JPN Taxi: Automobile Raumfähre für Japan

Waren Sie schon einmal in Japan? Falls ja, dann sind Ihnen dort vielleicht die Taxis aufgefallen. Stets perfekt gepflegte Wagen mit Spitzendeckchen über den Kopfstützen und uniformierten Fahrern, die weiße Handschuhe tragen. Die Limousinen selbst wirken eigenartig antiquiert. Aus gutem Grund: Nur für Flottenkunden wie Taxifahrer baut Toyota zum Beispiel seit 1995 fast unverändert den 4,60 Meter langen Comfort. Doch im Jahr 2020 nahen die Olympischen Spiele in Tokio und mit ihnen mehr Touristen als gewöhnlich. Damit diese modern chauffiert werden, hat Toyota auf der Tokyo Motor Show (25. Oktober bis 5. November 2017) das ,JPN Taxi" vorgestellt.

Britische Optik, japanische Bedürfnisse
Am gleichen Ort zeigte Toyota schon im Jahr 2013 die Studie des ,JPN Taxi" (JPN steht für Japan). Vier Jahre folgt die kaum veränderte Serienversion. Auf uns Europäer wirkt die Optik des Wagens seltsam gewohnt, erinnert sie doch extrem an das berühmte London Taxi. Aber hier wie dort geht es um Dinge wie Rollstuhltransport und einen bequemen Einstieg. Genau damit soll das JPN Taxi punkten, schließlich altert die japanische Gesellschaft im Zeitraffer.

Bequemer Zugang – auch mit Rollstuhl
Künftig sollen sich ältere Herrschaften also nicht mehr in den antiquierten Toyota Comfort schlängeln müssen, sondern in das JPN Taxi schreiten. Dafür sorgt auf der Beifahrerseite, die in Japan links liegt, eine Schiebetür. Der Fuß muss nur über eine 32 Zentimeter hohe Schwelle gesetzt werden. Für Rollstuhlfahrer bedeutet das keinen steilen Winkel auf der optionalen Anbaurampe. Bemerkenswert sind auch die Abmessungen der Schiebetür: Sie ist 72 Zentimeter breit und 1,30 Meter hoch. Obgleich schon im Fahrgastraum genug Platz für Gepäck ist, gibt es noch einen 401 Liter großen Kofferraum. Er soll zwei waagerecht verstaute Koffer schlucken. Auf der rechten Seite befindet sich hinter dem Fahrer eine normal öffnende Tür.

Sicht und Sicherheit
Der Fahrer hat im JPN Taxi durch Form und Position der A-Säulen eine gute Sicht auf die Straße. Hinzu kommen die für Japan typischen Außenspiegel auf den Kotflügeln. Ein großer Monitor zeigt die Strecke zum Ziel sowie die Fahrtkosten, er liegt auch im Blickfeld der Passagiere. Serienmäßig sind sechs Airbags und das ,Safety Sense"-Sicherheitssystem von Toyota. Letzteres beinhaltet unter anderem eine Kollisionswarnung samt Fußgängererkennung und einen Spurhalteassistenten.

Hybrid mit Flüssiggas
Den Antrieb übernimmt ein Hybrid mit 1,5 Liter Hubraum und Flüssiggas-Betrieb. Verbrauch laut Toyota? 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Das JPN Taxi wird naheliegenderweise nur in Japan angeboten. Zwei Ausstattungsvarianten stehen zur Wahl, die einfache Variante kostet 3.277.800 Yen, umgerechnet 24.500 Euro. Pro Monat will Toyota rund 1.000 Einheiten des JPN Taxi verkaufen.

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Toyota baut das perfekte London-Taxi