Aufgebrachte US-Bürger schlitzen Reifen auf oder drängen die Fahrzeuge ab

Autonom fahrende Autos der Firma Waymo werden in der US-amerikanischen Stadt Chandler (Arizona) von aufgebrachten Bürgern mit roher Gewalt attackiert. Nicht weniger als 21 Angriffe auf die fahrerlosen Fahrzeuge soll es in den letzten zwei Jahren gegeben haben, wie nun die New York Times meldet.

Schon seit 2017 testet Waymo in Chandler autonome Fahrzeuge auf Basis des Chrysler Pacifica. Die Vans wurden jedoch immer wieder mit Steinen beworfen oder abgedrängt. Auch wurden Reifen während des Ampelstopps aufgeschlitzt. Eine Frau soll einen sicherheitshalber mitfahrenden Waymo-Angestellten angeschrien haben, er solle aus ihrer Nachbarschaft verschwinden. Zudem soll ein Mann einen Insassen mit einem Revolver bedroht haben. Der Polizei sagte er, er hasse fahrerlose Autos wegen der Fußgängerin, die im März 2018 in Tempe (Arizona) durch ein selbstfahrendes Uber-Auto getötet wurde.

Waymo ist wie Google eine Tochter des Alphabet-Konzerns. Das Unternehmen wurde gegründet, um das Google Driverless Car weiterzuentwickeln. Das ursprünglich eingesetzte, sehr rundliche "Google-Auto" wird jedoch nicht mehr verwendet. Seit 2016 arbeitet Waymo mit Chrysler zusammen und testet seither autonome Fahrzeuge auf Basis des Pacifica. Künftig sollen auch Fahrzeuge auf Basis des elektrisch angetriebenen Jaguar I-Pace entstehen und getestet werden. Außer in Chandler führt Waymo auch Tests in Mountain View (Kalifornien) durch.

Die attackierten Fahrer wollten keine Anzeige gegen die Angreifer erstatten und weigern sich oft auch, der Polizei Videos von den Vorfällen zur Verfügung zu stellen. Offenbar befürchtet Waymo, dass die Tests in Chandler wegen der Negativ-Publicity gestoppt werden müssen.

Quelle: New York Times

Bildergalerie: Autonomes Auto von Waymo auf Basis des Chrysler Pacifica Hybrid