Auch für Fahrradfahrer gibt es eine Promillegrenze

Die Karnevals- respektive Faschingszeit steuert langsam auf ihren Höhepunkt zu: Am 4. März 2019 starten die großen Rosenmontagsumzüge. Besonders in den Hochburgen des närrischen Treibens jagt eine Karnevalssitzung die andere. Wer daran teilnimmt, fragt sich bisweilen, wie viel Alkohol im Rahmen liegt: ein Glas Wein oder zwei Gläser Kölsch? Dann mit dem Auto heimzufahren, sollte doch kein Problem sein, oder? Nun, ganz so einfach ist es nicht. Wir klären über die Promillegrenzen in Deutschland auf.

Vorangeschickt werden muss der Hinweis, dass jede Person unterschiedlich auf Alkoholkonsum reagiert: Die einen nippen fast nur und sind dennoch schnell "blau", andere bechern ungezügelt und wirken auch dann noch recht normal. Doch Promille bleiben Promille. Hier sehen die offiziellen Vorschriften so aus:

0,0 Promille gelten seit 1. August 2007 für Fahranfänger in der Probezeit sowie vor Vollendung des 21. Lebensjahres. Diese Ordnungswidrigkeit wird als schwerwiegende Zuwiderhandlung eingestuft und mit einer Geldbuße von 250 Euro sowie einem Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg geahndet. Hinzu kommt die Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar (Kosten: etwa 300 Euro) sowie die Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre. Null-Komma-Nix gilt auch für alle, die gewerblich ein Kraftfahrzeug führen, für das ein Personenbeförderungsschein (Bus, Taxi) notwendig ist.

0,3 Promille: Bei schuldhafter Verwicklung in einen Verkehrsunfall oder alkoholtypischer Fahrweise erfolgt in der Regel der Entzug der Fahrerlaubnis, zumindest der vorläufige Entzug derselben durch die Polizei.

0,5 Promille im Blut oder 0,25 mg/l in der Atemluft (bei der Atemalkoholbestimmung) ohne Auffälligkeiten im Fahrverhalten: Fahrverbot, im Wiederholungsfall Überprüfung der Fahreignung im Rahmen einer Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU.

1,1 Promille: Absolute Fahruntüchtigkeit im Sinne einer Verkehrsstraftat, Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate, dazu 3 Punkte. MPU in einigen Bundesländern.

1,6 Promille oder zweimaliges Fahren unter Alkoholeinfluss: MPU vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

Im Klartext: Ab dem 21. Lebensjahr gilt die Grenze von 0,5 Promille. Wer jedoch bereits alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt und beispielsweise über eine rote Ampel fährt, macht sich nach § 316 Strafgesetzbuch schon ab 0,3 Promille strafbar – unabhängig von Alter und Probezeit. Doch wer weiß schon aus dem Bauch heraus, wann er exakt 0,5 Promille erreicht hat? Also entweder gar keinen Alkohol trinken oder das Auto daheim stehen lassen.

Besser auf das Fahrrad umsteigen? Auch fürs Fahrradfahren gibt es eine Promillegrenze: Sie stammt aus Gerichtsurteilen und liegt mit 1,6 Promille deutlich über der von Autofahrern. Ab dieser Grenze gelten Radler als absolut fahruntüchtig. Wer sie überschreitet, begeht daher sogar eine Straftat. Es drohen bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Hat der Betreffende einen Führerschein, muss er mit der Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) rechnen, die zum Verlust der Fahrerlaubnis führen kann. Das Radfahren können die Behörden für einen bestimmten Zeitraum verbieten, wenn die Gefahr besteht, dass der Betroffene erneut betrunken aufs Rad steigt. Wie für Autofahrer gilt jedoch auch für Radfahrer: Fährt der Radler Schlangenlinien oder zeigt andere alkoholbedingte Ausfallerscheinungen, dann kann es bereits ab 0,3 Promille zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen.

Was vielleicht kaum einer weiß: Sogar als Fußgänger drohen Konsequenzen. Wer stark alkoholisiert in Erscheinung tritt und gefährlich in den Verkehr eingreift, kann im Extremfall seinen Führerschein verlieren.