Außerdem sollen Autos für den nachträglichen Einbau einer Alkohol-Wegfahrsperre vorbereitet sein. Verpflichtend werden sollen auch verbesserte Notbremssysteme mit Fußgängererkennung und Spurverlassenswarner. Zudem werden Müdigkeitswarner (bereits in vielen Autos serienmäßig) sowie moderne Warnsysteme gegen die Ablenkung des Fahrers Pflicht. Ein solches kamerabasiertes Warnsystem hat kürzlich Volvo vorgestellt.

Neue Fahrzeuge sollen zudem mit Datenrekordern ausgestattet werden, die nach einer Kollision bei der Bestimmung der Unfallursache helfen sollen. Zudem gehören eine verbesserte Reifendrucküberwachung und ein verbesserter Aufprallschutz für Fußgänger und Radfahrer zu dem Paket.

Die Verordnung soll in Kürze vom EU-Parlament und vom Europäischen Rat verabschiedet werden. Dabei sind Änderungen durchaus möglich. Wegen der Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai könnte sich der Abstimmungsprozess auch noch um einige Monate verlängern.

Quellen: Pressemitteilung des Europäischen Rats, Pressemitteilung des EU-Parlaments, Pressemitteilung des European Transport Safety Council