Die Bayern setzen in Zukunft auf Elektrofahrzeuge wie den Strom-5er

,Dieses Fahrzeug wird die Automobilindustrie, wie wir sie heute kennen, in erheblichem Maße verändern", so BMW-Chef Norbert Reithofer im Rahmen der Auto China (25. April bis 2. Mai 2010 in Peking) zum Elektroauto ,Megacity Vehicle". Und die Bayern wollen in Sachen rein elektrischer Antrieb noch viel mehr.

Megacity Vehicle bis 2013
Das Megacity Vehicle soll das erste rein elektrisch betriebene BMW-Serienfahrzeug werden. Der Wagen wird im Rahmen des so genannten ,project i" von Grund auf neu entwickelt und soll ab 2013 unter einer BMW-Submarke vertrieben werden – ob Anfang, Mitte oder Ende 2013 gibt der Hersteller noch nicht bekannt. Um den Wagen so leicht wie möglich zu machen, soll bei ihm vor allen Dingen kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK) zum Einsatz kommen. ,Die BMW Group ist derzeit das einzige Unternehmen, das ein Großserienfahrzeug mit Karbonfaser verstärktem Material auf den Markt bringen wird", sagt Reithofer selbstbewusst. Allerdings hat VW auf der Automobilausstellung IAA im September 2009 in Frankfurt am Main ebenfalls ein reines Elektrofahrzeug für 2013 angekündigt: Den dreitürigen E-Up!, der im Gegensatz zum Megacity Vehicle bereits als Studie zu sehen war, und der auch mit viel Kohlefaser gebaut werden soll. Eine der dringendsten Herausforderungen der Automobilbauer wird dabei sein, den leichten Werkstoff kostengünstig in großen Mengen zu beziehen.

Mini E auch bald in China
Seit 2009 testet BMW insgesamt 600 auf Elektroantrieb umgerüstete Mini-Modelle. 50 dieser Mini E sollen noch 2010 auch in China getestet werden. 2011 gehen dann Fahrzeuge auf Basis des BMW Concept ActiveE an chinesische Kunden. Der Wagen ist ein auf Elektroantrieb umgerüstetes 1er Coupé und wurde auf der Detroit Auto Show im Januar 2010 vorgestellt. Als Partner für den Praxiseinsatz der Elektrofahrzeuge hat BMW das China Automotive Technology and Research Center (CATARC) und den staatlichen Stromversorger State Grid gewonnen.

Viel China: Elektrischer 5er
BMW hat noch ein richtig großes Elektrofahrzeug im Köcher: den ECHO Project. Der Wagen basiert auf der Langversion des 5ers, die in China gebaut und auch ausschließlich dort vertrieben wird. Sowohl der Elektromotor als auch die Batterie und die Leistungselektronik dieses Fahrzeugs wurden in China entwickelt. Großen Anteil daran hat die Tongji Universität aus Shanghai. Wann der chinesische Elektro-5er die Serienreife erreichen könnte, teilt BMW noch nicht mit.

Schon einige Versuche
Das erste reine Elektrofahrzeug stellte BMW schon 1972 auf die Räder: Der 1602 begleitete bei den olympischen Spielen in München die Marathonläufe und Langstreckengeher-Wettbewerbe. Später folgten ein elektrischer 325 IX, ein Strom-3er und der E1. Aber die Fahrzeuge waren laut Reithofer nicht ausgereift, es fehlte an einer Lade-Infrastruktur und die Nachfrage war einfach nicht da. Jetzt sieht BMW, wie beispielsweise auch Daimler, VW und Ford, die Zeit für Elektroautos gekommen.

Bildergalerie: BMW: Elektrisch in China